Offener Brief an den ehemaligen Bauamtsleiter Jörg Sonntag

22. Oktober 2014
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Sehr geehrter Herr Sonntag,

Sie haben sich per MAZ vom 14.10.14 (“Millionenforderung an Jörg Sonntag”) über Ihren Rechtsbeistand an die Gemeindevertretung gewandt. Dazu will ich kurz antworten.

Sie müssen es mit sich selbst abmachen, ob es klug war, darauf hinweisen zu lassen, mit der Annahme des Strafbefehls „Druck von vielen aus der Verwaltung genommen“ zu haben. Das hinterlässt den Eindruck, Sie halten Informationen als Faustpfand zurück, um so Einfluss auf Entscheidungsträger der Gemeinde nehmen zu können. Man könnte das sogar als Nötigung auffassen, nach dem Motto, wenn ihr mich nicht weiter beschäftigt, dann packe ich aus.

Ihre Andeutung liefert mir aber auch eine mögliche Erklärung für das Verhalten des Bürgermeisters, der im Zusammenhang mit Ihrer Kündigung völlig außer Kontrolle geraten zu sein scheint.

So hatte der nach unserer Entscheidung vom 22.05.14 gegen ihre Weiterbeschäftigung erklärt, er “bedaure sehr, dass die Gemeindevertreter das schärfste Schwert gezückt haben” (“Jörg Sonntag muss gehen”). Damit handelte er nicht nur gegen den Beschluss, sondern fing sich auch eine Ermahnung vom Anwalt der Gemeinde ein, so etwas zu unterlassen.

Davon unbeeindruckt ist Herr Baier nun als “Wiederholungstäter” aufgetreten. Er soll trotz Krankschreibung und ohne Vorladung bei ihrem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht erschienen sein, um dort “als Privatperson” nochmals zu erklären, er könne sich Ihre Weiterbeschäftigung in der Gemeinde vorstellen.

Dagegen hatte der Bürgermeister noch im Frühjahr erklärt, dass es für Sie keine andere Verwendung in der Gemeinde gäbe. Die Folge davon war ihre Kündigung.

Nach dem Sie sich selbst nur als “Bauernopfer” sehen, braucht es nicht viel Fantasie, um das widersprüchliche Auftreten von Herrn Baier zu verstehen. Aber spätestens bei der Verhandlung der Kündigungsschutzklage vor Gericht wird dessen ganze Erbärmlichkeit offensichtlich, wenn nämlich der Anwalt der Gemeinde die Erklärung Baiers vorlegt, dass man Sie nicht weiter beschäftigen könne.

Gerrit Schader, BVBB WG

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