Den Schmutz fortwischen

11. Januar 2014
Von
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Evangelischer Waldfriedhof Blankenfelde: Grabstelle Bernd Heimbergers und seiner Mutter

Ermittler tragen Be- und Entlastendes zusammen. Sie sind nicht die Kirche, sie verteilen weder Schuld noch Vergebung. Ihre Aufgabe ist, herauszufinden, was tatsächlich passiert ist. Im Ergebnis stellt dann ein Staatsanwalt die Ermittlungen mangels Tatverdacht ein oder erhebt Anklage vor Gericht – wo dann ein Richter das Urteil fällt.
Warum eigentlich diese Trennung? Können nicht die Opfer diese Aufgaben übernehmen? Wer wäre beispielsweise besser dafür prädestiniert, herauszufinden, was tatsächlich passiert ist, als das Opfer, Gilbert Furian? Damals, im Jahre 2011, als es um die Überprüfung der Kreistagsabgeordneten in Sachen Stasi-Vergangenheit ging?
Wir sind diesen Fragen noch zu Lebzeiten von Bernd Heimberger detailliert nachgegangen – wie die „Dokumentation einer Diffamierung“ belegt. Damals, als der Befund von Gilbert Furian keine Zweifel offen ließ: Bernd Heimberger ist einer von vier ehemaligen Stasi-Spitzeln. Was dann gegen ihn los getreten wurde, offen und anonym, das müssen ein G. Furian. E. Freytag (Maz-Journalist), D. Eichelbaum (CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag) und ein Bürgermeister O. Baier (SPD) mit sich selbst ausmachen. Wer andere beschädigt, beschädigt zuerst immer sich selbst.
Gestern hat die Maz G. Furian erneut zu Wort kommen lassen. In unerschütterlicher Gewissheit erinnert er sich „… noch an die Recherchen in der Kommission zu Stasi-Mitarbeitern im Kreistag von Teltow-Fläming. Da mussten wir wirklich jeden einzelnen Fall mühsam anschieben.“
„Anschieben“? So kann man das auch nennen, woran der Kreistagsabgeordnete, der Vorsitzende des Kulturvereins Blankenfelde, der Vorsitzende der Fraktion BürgerBündnis Blankenfelde und der Schriftsteller und Publizist, Bernd Heimberger, letztlich auch zerbrochen ist. Rehabilitierung, sein größter Wunsch bis zum Schluss.  Doch zum Fortwischen des Schmutzes hat die Zeit nicht mehr gereicht.
Denn sie wissen nicht, was sie tun – Brief vom 3.10.2011
Bemerkungen zu einer Pressemitteilung,18.12.2011
Heute vor einem Jahr, am 11. Januar 2013 ist er gestorben. Daran ist zu erinnern, im Namen jener, denen diese Erinnerung wichtig ist.

Jörg Blunk

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