Landratswahl und ein SPD-Bürgerbrief

13. April 2013
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Wer kein Dreck am Stecken hat, über den können X Leute anonyme Briefe schreiben. Eine Staatsanwaltschaft wird die darin enthaltenen Anschuldigungen prüfen und ihre Ermittlungen ohne Ergebnis einstellen. Wird ein einziger dieser Briefe das bisherige Leben des anonym Bezichtigten grundsätzlich ändern? Im Gegenteil, ein Gefühl von Bestätigung und Bestärkung auf Seiten des Betroffenen, im Hinblick auf sein bisher geführtes Leben, dürfte eher die Folge sein.
Wäre nicht zu fragen: Unter welchen Verhältnissen leben wir eigentlich inzwischen – wenn ein SPD-Landratskandidat mit Hilfe journalistischer Stichwortgeber öffentlich darüber schwadroniert, wie ein anonymer Brief sein Leben verändert hat. Nach dieser Logik hätte nur der anonyme Brief nicht geschrieben werden dürfen, dann wäre das Handeln Gerhards, das die Staatsanwaltschaft zu recht als verwerflich bezeichnet, niemals bekannt geworden. Der nächste Karierreschritt wäre planmäßig über die Bühne gegangen. Und alles wäre gut?
„Ich bereue die Dienstreise nicht,“ verkündet die Maz für ihn. Als wenn es darum ginge, eine Dienstreise zu bereuen. Was hat ihn denn daran gehindert, im Anschluss an die Reise auf Klärung zu drängen und den Vorgang von der Kostenseite zu bereinigen? Merkwürdig, es war doch eh´ alles mit der Wirtschaftsförderung abgesprochen. Er schreibt in einem Bürgerbrief von dieser Woche an alle Haushalte, “ …in der Nachschau der Ereignisse …“  könne er die Bewertung der Staatsanwaltschaft nachvollziehen. Das sieht eher nach einer Zwecklüge aus.
Dieser Frank Gerhard will damals nicht schon genau gewußt haben, was er tut? Eine Beleidigung für die Intelligenz der Leser. Dann dürfte er schon wegen Dummheit nicht gewählt werden. Hat er darauf spekuliert, dass Gras drüber wächst? Eine Fehlspekulation. Die einzige? Oder, wieviel ist da noch, was irgendwann nach oben kommen könnte, wenn das Gras darüber nicht ganz so planmäßig wächst, wie vorgesehen?
„Es gibt auch ein Leben außerhalb der Politik.“sagt er zum Schluss. Wie wahr, wie menschlich. Wo er Recht hat, hat er Recht.
 
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