Regie-Panne: Die neue Landrätin heißt Cornelia Wehlan (Linke)

9. September 2013
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Nachdem es Tage zuvor noch hieß, dass sämtliche Kandidaten auf dem Stimmzettel erscheinen werden, waren es dann plötzlich nur noch drei. Herr Fredrich (SPD/CDU), Herr Götze (FDP) und Frau Wehlan von den Linken.
Im 2. Wahlgang setze sich dann Cornelia Wehlan mit 27 : 25 Stimmen durch.
Da gefror  SPD-Strahlemann Gerhard (Ex-Landratskandidat und Bürgermeister von Ludwigsfelde) , der zuvor noch in der ersten Reihe gescherzt und gelacht hatte, kurzzeitig das Marketing-Lächeln im Gesicht. „Durchkadern“ ist nicht mehr – für seine Partei und auch die von CDU-Fraktionschef Eichelbaum hat es zunächst erst einmal „ausgekadert“.
Zwei SPD-Korruptionsfälle (Giesecke/Gerhard) im Landkreis, dann der Deal mit der CDU und die Präsentation eines gemeinsamen Landratskandidaten – um unter allen Umständen eine linke Landrätin zu verhindern? Ohne zunächst, wenigstens der demokratischen Form halber, die Vorstellung aller anderen Kandidaten abzuwarten? Gemäß der Devise: Die Freiheit nehmen wir uns, so viel Arroganz muss sein?
Offenbar ist dann wohl doch das Faß übergelaufen bei einer Mehrheit der Abgeordneten. Der Kreistag hat entschieden, wenn auch nur knapp. Die neue Landrätin wird künftig auf wechselnde Mehrheiten angewiesen sein. Was das für die Zukunft bedeutet, bleibt abzuwarten. Die Jahrzehnte dauernde Vorherrschaft der SPD im Landkreis jedenfalls ist endgültig gebrochen. Statt dealen hinter den Kulissen dürfte jetzt eher Arbeit für die Spezialdemokraten angesagt sein, hieß noch am gleichen Abend aus Abgeordnetenkreisen.

Jörg Blunk

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One Response to Regie-Panne: Die neue Landrätin heißt Cornelia Wehlan (Linke)

  1. Matthias Stefke
    10. September 2013 at 19:00

    Das Ergebnis ist vor allem eine Stärkung der Position der Abgeordneten!

    Viele von ihnen haben scheinbar in allerletzter Minute für sich selbst erkannt, dass es nicht in Ordnung war, wie hier in Gutsherrenmanier ein Kandidat vorgegeben wurde und nur noch abgenickt werden sollte.

    Das ist ein erfreuliches Ergebnis der gestrigen Kreistagssitzung.

    Kornelia Wehlan ist langjährig dabei und muss nun zeigen, dass sie Landrätin auch kann!

    Das wird gewiss nicht einfach, SPD & CDU werden vermutlich in der ersten Zeit versuchen, sie (politisch) „am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen“. Wechselnde Mehrheiten ist nicht so komfortabel wie schriftlich fixierte Koalitionen, auch dafür wird sie reichlich „Kröten schlucken“ müssen.

    Es bleibt abzuwarten, welche Kröten nach einem politischen Kuhhandel in Form von Dezernenten in der Verwaltung auftauchen.

    Zu hoffen bleibt, dass alle Kreistagsmitglieder als auch die Verwaltung unter neuer Leitung den Ernst der Lage des Landkreises begriffen haben. Viel Spielraum und Zeit für politische Fingerhakeleien bleibt bei der Haushaltslage nicht!

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