„Ich kann nur noch Schrecken verbreiten“ – Bildung aus NRW

18. Juni 2015
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Ein Kommentar

Der Wahl-Brandenburger Günter Jauch kann manchmal entwaffnend sarkastisch sein. Es war wohl Fassungslosigkeit, die ihn befiel, als eine Studentin in seiner „Wer wird Millionär“-Show am 15.Juni eine alberne Frage vom Schwierigkeitsgrad „Wie lange dauerte der 30jährige Krieg?“ trotz seiner Hilfestellung falsch beantwortete.
Die junge Frau aus Nordrhein-Westfalen fragte Jauch, als er wissen wollte, ob sie ihrer Antwort wirklich sicher sei, ob er ihr Angst machen wolle. Darauf Jauch: „Nein, ich kann nur noch Schrecken verbreiten“.

Das nahm Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart zum Anlass, auf den katastrophalen Zustand des Bildungswesens in Deutschland, insbesondere in NRW, das in allen PISA-Vergleichen zu den Schlusslichtern gehörte, hinzuweisen. Wörtlich sagte er, wenn sich die Politik einen Rest an Schmerzempfindlichkeit bewahrt habe, müsse der Landtag in Düsseldorf zu einer Krisensitzung zusammentreten.

Interessanterweise ist das Brandenburger Bildungsministerium an fast allen wichtigen Stellen mit Beamten aus NRW usurpiert. Versager aus der dritten Reihe, die dank der Dummheit und Günstlingswirtschaft der Brandenburger SPD nach der Wende an die Fleischtöpfe kamen. Sie haben den Brandenburgern vermittelt, was sie unter Bildung verstehen. Das Ergebnis haben wir heute in Gestalt von Schulabgängern, die ausbildungsunfähig sind oder große Schwierigkeiten an den Unis haben. Besonders die Grundschulen wurden auf ein Niveau gebracht, das ein Mittelding zwischen Förderschule und Kindergarten darstellt. Im Verein mit den Schulbuchverlagen wurden Rahmenlehrpläne entwickelt und Schulbücher zugelassen, die verdummen, anstatt eine sinnvolle Lernarbeit zu ermöglichen.

Tu-Wort statt Verb, Begleiter statt Artikel, wer-Fall statt Nominativ. Nicht nur Dummdeutsch wurde verordnet, in Mathe hörte ich neulich eine Lehrerin von „untereinander Schreiben“ reden. Sie meinte schriftlich multiplizieren.

Die Kompetenzlosigkeit des Ministeriums setzt sich bei den Schulämtern fort. Sie sind überwiegend nicht nach fachlicher Eignung, sondern nach Parteibuch besetzt. Das ganze endet an den Schulen, wo nach den neuen Lehrplänen ausgebildete Lehrer bereits einfachste Zusammenhänge nicht mehr vermitteln können. Nebenbei hält sich das Ministerium noch ein teures Institut von Ja-Sagern und nützlichen Schwachmaten, genannt LISUM, welches die absurdesten politischen Ideen pseudowissenschaftlich untermauern soll.

Wenn sie nicht wollen, dass weitere Generationen von Schülern um ihre Chancen gebracht werden, müssen die Brandenburger handeln. Es muss Druck auf die Politiker ausgeübt werden. Fragwürdige Entscheidungen der Schulämter dürfen nicht mehr hingenommen werden. Irgendwie müssen wir es schaffen, diese Witzfiguren aus NRW samt der halbgebildeten SPD-Politkasper im Bildungsministerium aus dem Amt zu jagen. Sie sollen sich ihrer Verantwortung stellen. Nur wie? Schlicht in der Havel ersäufen wäre einer humanistischen Gesellschaft unangemessen, außerdem ist es verboten. Die schlimmste Strafe wäre wohl, sie als Lehrer an eine Gesamtschule in Duisburg-Rheinhausen zu entsorgen.

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4 Responses to „Ich kann nur noch Schrecken verbreiten“ – Bildung aus NRW

  1. Christina Taube
    19. Juni 2015 at 08:06

    Problem sehr gut erkannt. Leider bleiben unsere Kinder den Schwachmaten ausgeliefert. Weiter so, Herr Muschiol.

  2. Peter
    19. Juni 2015 at 16:51

    Allein der Aufhänger der Geschichte ist natürlich Quatsch, möchte mich im Rampenlicht nicht davon freisprechen, auch so eine Schwachsinnsfrage zu verkacken…(sorry), das war ja kein klassisches Wissen….

  3. Magnus Muschiol
    12. Juni 2020 at 09:16

    Liebe Leser des Klaerwerk-Blogs, meine Kinder stehen heute (2020) wieder vor einigen schulischen Herausforderungen. Ein Anlass, mir einen meiner alten Kommentare zum Thema Schule in Brandenburg anzusehen. Leider muss ich feststellen, dass er an Aktualität nichts verloren hat. Im Gegenteil.
    Für eine Formulierung möchte ich mich allerdings entschuldigen: Die NRW-SPD hat uns damals nicht ihre Versager aus der 3. Reihe in die Ministerien geschickt! Betrachtet man im Vergleich das Duo Esken/Borian, dann waren es anscheinend ihre besten Leute.

  4. Pfiffig
    21. Juni 2020 at 14:21

    Kurzer Hinweis : Esken / Borjans sind nichts weiter als Rohrkrepierer. Doch wer hat diese Rohrkrepierer als ihre obersten Vertreter gewählt? Diese beiden Personen reihen sich erfolgreich ein in solche Versager wie den Bundesfinanzminister, Herrn Scholz (ein Jurist, der nicht die Bohne Ahnung von Finanzen hat) und viele weiter Nieten aus der SPD. Bei CDU/CSU, FDP, Linken und Grünen sieht es nicht besser aus. Wenn ich nur an solche Namen wie Frau von der Leyden (eine Kriminelle?), Herrn Altmaier, Herrn Lindner, Frau Göring – Eckardt, Herrn Hofreiter, Frau Baerbock, die Herren Laschet und Kauder, die Frau Kipping, den Herrn Oppermann u.s.w. u.s.w. denke, dann graut es mir. Hat denn Deutschland keine vernünftigen, sachlichen, fachlich hervorragenden Leute, um aus Deutschland ein fortschrittliches und modernes Land zu machen? Sind wir denn nach wir vor auf solche peinlichen Politikter aus den Reihen der CDU / CSU, SPD, FDP, der Linken und Grünen angewiesen, die nur auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind? Denen das deutsche Volk doch längst egal ist.

    Warum geht keiner deshalb auf die Straßen ? Sind die Menschen in Deutschland zu satt oder haben sie jegliche Lust an fortschrittlichen Veränderungen – an knallharten Föderalismusreformen – verloren? Dazu bedarf es keiner Veränderung der Gesellschaftsordnung, sondern nur knallharter Föderalismusreformen, die diesen Namen auch verdient haben. So zum Beispiel bei der Kontrolle der Steuergelder (Zerschlagung der Rechnungshöfe), des Bildungswesens (ein einheitliches Bildungswesen), der Steuerfahndung (Bildung der Zentralen Steuerfahndung der BRD), um nur einige zu nennen. So würde / könnte ein fortschrittliches, modernes Deutschland aussehen. Doch weshalb ist das nicht gewollt? Machen sie sich selbst Gedanken darüber!

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