… und die nötige Dosis Amoral

22. Mai 2014
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Der gestrige Maz-Artikel „Abwahlantrag gegen Sonntag“ ist aufschlussreich. Tatsächlich kommt darin auch, der wegen vorübergehender Inkontingenz gehandicapte, Orwin Baier (Bürgermeister/SPD) zu Wort. Nach Ansicht des Statisten Baier geht es in der heutigen Gemeindevertreter-Sitzung nicht etwa darum, zu entscheiden, ob sein straffällig gewordenen Baudezernenten entlassen wird wegen der aktuell bekanntgewordener Fakten, sondern um die Frage, ob er „abgemahnt, versetzt oder(!) gekündigt wird.“ Eine öffentliche Diskussion dazu, so Baier, würde die Persönlichkeitsrechte von Sonntag verletzen.
Abgesehen davon, dass Baier die Persönlichkeitsrechte seiner Mitarbeiter in anderen Zusammenhängen nachweislich einen feuchten Kehricht interessiert haben. Der stellvertretende Bürgermeister ist eine öffentliche Person. Oder ist er das von dem Augenblick an nicht mehr, wo er kriminell geworden ist?
Da wird einer Verkäuferin fristlos gekündigt, weil sie ein paar Schrippen mit nach Hause genommen hat.
Und Baier(SPD) verteidigt seinen straffällig gewordenen Baudezernenten(SPD) mit Händen und Füßen? Möchte es gegebenenfalls bei einer Abmahnung oder Versetzung belassen. Gibt der Mann damit nicht öffentlich zu Protokoll: ich bin nicht mehr bei Sinnen?

Qualitative Wandlung
Anders Rechtsanwalt Dombert, der von Beginn an involviert war in das „Projektgeschäft Rathaus-Neubau“. Zwischen ihm und der Verwaltungsspitze unter Baier/Sonntag bestand seit vielen Jahren ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis. Grund genug also, seine erneute Mandatierung durch das Kommunalparlament, eingefädelt von Baier/Sonntag – anlässlich des Bekanntwerden staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen, u.a. gegen Baier/Sonntag selbst, als mehr wie grenz-wertig einzustufen.
Doch die Beschlussvorlage, die Dombert jetzt im Ergebnis der Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft dem Kommunalparlament vorlegt, hat eine neue Qualität. Hier wird deutlich, dass er nun einen anderen Auftraggeber(Landrätin) hat. Er begründet systematisch, um nicht zu sagen, excellent, Schritt für Schritt die Unumgänglichkeit einer Kündigung Sonntags. Auch, warum eine Abmahnung oder Versetzung von Baiers Stellvertreters nicht zur Debatte steht.

Zu großes Vertrauen schadet der Gesundheit
Der damals für die Ausschreibung verantwortliche Verwaltungsmitarbeiter hatte offenbar zunächst auch korrekt ausgeschrieben. War das der Grund dafür, das die CDU-Fraktions- und Finanzausschussvorsitzende, Regina Bomke (CDU),“entsetzt“ war? Berater Müller jedenfalls, dessen IfkBB sich wohlgemerkt selbst an der Ausschreibung beteiligt hat, änderte daraufhin die Ausschreibungsunterlagen.Was aus menschlicher Sicht irritiert, der betreffende Mitarbeiter, eigentlich immer gesund und munter, fällt plötzlich krankheitsbedingt aus. Zu allem Überfluss fand Bürgermeister Baier wenig später wohl eher zufällig heraus, dass dieser von seinem dienstlichen PC aus Privatarbeiten erledigte. So musste er ihn halt entlassen, ob er wollte oder nicht. Dafür ist dann Baudezernent Sonntag in die Bresche gesprungen und aktiv geworden in Sachen weiterer „Abstimmung“ der Ausschreibungsunterlagen mit Müller.

Sumpfiges Gelände
Hier tun sich Abgründe auf, sowohl in der moralischen, wie auch der rechtlichen Betrachtung, für diejenigen, die sich intensiver mit den zusammengetragenen Fakten auseinandersetzen. Im Grunde braucht es nicht viel, nur die nötige Dosis Amoral gepaart mit jahrelanger „Praxis“ und kreativer Verschlagenheit. Informationen zuteilen, zuschneiden oder vorenthalten – auch das ist ein Machtinstrument gegenüber dem gewählten Kommunalparlament. Und so sieht dann auch die Zukunft aus, die uns blühen könnte, wenn diese Herren hier weiter ihre Pirouetten drehen.
Es ist offenkundig, dass Baier nicht nur für diese Geschehnisse, sondern für das Scheitern des größten Bauvorhabens in der Geschichte der Großgemeinde insgesamt, die politische Verantwortung trägt.
Die entscheidende Frage ist eigentlich nur noch die nach dem Motiv. Welches Motiv hat ein Bürgermeister, seinen Stellvertreter, einen straffällig gewordenen, leitenden Verwaltungsmitarbeiter mit allen Mitteln zu schützen?
Zunächst jedoch wird sich in der morgigen Sitzung, anlässlich von Domberts Zuarbeit zeigen – ob die Gemeindevertreter Baiers kriminellen Baudezernenten erneut ein Wiegenlied singen oder den Marsch blasen.

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3 Responses to … und die nötige Dosis Amoral

  1. Magnus Muschiol
    22. Mai 2014 at 14:44

    LETZTE CHANCE

    Ich gönne jedem seine Chance, auch Ortwin Baier. Viele Optionen bleiben dem Mann aber nicht mehr. Das Domino-Prinzip sollte ihm geläufig sein. Er hat jetzt die Chance, Sonntag zu entlassen, und im Windschatten der allgemeinen Erleichterung seinen – gesundheitsbedingten – Rücktritt zu erklären. Auf diese Weise könnte es ihm gelingen, sein Gesicht zu wahren.

  2. W. Knake
    23. Mai 2014 at 10:00

    Herr Blunk, ich meine zu wissen,, daß man als Journalist seine Quellen nicht offenlegen muß, aber interessieren würde mich schon, woher sie ihr behauptetes, angebliches Wissen beziehen …
    Und: soweit ich weiß, hat Herr Baier keiner Mitarbeiterin gekündigt, weil Sie Schrippen mitgenommen hat und somit sehe ich auch keine Analogie zu Herrn S.

  3. schoechi
    23. Mai 2014 at 10:18

    manch ein normales menschenkind versteht auch das einmaleins nicht ,ohhhhhhhhhhhhhhhh wehhhhhhhhhhhhhhhhh
    schoechi

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