Ein soziales Leben ohne Spenden nicht möglich?

1. Mai 2014
Von

Neulich berichtete der Bürgermeister, dass die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow ohne Spenden nicht in der Lage ist, ihr soziales Leben aufrecht zu erhalten. Bei einer Liquidität von über 50.000.000 EUR (50 Millionen) habe ich das als Quatsch bezeichnet und dabei bleibe ich auch. Um es mal lax zu sagen, die Küche für den Verein Lebenshilfe, der eine hervorragende Arbeit leistet, hätte aus der „Portokasse“ abfallen müssen. Stattdessen lässt man sich diese sponsern, von einem Unternehmen, das zu diesem Zeitpunkt ausschließlich eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt hat …

Tatsache ist, eine Gemeindeverwaltung ist zu sparsamer und wirtschaftlicher Mittelverwendung verpflichtet. Ein Gemeindehaushalt ist also kein Selbstbedienungsladen, wenn es einer Kommune wirtschaftlich gut geht. Das Haushaltsrecht gestattet es allen Kommunen, Vereins-  und  Seniorenarbeit, Heimatpflege etc. adäquat zu unterstützen. Geht es einer Kommune gut, sind der Förderung kaum Grenzen gesetzt. Nur finanzschwache Gemeinden dürfen nur einen Teil der Ausgaben für freiwillige Leistungen – so nennt man diese Ausgaben – aufwenden.

Die Gemeinde leistet sich durchaus Freiwilliges: Bibliothek, Zuschüsse an die Musikschule oder Kulturvereine, Sportförderung etc. Woran es m. E. aber fehlt, ist die Förderung der Heimatpflege und des dörflichen Zusammenlebens. Man hat sich bewusst für die Beibehaltung des dörflichen Charakters entschieden. Allerdings ist im Dorfleben davon nicht viel zu merken.

Aus diesem Grund hatte das BB einen Antrag auf Erhöhung des Zuschusses für Heimatpflege etc. gestellt – der Mittel, die die Ortsbeiräte zur Verfügung haben, um Vereine zu unterstützen oder Veranstaltungen durchzuführen. Es wurde eine Verdopplung der Mittel um 13.000 auf 26.000 EUR beschlossen. Das entspricht 1 EUR pro Einwohner und reicht natürlich gerade in den kleineren Ortsteilen bei weitem nicht. Statt über eine weitere Förderung der Heimatpflege aber nachzudenken, wird diese Anhebung der Mittel durch die Mehrheitsfraktion nur müde belächelt. Ein Vergleich hierzu: in Zossen, einer Gemeinde, der es zwar gut, aber nicht so gut wie Blankenfelde-Mahlow geht, gab es den Richtwert 4 EUR pro Einwohner. In den kleineren Ortsteilen reichte das natürlich auch nicht und so hob man den Betrag auf einen Festwert von 3.500 EUR an.  Insgesamt haben die Ortsbeiräte hier fast 100.000 EUR zur Verfügung. Hiervon werden Dorffeste, Tanzveranstaltungen durchgeführt, die auch von Bürgern unserer Gemeinde mangels eigener Veranstaltungen gern besucht werden. Aber auch Vereine werden gefördert – und dies in durchaus ausreichendem Maße. Zusätzlich – also nicht über die Ortsbeiräte – erhalten noch große Vereine, wie Z. B. der Arbeitslosenverband TF, die AWO, die Kirche  u. ä.  insgesamt 20.000 EUR an Zuschüssen .Warum leisten wir uns so etwas nicht? Ehrenamt muss gefördert und unterstützt werden. Da reicht es nicht, wenn Einzelnen am Jahresende Blümchen und eine Dankeschön-Urkunde überreicht werden. Anerkennung des Ehrenamtes drückt sich auch in aktiver Unterstützung aus. Und hier hat die Gemeinde noch großen Nachholebedarf.

Auch Blankenfelde-Mahlow leistet sich viele freiwillige Leistungen: für den Bürgerhaushalt, Vereinsförderung, Musikschule, Sportvereine, Bibliothek, Kinder & Jugend etc. Insgesamt 2,7 Millionen EUR lt. Haushaltsplan. Nicht alles sind aber monetäre Leistungen. Allerdings scheint es, als dass die Heimatpflege und die Stärkung kleiner ortsteilansässiger Vereine etwas kurz kommen, denn es finden sich im Haushalt lediglich 25.900 EUR für Förderungen lt. Förderrichtlinie. Das entspricht, gemessen an den Zossener Zahlen rd. 1 EUR pro Einwohner. Es wäre schön, wenn in Zukunft die kleinen Vereine stärker gefördert und ihr Engagement mehr gefördert wird. Dies muss nicht an Zossen gemessen werden. Aber Dorffeste und Gemeinschaftsleben finden bei uns so gut wie nicht statt. Um zu sehen, was Vereinsförderung und Förderung der Heimatpflege bedeuten können, empfiehlt sich ein Besuch beim „Fest der Vereine“ am 10.05.2014 im Zossener Stadtpark. Es lohnt sich. Blankenfelde-Mahlow ist nicht Zossen, aber ein Blick in Nachbarkommunen schadet sicher nicht, um sich Anregungen zu holen, oder?

Andrea Hollstein
BB Blankenfelde-Mahlow

________________________________________________________________
Die Blankenfelderin A. Hollstein ist Kämmerin in der Stadtverwaltung Zossen und
Spitzenkandidatin des BürgerBündnisses B-M für die Kommunalwahl am 25.  Mai

Print Friendly, PDF & Email

Tags: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.