Noch mal eine halbe Millionen Euro Mehrkosten

21. April 2013
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Verwaltungschef Baier muss sich Anmietung neuer Räume genehmigen lassen
 
Der geplante Rathausneubau war mehr als dringlich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Nachdem dieses Projekt durch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen endgültig gestoppt wurde und nicht bekannt ist, wann mit dem Neustart des Vorhabens zu rechnen ist , muss ohne Zweifel eine Übergangslösung her.
Insofern ist die Anmietung neuer Räume im Sinne der Verwaltungsmitarbeiter ein überfälliger Schritt: Im Lichte der Vorkommnisse der letzten Jahre jedoch eine absolut vermeidbare, finanzielle Mehrbelastung für unsere Kommune.
Die Kämmerei muss nun gezwungen werden, eine Aufstellung aller entstandenen Mehrkosten im Zusammenhang mit Mißwirtschaft und Korruption rund um das Projekt Rathausbau vorzulegen. 
Oder aber, Gemeindevertretung und Finanzausschuss hoffen einfach mal, dass die dem Mitbeschuldigten, Ortwin Baier, unterstehende Kämmerei diese Aufstellung sowieso unaufgefordert auf den Tisch legen wird. Dann können sie allerdings auch darauf hoffen, dass Ostern, Pfingsten und Weihnachten auf einen Tag fallen. 
 
 
Die Frage, wieso in der Kalkulation der Verwaltung von 8,35 €/qm ausgegangen wird, während die im Internet aufgerufenen Mietkonditionen bei 6,95-7,45 €/qm liegen,  ist vielleicht eine Antwort wert. Es ist zumindest ungewöhnlich, dass die vom Vermieter aufgerufenen Konditionen durch den Mietinteressenten noch hoch gehandelt werden. Auch die 7,55 €/qm für die Nebenflächen erscheinen absolut überzogen. 4,-€ maximal, wären angemessen.
Und, warum eigentlich 5 Tiefgaragenplätze? Sparsame Haushaltsführung? Oder, wen interessierts? Wir habens ja! In den letzten 20 Jahren jedenfalls  ging es doch auch ohne teure Tiefgaragenplätze für 5 ausgewählte Verwaltungsfahrzeuge. 
Abgesehen davon, die Begründung für die Umsiedlung des Kommunalservice ist ales andere als schlüssig. Der Kommunalservice sitzt auch weiterhin in der Moselstr. in einer guten Übergangslösung und ohne erkennbare Defizite. Die brandschutz- und arbeitsschutzrechtlichen Bedenken gelten doch nur für die Karl Marx 4, wie es in der Begründung heißt. Wenn der Kommunalservice in der Moselstrasse bleibt, sind monatlich rund 3.000 € einzusparen. im Jahr sind das 36.000 €, – in vier  Jahren immerhin 144.000 €!
Im Übrigen, wenn ein Käptn Baier – unter dessen Amtsführung das Rathausprojekt auf eine Sandbank gesteuert wurde, so etwas wie Charakter hätte, dann würde er auf der Brücke bleiben, in der Karl-Marx-Str. 4. Der Platz dafür (Bürgermeisterbereich) dürfte wohl ausreichen nach Aussiedlung der Kämmerei. Damit ließe sich Baiers Rechnung noch einmal um  131 qm reduzieren. 131 qm mal 8,35 €, es wären somit weitere 13.200 € im Jahr einzusparen. In vier Jahren immerhin 52.800 €. 
Zusammengefaßt sind das 144.000 € plus 52.800 € – das bedeutet noch einmal eine Reduzierung um 200.000 €. Da stellt sich schon die Frage, wie viel Luxus und wieviel Sparsamkeit wollen sich insbesondere die Akteure (SPD, CDU, Linke) leisten, die dieses Desaster mit auf den Weg gebracht haben. 
  
Jörg Blunk
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