Kultur-Tour nach Tangermünde in Sachsen Anhalt

10. September 2013
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Die diesjährige Bus-Tagestour des Kulturverein Blankenfelde führte an einem Spät-Sommertag nach Tangermünde, der Stadt, vor deren Mauern der „Tanger“ in die Elbe „mündet“. Zum geplanten Reisetermin im Juni, waren die Straßen vom Hochwasser überflutet und das Wasser, das wir jetzt Tanger und Elbe Grete Mindezuordnen konnten, nahm damals eine riesige Fläche ein bis hin zum geborstenen Deich bei Fischbeck. Selbst durch das elbseitige Stadttor an der Rossfurt hätte man nur schwimmen können.

CIMG6114Zum Glück wurde die Burg und spätere Stadt auf einer hochwasserfesten Anhöhe errichtet. Hier residierte im 14. Jh. Kaiser Karl IV. (bekannt vom Hradschin in Prag) und führte die Stadt zu wirtschaftlicher Blüte. Dann, unter den Hohenzollern, sorgte der Beitritt zur Hanse für wachsenden Reichtum, bis 1617 ein Großbrand zwei Drittel der Stadt vernichtete. Für dieses Unglück suchte man einen Brandstifter und verurteilt die junge Grete Minde zu einem qualvollen Tod. Über 250 Jahre später stellte sich bei der Untersuchung der Prozessakten heraus, dass es sich um einen grausamen Justizmord gehandelt hatte. Gegen die Ungerechtigkeit mahnend steht nun eine Bronzeskulptur Grete Mindes vor dem reich in norddeutscher Backsteingotik verzierten Rathaus. Von dort sind es nur wenige Minuten zum wuchtigen Neustädter Tor mit seinen 5 Adlerwappen. Es grenzt die denkmalgeschützte Altstadt mit ihrer fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigung zur Neustadt ab. In beiden Hauptstraßen von Tangermünde reiht sich ein reich verziertes Patrizierhaus an k-DSC09718-1das nächste. Fachwerk, Spruchbänder, bunt geschmückte Portale, Geschäftsausleger sind gut erhalten und versetzen den Besucher in längst vergangene Jahrhunderte. Kleine Geschäfte, Cafes und Restaurants auf idyllischen Höfen sorgen für reges Leben in den Straßen der Altstadt.

Bei einer Stadtführung wurden wir neben der Historie mit allen wichtigen Bauwerken bekannt gemacht. Ein Tag reicht nicht aus, um alle Museen oder ehemaligen Kirchen auch von innen zu besuchen. Imposant ist die St. Stephanskirche mit ihrer kolossalen Giebelfront, die mit 87,5 Metern vom höchsten Turm der Altmark gekrönt wird. In dieser gotischen Hallenkirche durften wir einem Konzert auf der 400 Jahre alten Scherer-Orgel lauschen und dabei die reiche Ausstattung mit altem Gestühl und Bildern biblischer Geschichten bewundern.

Die Überreste der Burg nördlich der Altstadt wurden einer Hotelnutzung zugeführt und sind dadurch gut erhalten. Im Burginnenhof steht die „Kanzlei“ aus dem 14. Jh.. Sie dient heute Festlichkeiten und  Empfängen. Nach Durchqueren des Stadtansicht vom Elbedampferäußeren Burghofes stehen wir an der Burg- und Stadtmauer aus rotem Klinker, die steil zur Elbe hin abfällt. Treppen führen hinunter zur Anlegestelle der Fahrgastschiffe. Dort wartet schon ein Dampfer, um uns ein Stück die Elbe hinauf und hinab zu fahren. Wir unterqueren Brücken und blicken über die weite Landschaft und auf Deiche, auf denen Schafe weiden. Erstaunen lässt uns vor allem die wunderschöne Silhouette von Tangermünde mit ihren hohen roten Mauern und den darüber hinaus ragenden unterschiedlichen Türmen.

Diese Tour war ein gelungener Ausflug in nettem Miteinander, an dem Altes bestaunt und Neues kennen gelernt wurde. Sie endete mit einem herzlichen Dankeschön an Frau Sohr, die Organisatorin vom Kulturverein Blankenfelde.

Freia Moldenhauer

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