„Hilfsbereitschaft“ – ein Kommentar zum Verhältnis Baier-Sonntag

12. Oktober 2014
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ܜber Ortwin Baier (SPD) wird dieser Tage viel geschrieben. Nicht nur hier auf diesem Blog. Da mag folgendes nur noch eine kleine Randnotiz sein, die aber doch zeigt, dass dieser Bürgermeister nicht einmal davor zurückschreckt, die ֖ffentlichkeit zu belügen.

Baier stellt sich gern als Verteidiger seines geschaßten Bauamtsleiters Jörg Sonntag dar. So ließ er nach dessen Rauswurf durch die Gemeindevertretung in der MAZ vom 23.05. wissen, dass er sich andere Konsequenzen für seinen Stellvertreter gewünscht hätte. €žIch bedaure sehr, dass die Gemeindevertreter das schärfste Schwert gezückt haben€œ, so Baier. Mit einer Abmahnung und Degradierung sei Sonntag schon gestraft genug gewesen. Er habe mit Sonntag€žimmer sehr vertrauensvoll zusammen gearbeitet€œ.

Ganz anders soll das aus dem Mund des Anwalts der Gemeinde geklungen haben. Der soll nämlich kürzlich in kleiner Runde vor Gemeindevertretern befragt worden sein, ob es keine andere Verwendungsmöglichkeit für Sonntag gab, so dass man ihn hätte weiter beschäftigen können, statt zu kündigen. Darauf hin soll der Anwalt zur ܜberraschung der Anwesenden geantwortet haben, dass Baier gerade keine andere Möglichkeit für Sonntag sah. Das habe ihm Baier sogar schriftlich mitgeteilt. Mehr noch, wenn Baier eine weitere Verwendung von Sonntag aufgezeigt hätte, dann hätte er sogar dessen Weiterbeschäftigung empfohlen.

Man kann über die Gründe eines Jörg Sonntag zur Manipulation der Vergabe des Rathausbaus nur spekulieren. Geld war es wohl nicht. Vielleicht wollte Sonntag nur helfen? Nämlich einem Bürgermeister, der sich 2011 zur Wiederwahl stellen musste. Da hätte ein Scheitern der Rathauspläne nämlich nicht ins Bild gepasst, schon gar nicht bei einem Bürgermeister, von dem es heiߟt, dass er sich gern als Macher aufspiele. Zum Dank für seine Unterstützung wurde Sonntag dann von Baier abserviert, in dem er keine weitere Verwendungsmöglichkeit mehr für ihn sah.
Das zumindest würde zu Baier passen, der seine moralische Verkommenheit beim Rausschmiss des WOBAB-Geschäftsführers oder im Fall Schmalenberger schon mehrfach unter Beweis stellte.
Wenn aber Sonntag „€œnur“ seine œHilfsbereitschaft€ zum Verhängnis wurde, dann wäre er nicht der alleinig Schuldige und dann muss auch Baier gehen.

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4 Responses to „Hilfsbereitschaft“ – ein Kommentar zum Verhältnis Baier-Sonntag

  1. Jörg Blunk
    14. Oktober 2014 at 10:19

    Man denkt immer zur Verkommenheit des Spezialdemokraten Baier ist alles gesagt -aber vorsichtig, schau´n wir mal, was noch kommt.
    Nur, das mit seinem Baudezernenten hab´ ich nicht ganz verstanden. Hat er nun die Vergabe des Rathauses manipuliert? Oder wußte er nicht, was er tut und wollte einfach nur „hilfsbereit“ sein. Oder von beidem ein bischen? Manipulieren, um hilfsbereit zu sein? Hilfsbereit sein, in dem man manipuliert?

    • Lotte Machiato
      14. Oktober 2014 at 15:37

      Oh doch, er wusste sehr genau, was er tat. Die Frage ist doch aber, was wussten die Anderen. Es gibt keine Anzeichen dafür, das Geld im Spiel war. Das kann man glauben oder auch nicht. Aber Müller, Lehnert, u.a. sollen sich so doof angestellt haben, dass die Staatsanwaltschaft auch Zahlungen über Konten ausfindig machen konnten. Das wird sie dann wohl auch bei Sonntag geprüft haben und hat nichts gefunden. Warum sollte Müller also hier cleverer vorgegangen sein? Deshalb stellt sich eben nach wie vor die Frage, was waren die Gründe von Sonntag mit Vorsatz gegen das Vergaberecht zu handeln. Es wird Zeit, dass Sonntag sein Schweigen bricht. Sein Anwalt hat sich nebulös schon heute so in der MAZ geäußert.

  2. Thomas Breidbach
    14. Oktober 2014 at 12:15

    Unabhängig davon was BM O.B. wann zu wem zur Causa Sonntag gesagt hat, hat Sonntag so eindeutig gegen Gesetze zum Ausschreibungsrecht verstoßen – die er genauestens kennen mußte – das ein Weiterbeschäftigung ein Hohn für jeden ehrlichen Mitarbeiter und die Bürger in der Gemeinde gewesen wäre. Was die Herren Sonntag und O.B. vielleicht „privat“ in der Sache und in der Motivation von Sonntag noch zu klären haben, ist mir ziemlich egal.
    Anscheinend versucht Sonntag ja seinen ehemaligen Job bei der Gemeinde wieder einzuklagen. Falls O.B. ihn da vor Gericht unterstützen sollte, handelt er gegen eindeutige Beschlüsse der Gemeindevertretung, also seines Vorgesetzten. Bin mal gespannt wie diese „Baier-bisher-alles-abnickenden“ Fraktionen von Linke/SPD/Grüne/CDU darauf reagieren.

    • Heike Saase
      14. Oktober 2014 at 12:52

      Hallo Thomas,

      Du bist wirklich gespannt, wie darauf reagiert wird? Also ich nicht. Es bleibt doch alles wie immer. Warum sollten sie ein bisher bewährtes Muster unterbrechen?
      Ich bin aber gespannt, wie sich die hauptberufliche Richterin der SPD Fraktion Frau Dietlind Biesterfeld, nun verhält. Als Richterin müsste sie doch eigentlich qualifiziert sein, ihre SPD Fraktion auf den richtigen Weg zu bringen.

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