Zu „Claus steigt aus“ (Maz vom 15./16. März 2014)

27. März 2014
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Nach mehr als 20 Jahren zieht sich der Mahlower Ortsvorsteher (Linke) aus der Kommunalpolitik zurück

Wenn man Herrn Claus etwas unbestritten bescheinigen darf, dann, dass er für Mahlow gekämpft hat, dass er sich mit all seiner Kraft für seinen Ort stark gemacht hat. Man kann mit Fug und Recht sagen, der Mahlower Ortsbeirat mit seinem Ortsvorsteher war der erfolgreichste, durchsetzungsstärkste und aktivste in der Gemeinde. Dafür gebührt Herrn Claus der Dank aller Mahlower. Auch sein Engagement in den Ausschüssen und der Gemeindevertretung war beispielhaft für viele. Dass er der Kommunalpolitik nun den Rücken kehrt, ist gerade für den Ortsteil Mahlow bedauerlich. Aber natürlich sei ihm seine Freizeit und das Nachgehen seiner Hobbies von Herzen gegönnt.

Leider ist mir unverständlich, dass er sich im Interview mit der MAZ am Ende selbst demontiert. Der Vergleich, den er zieht, ist nur keiner. Er ist auch in seiner Aussage so daneben, dass man nur den Kopf schütteln kann:

„Wenn jemand gesagt hat, ‚Honecker ist ein Arschloch‘, dann wusste man, dass man nach Bautzen kommt. Wenn man heute seinen Chef ein Arschloch nennt, dann kann man sich gleich seine Papiere holen“, sagt Claus.

Das ist eine Verhöhnung gerade der politischen Häftlinge der DDR, die hier gleichgesetzt werden mit Menschen, die keinen Anstand haben. Denn, wenn man respekt- und würdevoll miteinander umgeht, bezeichnet man niemanden als Arschloch. Weder seinen Chef, noch Nachbarn, politische Kontrahenten, die Bundeskanzlerin oder wen auch immer. Wenn ein Vergleich gezogen werden sollte, dann doch der, dass in der DDR Menschen für weit weniger als fäkal-sprachliche Ausdrücke eingesperrt wurden und man heute die Freiheit hat, zu sagen was man denkt, ob es Frau Merkel passt oder nicht. Aber eingesperrt wird man dafür nicht.

Ein Wort zum Klima in der Gemeindevertretung:

„Nur das Klima in der Gemeindevertretung gefalle ihm nicht mehr. Es kann nicht sein, dass jedes Mal das große Messer rausgeholt wird. Er hat keine Lust mehr auf Gehässigkeiten.“

Hierzu mein persönlicher Eindruck: Herr Claus hat Recht. Das Klima in der Gemeindevertretung ist vergiftet. Es ist nicht schön, mit ansehen zu müssen, wie die Gemeindevertreter miteinander umgehen und wie mit Meinungen anderer umgegangen wird. Auch Herr Claus war als maßgeblicher Akteur in dieses Theater verstrickt, mit seinem Tun und seinem Unterlassen. Man hat aufgehört, einander zuzuhören. Das ist schade, zumal man sich nichts vergibt, wenn man über Meinungen anderer Fraktionen nachdenkt und ihnen eine Chance gibt. Nur weil eine Idee nicht von der eigenen oder einer befreundeten Fraktion kommt, muss sie doch nicht schlecht sein. Hier hat man sich gerade in der letzten Zeit viele Möglichkeiten vergeben. Und wer da gerne mal das Messer oder gleich andere Waffen zücken wollte, das sollte Herr Claus am besten wissen. Schade, er belässt es anlässlich seines Ausstiegs aus der Kommunalpolitik beim Blick auf andere  und Worten wie „Messer rausholen“ oder „Gehässigkeiten“. Reflex statt Reflexion.

Andrea Hollstein
BürgerBündnis Blankenfelde-Mahlow
(Frau Hollstein ist leitende Verwaltungsangestellte und BB-Spitzenkandidatin im Kommunalwahlkampf 2014)

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One Response to Zu „Claus steigt aus“ (Maz vom 15./16. März 2014)

  1. Gerd Weinberger
    27. März 2014 at 13:35

    Für jeden Weinkenner liegt auf der Hand, mit welcher Sorte er es hier zu tun hat:
    Ein billiger Roter, ganz schwach im Abgang …

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