Volksbegehren gegen 3. Piste: Ein Volksbegehren für Konzentration des Fluglärms und Erhalt des Standortes.

10. August 2015
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Wir, NA, sagen es vorab: Wer die folgende Analyse zum Anlass nimmt, NA zu unterstellen mit dieser Analyse dem Standort das Wort zu reden, ist nicht nur dumm sondern auch böswillig. Mit der Analyse soll der angezettelte Unfug belegt werden, nicht mehr und nicht weniger.

Volksbegehren gegen 3. Piste ist sinnlos
Mit dem neuen Volksbegehren gegen eine 3. Piste am BER, falls er in Betrieb geht, haben mehr oder weniger ahnungslose Bürgerinitiativen als Hilfstruppen nicht so ahnungsloser Bürgermeister und Gemeindevertreter von SPD, CDU, Grüne und Linke die nächste sinnlose Aktion gestartet. Durch Sammeln von 100 000 Unterschriften Brandenburger Bürger wollen sie sich und den Betroffenen weiß machen, dass nur 2 Pisten der wahre Segen gegen Fluglärm durch Beschränkung der BER Kapazitäten sei. Die Bürgerinitiativen dokumentieren wieder, dass sie bisher nichts gelernt haben: denn regelmäßig werden solche Aktionen durch Woidke (SPD) und seine Helferhelfer in SPD, Linke und CDU mit Ablehnung der Forderungen der Bürger verhöhnt. Dies wird auch das Ergebnis der erneuten Unterschriftenhuberei sein, wenn im Februar 2016 die Unterschriften in den politischen Papierkorb wandern.

Offensichtlich wurden die Bürgerinitiativen für das aktuelle Volksbegehren, die Beschränkung des BER auf 2 Pisten, auf die Nudel geschoben. Aus allen Niederlagen, dem Frust der Betroffenen, wurde nichts gelernt. Sie nehmen nicht zur Kenntnis, dass die Gemeindevertretungen aus SPD, CDU, Linke; Grüne, nur das Abbild ihrer Vorarbeiter in Berlin und Potsdam sind. Sie sind die wahren Initiatoren dieser neuen Stufe von „Bürgerver….e“. Diese Initiatoren haben in Wahrheit nie gegen die Ursache des Fluglärms, den falschen Standort, gekämpft. Es ging nicht um eine lebenswerte Gemeinde und den Schutz vor Fluglärm, sondern um die Rettung des Standortes Schönefeld durch Tabuisierung. Für dieses Ziel werden sie weiter heucheln, sie seien gegen Fluglärm, während sie in Wahrheit dafür sind. Um diese ihre unverbrüchliche Treue zum Standort zu vertuschen, befassen sie ihre Bürger, naive Bürgerinitiativen, mit „Nebenproblemen“, die den Standort nicht gefährden sondern zementieren.. Nachdem die ersten Nebenprobleme wie Flugrouten und Nachtflugbeschränkungen nichts mehr bringen, ist nun die Zahl der Pisten als neue Befassung ins Leben gerufen.

Der parteipolitische Rock sitzt den Initiatoren, wie ausreichend bewiesen, näher als da Hemd ihrer Bürger. Darum verfolgen sie nun das Ziel für die Gemeinden des Tagschutzgebietes (u.a. Selchow, Glasow, Blankenfelde/Mahlow mit Waldblick, Diederdorf, im Westen, Bohnsdorf, Schulzendorf, Schmöckwitz, Waltersdorf, Eichwalde. Gosen und Müggelheim im Osten) 19 Stunden täglich, beginnend mit über 300 000 Flugbewegungen/Jahr, in schon 10 Jahren mit bis zu 500 000 Flugbewegungen/Jahr ohne Lärmpausen, ohne Lärmentlastungen, über Generationen den Fluglärm aus dieser geballten Ladung an Flugbewegungen sicher zu stellen. Da verschweigen und vertuschen sie, welche Folgen die Fluglärmkonzentration hat. Die Folgen sind Erkrankungen Tausender, auch Kinder, die wissenschaftlich bestätigt sind und nicht bestritten werden können. Dazu die völlige Zerstörung der Lebensqualität, weil der Aufenthalt in den Außenbereichen der ehemaligen Gartenstädte und Erholungsregionen bei Lärm zwischen 50 und 85 dBA nichts anderes bedeutet, als Leben in einer Risikozone, die krank macht. Kein verantwortlicher Wissenschaftler hält es für möglich, dass Menschen permanent unter solchem Lärmterror leben können.

Wenn schon der Standort als Quelle mit politischer Brutalität verteidigt wird, dann muss im Kern des Fluglärms großflächig umgesiedelt werden. Diese Erkenntnis hatte ausgerechnet die Gemeindevertretung von Blankenfelde schon 2001 und damals unter Bürgermeister Habermann einen entsprechenden Beschluss gefasst. Heute ist diese Gemeindevertretung der Hauptsponsor für die Fluglärmkonzentration auf ihrem Gemeindegebiet.

Wieder eine Aktion die die Politik nicht beeindrucken wird
Die angegebenen Gründe, von Sch(m)utzgemeinschaft Umlandgemeinden und dem Rest der Bürgerinitiativen, die gesponsert von der Schutzgemeinschaft mit Unterstützung von 250 000 EURO Steuergeldern der Gemeinde Blankenfelde/Mahlow, die der Aktion den Drive geben sollen, werden die Politik nicht daran hindern, eine 3. Piste zu bauen, wenn sie es für nötig hält. Da kann eine beauftragte Werbeagentur, für dickes Honorar, so viel Bierdeckel bedrucken und Plakate kleben wie die 250 000 EURO hergeben. Damit wird noch nicht einmal darüber informiert, dass der Fluglärm, konzentriert auf 2 Pisten nicht menschlicher, sondern im Gegenteil unmenschlicher wird. Das Ziel, mit nur zwei Pisten den BER klein zu halten, um so weniger Fluglärm zu bekommen, seine Kapazität auf 360 000 Flugbewegungen zu beschränken, ist genau so neben der Realität, wie der Versuch, Fluglärm mit Flugrouten oder Flugverboten in der Nacht bekämpfen zu wollen.

Die verlogene Propaganda von leiseren Flugzeugen, Anflugverfahren, die von Lärm entlasten, gehört in die Kategorie des „Ver…hen“ der Fluglärmbetroffenen und der Öffentlichkeit. Mit dieser verlogenen Propaganda wird die Illusion verbreitet, nach der mit einem BER, beschränkt auf 360 000 Flugbewegungen/Jahr, das Leben in der Fluglärmregion noch lebenswert sei. Dass mit 2 Pisten, unter bestimmten Bedingungen, auch 500 000 Flugbewegungen möglich sind, diese Flugbewegungen auch rechtlich von der Flughafengesellschaft (FBB) und den Politikern in Brandenburg und Berlin durchgesetzt würden, verdrängen die Initiatoren gegen die 3, Piste. Sie bedenken eben nicht, oder haben immer noch nicht gelernt, dass Folgen aus Fluglärm für die Verfassungsfeinde in den Parlamenten von Brandenburg und Berlin, den Parteien SPD, CDU, Linke, Grüne und den Landesregierungen, keine Rolle spielen.

Der Schutz des Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit, die verpflichtende Abwendung von Schaden auch vom Steuerzahler, ist in Berlin und Brandenburg nicht Gegenstand politischer Verantwortung. Ihnen geht es um einen BER, der nicht genug Flugbetrieb haben kann. Ihnen geht es nicht um die katastrophalen Folgen für die betroffenen Menschen, sondern um einen sehnlichst herbeischwadronierten Profit für eine Flughafengesellschaft, die Jahr für Jahr mit Steuergeldern vor der Pleite gerettet wird. Es geht um Machtpolitik, die rücksichtlos durchgesetzt wird. Da sind Volksbegehren allenfalls lästig wie Fliegen. Wichtig ist, Bürgern und Bürgerinitiativen wird der Sachverstand ausgeschaltet. Sie wollen und dürfen nicht sachkundig sein, weil sie so leichter manipuliert werden können.

Nur eine 3. Piste entlastet von Fluglärm
Es ist so einfach wie simpel, anhand der Flugbewegungen, ausgehend von 2 oder 3 Pisten nachzuweisen, dass nur über die Belegung der Pisten mit Flugbewegungen auch die Intensität von Fluglärm verringert werden kann. Logisch ist dabei, dass die Fluglärmkonzentration bei 2 Pisten größer ist als bei 3 Pisten. Wie dezentralisiert der Fluglärm auch bei Nutzung nur 1 Piste von 2 Pisten ist, erleben jetzt die Bewohner des Tagschutzgebietes sowohl der Nord- als auch der Südbahn in Schönefeld. Die noch bis Oktober laufende Renovierung der bis April 2015 genutzten Nordpiste am Flughafen Schönefeld (SXF) entlastet den gesamten Norden von Fluglärm, eben weil auf der Nordpiste temporär bis Oktober nicht geflogen wird. Da gibt es Fluglärm nicht mehr, weil die Nordpiste nicht beflogen wird. Dafür ist der Fluglärm auf den Süden des Tagschutzgebietes konzentriert, weil der Flugbetrieb der Nordpiste auf die Südpiste verlagert ist.

Für Ungläubige, Ignoranten, ahnungslos Unwissende oder Vertuscher der Wahrheit hier zum Nachrechnen der Auswirkungen der Belegung von Pisten mit Flugbewegungen bzw. der wechselnden Nutzung der Pisten mit Flugbewegungen einige Zahlen:

Bei

  • 350 000 Flugbewegungen/Jahr gibt es 958,90 Flugbewegungen in 24 Stunden (350 000:365).Gerechnet für die Betriebszeit am BER von 19 Stunden/Tag gibt es 50,46/h Flugbewegungen auf 1 Piste (958,90:19)Gerechnet die Flugbewegungen auf 2 Pisten in 19 Stunden/Tag gibt es 25,23 Flugbewegungen/h je Piste (50,46:2)Gerechnet die Flugbewegungen auf 3 Pisten in 19 Stunden gibt es 16,82 Flugbewegungen/h auf jeder Piste (50,46:3)Netto-Fluglärmentlastung/h für die Region unter jeder der 3 Pisten = ca. 8 Flugbewegungen.

    Bei wechselnder temporärer Nutzung, z. B., 2 Pisten ist die Netto – Fluglärmentlastung der Region unter der nicht beflogenen Piste = 100%

Bei

  • 400 000 Flugbewegungen/Jahr gibt es 1095,89 Flugbewegungen in 24 Stunden (400 000:365)Gerechnet für die Betriebszeit am BER für 19 Stunden/Tag gibt es 57,67h Flugbewegungen auf 1 Piste (1095,89:19)Gerechnet die Flugbewegungen auf 2 Pisten in 19 Stunden/Tag gibt es 28,83 Flugbewegungen/h je Piste (57,67:2)Gerechnet die Flugbewegungen in 19 Stunden/Tag bei 3 Pisten gibt es 19,20 Flugbewegungen/h auf jeder Piste (57,67:3)Netto–Fluglärmentlastung/h für die Region unter jeder der 3 Pisten = ca. 10 Flugbewegungen

    Bei wechselnder temporärer Nutzung, z. B., von 2 Pisten ist die Netto–Fluglärmentlastung der Region unter nicht beflogener Piste = 100%

Bei

  • 450 000 Flugbewegungen/Jahr gibt es 1232,87 Flugbewegungen in 24 Stunden (450 000:365)Gerechnet für die Betriebszeit am BER von 19 Stunden/Tag gibt es 64,88/h Flugbewegungen auf 1 Piste (1232,87:19)Gerechnet die Flugbewegungen auf 2 Pisten in 19 Stunden/Tag gibt es 32,44 Flugbewegungen/h je Piste (64,88:2)Gerechnet die Flugbewegungen in 19 Stunden/Tag bei 3 Pisten gibt es 21,62 Flugbewegungen/h auf jeder Piste (64,88:3)Netto–Fluglärmentlastung/h für die Region unter jeder der 3 Pisten = ca. 11 Flugbewegungen

    Bei wechselnder temporärer Nutzung, z. B., von 2 Pisten ist die Netto – Fluglärmentlastung der Region unter der nicht beflogener Piste = 100%

Bei

  • 500 000 Flugbewegungen/Jahr gibt es 1369,86 Flugbewegungen in 24 Stunden (500 000:365)Gerechnet für die Betriebszeit am BER von 19 Stunden/Tag gibt es 72,09/Flugbewegungen auf 1 Piste (1369,86:19)Gerechnet die Flugbewegungen auf 2 Pisten in 19 Stunden/Tag gibt es 36 Flugbewegungen/h auf jeder Piste (72.09:2)Gerechnet die Flugbewegungen in 19 Stunden/Tag bei 3 Pisten gibt es 24.03 Flugbewegungen/h auf jeder Piste.Netto–Fluglärmentlastung/h für die Region unter jeder der 3 Pisten = ca 12 Flugbewegungen

    Bei wechselnder temporärer Nutzung, z. B. von 2 Pisten ist die Netto–Fluglärmentlastung der Region unter der nichtbeflogener Piste =100%

FAZIT:

Gleich ob bei 350 000 oder 500 000 Flugbewegungen/Jahr, gibt es nur bei 3 Pisten, durch Organisation der An– Abflugnutzung, eine Fluglärmentlastung die auf Nutzungsstunden oder Nutzungszeiten der täglichen Betriebszeit möglich ist. Die Entlastungen, je nach Zahl der Nutzung, betragen zwischen 8 und 12 Überflüge/Stunde je Piste oder bei zeitlichem Aussetzen bis zu 100% für die Zeit der Nichtnutzung der Piste. Wer das bestreitet muss den Gegenbeweis antreten und Lärmentlastungen im 2 Pistenbetrieb nachweisen die die Zahl der Überflüge leisten müssen, die der Berechnung zu Grunde liegen.

Wer den Fluglärm mindern will, muss sich für den Bau von 3 Pisten positionieren, die zeitlich wechselseitig genutzt werden. Wer, wie nun Bürgerinitiativen und Schutzgemeinschaft für 2 Pisten kämpft, das Volksbegehren anzettelt, der will nicht nur den Fluglärm auf die Region konzentrieren, die dann die Region der Bundesrepublik ist, die am härtesten vom Fluglärm betroffen ist. Gleichzeitig erfreut diese Initiative Woidke (SPD), Müller (SPD) und ihre politischen Nickaffen in den Parlamenten Berlin und Brandenburg. Sie sparen hunderte Millionen für den Bau einer 3. Piste und können mit Fug und Recht behaupten, dass der Standort auch gesichert ist, weil in einigen Jahren auf nur 2 Pisten 500 000 Flügen zu gestimmt wurde. Da darf man staunen, wie durch solche Zustimmungen die „Verar…“ ausgerechnet von denen organisiert wurde, die nur 2 Pisten wollten, aber nichts gegen den Standort unternommen haben.

Die Aktion 100 000 Unterschriften für ein Volksbegehren ist ein Schuss in den Ofen.

 

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5 Responses to Volksbegehren gegen 3. Piste: Ein Volksbegehren für Konzentration des Fluglärms und Erhalt des Standortes.

  1. 11. August 2015 at 11:56

    Es bleibt unklar, ob die drei Pisten wechselseitig oder gleichzeitig bei voller Auslastung genutzt wird. Man kann dem Flughafen überhaupt nicht mehr trauen, deshalb unterschreibe auch ich gegen die dritte Piste!

  2. Ferdi Breidbach
    11. August 2015 at 17:25

    Ohne,
    richtig, dem Flughafen kann man nicht mehr trauen. Ebenso richtig ist aber auch, dass das Volksbegehren gegen die 3. Piste auch nicht gerade glaubwürdig ist. Bewiesen ist, dass die Lärmkonzentration auf 2 Pisten für Blankenfelde/Mahlow eine Katastrophe ist. Lesen sie die Beweisführung auf der Web: http://www.ber-na.de. Da finden Sie unter:
    KomLärm3.Piste020815
    „Volksbegehren gegen 3. Piste ist Volksbegehren für Konzentration des Fluglärms und Erhalt des Standortes.“, Argumente die Ihnen selbst bei Mißtrauen gegen den Flughafen die geplante Unterschrift nicht gerade logisch machen.

  3. Fechner
    11. August 2015 at 18:09

    Zitat: „Da gibt es Fluglärm nicht mehr, weil die Nordpiste nicht beflogen wird.“
    Nur weil kein Flugzeug auf der Nordbahn abhebt, ist der Fluglärm doch nicht verschwunden. Je nach Windrichtung kommen hier im Mahlower Zentrum die Startgeräusche von der Südbahn lauter an, als es bei Nutzung der Nordbahn der Fall ist.

    • Walkow
      11. August 2015 at 21:05

      Stimmt

      • Ferdi Breidbach
        12. August 2015 at 10:15

        Bitte richtig lesen und dabei erfahren, dass auch eine Pistennutzungsstrategie nie vom Fluglärm befreit. Es geht um regionale, temporäre Reduktion von Fluglärm. Diese ist nur möglich durch Entlastung der Flüge auf einer Piste. Diese Entlastung hat aber dann den höchsten Effekt, wenn die An- und Abflüge auf 3 anstatt auf 2 Pisten verteilt werden.Am elegantesten, wenn zeitlich nur 2 Pisten beflogen werden. Darum ist für Mahlow Blankenfelde die Forderung auf Verzicht einer 3 Piste ein tolles Selbsttor, aber im Interesse des Standortes. Freuen werden sich aber der Berliner Süden und Potsdam. Sie wollen bekanntlich die Lärmkonzentration auuf BlankenfeldeMahlow. Wenn, was diese St. Floriansjünger, immer gewollt haben, der Fluglärm über ihren Dächern nicht durch eine Flugroutenregeöleung entfällt, dann aber über nur 2 Pisten.

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