Anderthalb

6. April 2013
Von

Seit Februar dieses Jahres, also des Jahres 2013, bin ich Gemeindevertreter für das BürgerBündnis Blankenfelde-Mahlow, in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Das wurde so erforderlich, da Bernd Heimberger am 11. Januar 2013 verstorben ist. Nun muß ich versuchen, in seinem Sinne weiterzuarbeiten, zu entscheiden, zu handeln. Das wird keine leichte Aufgabe werden, dessen war und bin ich mir bewußt. Auf dieses Mandat zu verzichten würde aber heißen, nicht mehr aktiv zu bleiben für dass BügerBündnis Blankenfelde-Mahlow, die Fraktion nicht mehr zu unterstützen. Will ich das so? Nein, ich habe mich im September 2008 entschieden, das BürgerBündnis zu unterstützen. Es war mir schon immer wichtig, was in meinem Heimatort geschieht und somit war ich nah dran an diesem Geschehen. Einiges ist gelungen, Enttäuschungen sind nicht ausgeblieben. Fragen wurden beantwortet, viele Fragen sind offen. Nun sitze ich, wie man wohl so schön sagt, an der Basis. Basis heißt in diesem Fall, als Gemeindevertreter in den Gemeindevertretersitzungen. Nach „anderthalb“ Sitzungen (ich verließ die erste Sitzung vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen) kann ich sagen, ich bin noch nicht angekommen. Werde ich in diesem Gremium jemals ankommen, diese Frage stelle ich mir bereits nach ein paar Wochen. Ich glaube wohl kaum! Muß man sich dort wohlfühlen, muß man nicht. Es wäre gut, wenn es so wäre. Aber unter den mir bekannten Umständen wird es wohl nicht sein können.

Allein die Tatsache, dass ich über viele Dinge bereits vorher eingeweiht war, wußte ich, auf was ich mich einlasse. Dass es nicht unbedingt ein Leichtes sein wird, war mir klar. Warum schreibe ich das? Belastet mich diese Tätigkeit? Sollte so nicht sein, denn eigentlich habe ich bisher immer versucht, mich für die Dinge einzusetzen, welche für unsere Großgemeinde wichtig, richtig und gut sind. Freude am Erreichten war durchaus gegeben.

Ein Blankenfelder Ehepaar besuchte vor Ostern im Kulturverein die GAGFAH-Ausstellung im Museum Blankenfelde. Anschließend kam es zu einem Gespräch wo ich gefragt wurde, wie ich die ganze Sache mit dem Rathausneubau sehe. Ich sei doch jetzt als Gemeindevertreter darüber informiert, wie der Stand der Dinge ist. Wann wird endlich das Rathaus gebaut? Es wurde ein langes Gespräch. Lange, auch deswegen, weil ich unter anderem erklärte, dass ich im September 2009 zu den Befürwortern gehörte, die Strafanzeige gegen den Beschluß eines „Beratervertrages“ ausgelöst haben. Auch ich hatte es mir zur damaligen Zeit nicht leicht gemacht, diesen Entschluß mitzutragen. Trotz massiver Bedenken, trotz Klärungsgespräche, trotz Hinweisen, wurde dieser Beratervertrag unterzeichnet. Was in den Jahren folgte, konnte man teilweise durch Gespräche, klaerwerk und ein wenig auch durch die Presse erfahren (hier aber nur in sehr geringem Umfang). Fazit: Die Staatsanwaltschaft sperrte das Projekt Rathausneubau. Warum? Wieso? Weshalb? Diese Fragen konnte ich nur teilweise beantworten. Inzwischen gehen die Ermittlungen in das vierte Jahr. V I E R T E Jahr! Einzelheiten wollten die Bürger gern wissen. Müßte ich ja eigentlich dazu auch in der Lage sein, oder? Kann ich nicht! Kaum ein Gemeindevertreter spricht öffentlich über dieses Thema. Warum? Kann ich schlecht einschätzen, müßte man nachfragen. Für mich nicht nachvollziehbar. Schließlich geht es doch hier um ein wichtiges Projekt, eigentlich um DAS Projekt für Blankenfelde. Gehört hätte das Ehepaar, es sollen wichtige Details immer im nichtöffentlichen Teil in der Gemeindevertretersitzung besprochen werden. Warum nichtöffentlich, war die Frage. Geht uns doch alle an, oder? Sehe ich auch so, aber was soll ich sagen: nichtöffentlich sagt doch eigentlich alles. Also, nichtöffentlich! Versprochen habe ich, wenn ich etwas Neues weiß, wenn es öffentlich gesagt wird, ich lasse es dem Ehepaar wissen.

Nun noch einmal kurz darauf zurückkommend, ob ich gern als Gemeindevertreter tätig bin. Sie kennen sicher meine Antwort: Nach Anderthalb Sitzungen …

Hannelore Pappschik

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One Response to Anderthalb

  1. Maria
    7. April 2013 at 12:37

    Politische Aufrichtigkeit kann weh tun. Besonders, wenn man sich der eigenen Gefährten nicht sicher sein kann. Abseits von Glaube und Emotionalität hilft die Logik. Was mache ich als politischer Gegner des Bürgerbündnisses, nachdem es seine Führungs- und Integrationsfigur verloren hat? Ich kaufe mir einen schwachen Mann ein. Gott gebs's dass ich mich irre.

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