Lesen bildet – Noch einmal 3. Bildungstag der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

6. März 2013
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Die Realität und deren Abbildung in der MAZ können, wie wir alle wissen, oft recht unterschiedlich sein. Aber immerhin kann man aus dem Artikel von Andrea von Fournier zum 3.Bildungstag entnehmen, dass in der Lokalredaktion Zossen der Klärwerk-Blog gelesen wird.

Lesen bildet bekanntermaßen. So konnten die Leser der MAZ erfahren, dass es zwar im Vorfeld des Bildungstages viel Kritik gab, aber über diesen selbst sehr unkritisch und einseitig berichtet wurde.
Das war aber wiederum gut für die Wahrnehmung der Diskussion in der Öffentlichkeit. Auf diese Weise schaffte es ein Thema von den Lokalseiten der Zossener Rundschau am Montag in die Rubrik „meist diskutiert“ der MAZ-Onlineausgabe.

Interessant waren dort die Leserkommentare. Ein User, der offene Arbeit anscheinend mit Einsparung von Betreuungskosten assoziiert, wies darauf hin, dass sich das Problem durch den Rechtsanspruch auf Betreuung für unter Dreijährige ab Schuljahresbeginn verschärfen wird. Zusätzlich wird ein Teil der Kinder später eingeschult, da Ministerin Münch die Stichtagsänderung nach unten wieder zurückgenommen hat. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten für Kita und Schule bezeichnete er als „bildungspolitische Katastrophe“.

Ein Lehrer berichtete, dass es zu dieser Diskussion oft einen Maulkorb von der übergeordneten Schulbehörde gäbe. Es könne ihm aber niemand verbieten, sich als Privatperson zu äußern. Er kritisierte vor allem, dass die seltsamsten Vereine unkontrolliert ihre Philosophie vor arglosen Erzieherinnen präsentieren dürfen. Das Resultat sehe er jeden Morgen in seiner Klasse.

Keine Angst vor „Autoritäten“!
Zu diesen Vereinen darf wohl getrost das Netzwerk für offene Arbeit der Gerlinde Lill zählen, aus dessen Dunstkreis auch Friderike Pankoke stammt. Was Lill auf dem Bildungstag an unwissenschaftlichen Behauptungen von sich gab und auch über die Homepage ihres Vereins verbreitet, ist erschreckend. Sie stellt den Sinn von Hausaufgaben generell in Frage und behauptet, Fördermaßnahmen würden Kinder zu „Konsumenten“ erziehen. 
Man kann sich dabei durchaus in die Situation der anwesenden Erzieherinnen und Tagesmütter versetzen, die nun vor der Autorität einer „Akademikerin“ standen, aber in ihrer Arbeit durchaus andere Erfahrungen gemacht hatten, als die Dinge, mit denen die Referentin missionierte.

Den Leserkommentar einer Userin möchte ich gern wörtlich zitieren, weil er aus vollstem Herzen zu kommen schien:

Andrea71 
Freie Arbeit in den Kitas
„Als Großeltern sind wir total gegen die sogenannte „freie Arbeit“ in den Kitas, speziell in der Kita „kleine Strolche“! Unsere Enkeltochter wurde nach 3jähriger kompetenter und liebevoller GRUPPENbetreuung im „Zwergenstübchen“ in diese neue Situation „gestoßen“! Wir haben selbst erlebt, daß unser Kind nach Ankunft in der Kita ziellos durch das Haus irrte und nicht wußte, was es nun beginnen solle. Es soll selbst entscheiden – aber wer hilft ihm? Wer gibt Anstöße“? Vor 9 Uhr und nach 15.30 ist kaum ein Erzieher? Betreuer? Aufpasser? zu sprechen. Was hat mein Kind getan? Hat es im Freien gespielt? Wie hat es gegessen? Wird es an das Büffet-System herangeführt? Ernährt es sich gesund und ausreichend? Hat es Probleme? Diese Fragen können nur die Mitarbeiter beantworten, die sich mit ihm beschäftigen!Und das ist nach 15.30 nicht mehr möglich!
Unsere Familie hatte sich mit gutem Gewissen nach dem Krippenaufenthalt für die „kleinen Strolche“ und nicht für das „Spectaculum“ entschieden, weil der große Bruder hier bereits in Gruppen kompetent und liebevoll bis 2012 betreut wurde! Diesen Mitarbeitern noch einmal ein großes Dankeschön!!
Im weiteren muß kitisch angemerkt werden, daß nun schon monatelang kein Kitaausschuß existiert! Wer nun ist Ansprechpartner?
Noch einmal: Wir sind gegen die „Freie Arbeit“ und für kompetente Bildung und Hilfe bei der Erziehung unserer Kinder! Und die Erzieher? (Kann man sie noch so nennen?) Wofür sind Sie? Welche Arbeit macht Ihnen Spaß? Das kann es doch nicht gewesen sein!“

Den Erziehern den Rücken stärken
An dieser Stelle möchte ich die Erzieher ausdrücklich ermutigen, sich in die Diskussion einzubringen. Und die Eltern bitten, „ihren“ Erziehern den Rücken zu stärken.
Eine Änderung des gegenwärtigen, von sehr vielen als unbefriedigend empfundenen Zustandes kann nur gemeinsam erreicht werden.
Dass die Eltern unbedingt einzubinden seien, hatte dann übrigens auch Gerlinde Lill gesagt. Pankoke muß das wie eine Ohrfeige empfunden haben, wenn sie sich in dieser Frage Kritik sogar von der von ihr eingeladenen Referentin anhören musste.
Dass die Gemeinde die Veranstaltung (inklusive eines großzügigen Büffets) ausgerichtet hatte, ist eine feine Sache. Da es aber unser aller Geld ist, sollten Referate und Workshops künftig nicht mehr derart einseitig sein.
Übrigens scheint auch in der Gemeindeverwaltung der Klärwerk-Blog am letzten Wochenende eine beliebte Lektüre gewesen zu sein. Frau Dzikowski hatte ihn gelesen, wohl auch Ortwin Baier. Jedenfalls fiel dessen geplantes Grußwort für den 3. Bildungstag ohne weitere Erklärung aus. Es ist nachzuvollziehen, dass sich der Bürgermeister die dortige Diskussion erst mal nicht antun wollte.
Den in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow vertretenen Parteien sollte das große Interesse der Bürger für das Thema Bildung aufgefallen sein. Mit Sicherheit wird es bei den nächsten Kommunalwahlen eine Rolle spielen.

Magnus Muschiol

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