Berliner Desaster, Chancen für Leipzig/Halle?

Das Berliner Flughafen-Desaster bietet Chancen für den Flughafen Leipzig/Halle. Während ich bisher zurückhaltend war, Leipzig/Halle als Alternative für den Flughafen BER anzusehen, muss ich nun gestehen, dass es fast zwangsläufig auf diese Alternative hinausläuft.

Bei Tegel wird die landseitige Erschließung am Tage (beständigeStaus) dazu führen, dass die vorhandenen Nachtflugbeschränkungen beseitigt werden, ohne dass die Betroffenen einen adäquaten Lärmschutz erhalten. Müssen die Anwohner von Tegel nun Nachtfluglärm ertragen, weil die Strassen am Tage verstopft sind?
Schönefelhat zu kleine Abfertigungsanlagen, die dazu noch wenig attraktiv sind.

Beide Flughäfen operieren auf einem unterirdischen Service-Niveau. Wachstumssteigerungen am Berliner Luftverkehrsmarkt sind nicht mehr, oder nur in der Nacht, realisierbar. Berlin wird jetzt erleben, was man bei Eröffnung des Singlestandorts BER erlebt hätte. Nichts geht mehr! Jetzt rächt sich die alternativlos und unprofessionell betriebene Fehlerbeseitigung am Flughafen BER. Mögliche Entlastungsalternativen, wie z.B. Neuhardenberg oder Cottbus, wurden nicht in Erwägung gezogen und werden durch den Gemeinsamen Landesentwicklungsplan verhindert.

Gerade der Low-Cost-Verkehr und der Ferien-Flugverkehr, beide sehr stark in Berlin, sind in Engpass-Situationen verlagerungsanfällig. Das Problem ist die Verbindung von Berlin nach Leipzig. Mit dem Bus benötigt man etwa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Mit dem Zug- vom Flughafenbahnhof Berlin Südbahnhof bis zum Flughafenbahnhof Leipzig/Halle könnte eine Stunde Fahrtzeit, bei einer Nonstop-Fahrt, realisiert werden.

Hier käme es dann auf den Takt an. Mit einem 30-minütigen Takt – bei entsprechendem Aufkommen- kann eine attraktive Anbindung des Berliner Luftverkehrsmarkts über den Flughafen Leipzig/Halle erfolgen.

Kapazitäts-und attraktivitätssteigernde Maßnahmen am Flughafen Leipzig/Halle–Terminal und Flugbetriebsflächen-könnten dazu beitragen diese Verkehrssegmente, mit einem Aufkommen von 5 bis 8 Millionen Passagieren, von Berlin abzuziehen und dauerhaft in Leipzig/Halle zu etablieren.

Dieter Faulenbach daCosta

fdc Airport Consulting
Dipl.-Ing. Architect

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One Response to Berliner Desaster, Chancen für Leipzig/Halle?

  1. Gerrit Schrader
    9. Juni 2014 at 23:32

    Und was für eine Ironie, dass ausgerechnet der damalige Bahnchef Mehdorn genau das forderte. Nämlich auf den Bau des BER zu verzichten, Tegel offen zu lassen und Berlin an den Flughafen Leipzig-Schkeuditz anzubinden. Damaliger Anlass war der Ausbau der Strecke nach Leipzig für den ICE. Nach Mehdorn müsste man früher oder später den Flughafen in Leipzig sogar über eine Direktverbindung von Berlin anbinden. Denn derzeit muss man erst noch zum dortigen Hauptbahnhof mit dem ICE fahren, um dann mit der S-Bshn wieder ein Stück zum Flughafen zurück zu fahren.

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