Großflughafen Sperenberg kommt – der BER wird sanft entschlafen oder krachend zusammen gefaltet

25. September 2015
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Die Ouvertüre

Allen Realitätsverweigerern, insbesondere den BER Parteien in Berlin, Brandenburg und Bund, die glaubten mit machpolitischen Mitteln ihre Standortfehlentscheidung Schönefeld unter Aufgabe von Grundrechten und Schutzrechten Fluglärmbetroffener durchsetzen zu müssen, droht ihr Waterloo. Das Waterloo liegt ursächlich in der Unfähigkeit auf allen Ebenen, angefangen von Planung, Planumsetzung, über gigantischer Baukostensteigerung und Schuldenfinanzierung in Milliardengrößenordnung bis hin zum Totalversagen. Der BER soll 2017 als „non plus ultra“ eines Großflughafens, mit Anspruch auf Moderne und Zukunft, als Gewinnbringer, alle Skeptiker bloß stellen. Dabei kann weder die Politik noch die Flughafengesellschaft bis heute sagen, ob eine Inbetriebnahme 2017 (6 Jahre nach der geplanten Eröffnung) tatsächlich das letzte Wort ist und wie die Probleme der Terminal– und Verkehrsanbindungsfehlplanung gelöst werden sollen.

Fast tragisch werden dann auch die Realitätsverweigerer in Bürgerinitiativen ihr Waterloo erleben. Irrwitzig haben starrsinnige Politiker aus allen Parteien jahrelang Bürgerinitiativen an ihrer Seite gehabt, die wie sie, davon überzeugt waren, dass der BER in Betrieb geht und die übrig geblieben Standortgegner, Befürworter einer Neuplanung am Standort Sperenberg, von ihnen kollektiv als Illusionisten abgestempelt und verschrien wurden. Von der Politik und BER Protagonisten auf die Nudel geschoben, machten sie sich selber vor, mit Maßnahmen, abgeschaut beim Hl. St. Florian, von den Betriebsfolgen des BER, u.a. dem Fluglärm, verschont zu bleiben. Sie wollten den BER am Standort ebenso sichern, wie die Parteien. Dabei war egal, wer an ihrer Stelle die Folgen zu tragen hatte. An diesem Ziel, Standort „Ja“, aber Fluglärm anderswo, haben sich die Bürgerinitiativen auseinanderdividiert.

Der „Bürgerverein Brandenburg Berlin e. V. (BVBB)“ der bis 2012 feste Bastion für einen Neubau am Standort Sperenberg war, hat sich unter neuer Führung in der Standortfrage weichgespült, um bei den Fluglärmgegner-BIs aus der Schmuddelecke zu kommen, steht heute vor einem Waterloo. Krampfhaft versucht sein Vorstand, ohne Erfahrung aus der Historie und ohne ausreichende Sachkompetenz, auf den Zug aufzuspringen, der unzweideutig nach Sperenberg fährt.
Warum und wie können die „BVBB – Granden“ im der vom BVBB veröffentlichten, von ehemaligen BVBB Vorsitzenden, Ferdi Breidbach, erarbeiteten und qualitätsgesicherten Projektstudie „Zentralflughafen für Deutschland“ http://www.ber-na.de/Aktuelles/NNK/index.html nachlesen.

Die Gründe

Seit 2006 (Urteil Bundesverwaltungsgericht) leben die Realitätsverweigerer mit dem Anspruch: Uns kann Niemand. Wir haben ein Projekt in Arbeit, das „modernster Großflughafen in Europa“ heißt und architektonisch „eine Kathedrale des 21. Jahrhunderts“ wird. Natürlich auch ein Job–Wunder, der Leuchtturm für die wirtschaftliche Entwicklung von Berlin und Brandenburg, weil der „ideale stadtnahe Standort“ diese Entwicklung beflügelt und als Gewinnbringer einen Beitrag für die Länderhaushalte Berlins und Brandenburgs ist. Auf weitere Propagandamerkmale der Superlative muss nicht mehr hingewiesen werden. Mit dem dritten gescheiterten Termin der Inbetriebnahme (2013) ist die schöne heile BER Welt zusammengebrochen wie ein Kartenhaus. Allerdings hat dieser Zusammenbruch, dass Desaster, weder in der Politik noch in den meisten Bürgerinitiativen zum Realitätsgewinn beigetragen. Die Fortsetzung des Realitätsverlustes wird begleitet von einer Beratungsresistenz die zur sofortigen Ablösung aller Realitätsverweigerer führen hätte müssen, wenn nicht die Politik, ihre SPD Granden, CDU Nachläufer und Linke–Wendehälse sich weiterhin an Posten und Unfähigkeit klammern würden.

Jetzt das Waterloo

Blind für die Auswirkungen der Fehlplanung zu einem zu kleinen und zu teuren Terminal, zu einer Schienenanbindung, die nie die propagierte Leistungsfähigkeit eines Modalsplits von 60% Schiene/ÖPNV, das heißt ein Transportvolumen per Shuttle von bis zu 30 Mio. BER Nutzer geschafft hätte, wurde so getan, als gäbe es das Problem nicht. Selbst als die DB warnend „durchsickern“ ließ dass die Verbindung Hauptbahnhof via Dresdener Bahnstrecke zum BER schon heute sichtbar unter Verstopfung leidet, eine mögliche Inbetriebnahme nicht vor 2024 erfolgen wird, hatten die Realitätsverweigerer keine Antwort.
Ähnlich schlimm ein weiterer Flaschenhals 1. Ordnung: die Straßen–Autobahnanbindung an den BER. Die Hauptanbindung war noch nicht fertig, da war Verkehrsfachleuten schon klar, dass in den Hauptnutzungszeiten für die Anfahrt an den BER Verstopfungen erwartet werden müssen, die sich auch als Infarkt (Beeinträchtigung des regionalen Straßensystems) auswirken wird. Auch diese Tatsache wurde vertuscht, Element einer Schweigespirale um die Bevölkerung dumm zu halten.

Zum zu kleinen Terminal hat NA auf dieser Web schon alle Einzelheiten öffentlich gemacht. (Siehe zuletzt KomBERTrauma240815 „Das wirkliche Problem: BER wird ein Fluchhafen mit unterirdischem Service und ohne Zukunft“.) Wer glaubt, auch auf diese nicht korrigierbare Fehlplanung eine Antwort zu bekommen, die ihre Korrektur als fachlich vertretbar beschreibt, irrt. Statt dessen Gerede über Ausbau und Weiterbetrieb von Schönefeld–Alt (SXF), Anbauten und Verlängerung der Piers, Bau eines weiteren Terminals 400 m südlich des bestehenden Terminals mit sicherheitskritischer Tunnelverbindung der Terminals. Ganz geheim auch noch der Weiterbetrieb von Tegel TXL). Es geht nur um Verschlimmbesserungen der Fehlplanung, nicht aber um eine Problemlösung, die das großkotzige Ziel eines Drehkreuz-Airports mit einer Kapazität von 50 Mio. Passagier/Jahr sicherstellen soll.

Flughafeninsider Dipl.-Ing. Faulenbach da Costa hat in seiner Pressemeldung vom 05.06 2014 das bis dahin aufgelaufene Desaster kurz und verletzend wie folgt beschrieben:
…“Seit über zwei Jahren herrscht auf „Deutschlands größter Baustelle mit dem modernsten Flughafen Europas“ Stillstand und ein Ende ist nicht absehbar. Man hat Fehler gezählt, Planer gefeuert und geheuert, Experten ohne Expertise geholt, einen Endlossprint gestartet, vorangekommen ist man nicht.
Man mag eine funktionierende Entrauchungsanlage erhalten, einen funktionalen Flughafen wird es nicht geben. Die Verantwortlichen treten entschlossen auf der Stelle.
Der Luftverkehr in Berlin wächst und wächst und die Flughafenanlagen des BER werden immer kleiner. Wer den Satelliten als Problemlösung propagiert wird nur weitere Millionen verpulvern; mehr Kapazität gibt es damit nicht. Warteflächen hat der BER schon genug. Es fehlen Abfertigungsanlagen; der Satellit ist Wartefläche pur.
Die Gesellschafter setzen alternativlos auf den Erfolg der bisherigen Versager. Statt mit alternativen Szenarien Auffangpositionen zu entwickeln, wird der Kollaps kraftvoll angesteuert.
So wird ein anspruchsvolles Projekt von überforderten Planern, konzeptionslosen Auftraggebern und stolzen Politikern gegen die Wand gefahren. Das Ergebnis wird nicht nur die öffentlichen Kassen belasten, sondern auch den Luftverkehrsstandort Berlin Brandenburg nachhaltig schädigen“…..
Vor dem Hintergrund des Desasters war es nur eine Frage der Zeit, bis Investoren aus diesen Fehlplanungen Konsequenzen zogen und vor dem Hintergrund des ideal vorhandenen, per Raumordnung gesicherten Standortes Sperenberg, eine qualifizierte Planung für einen Neubau vorlegen würden.

  • Warum Sperenberg,
  • wie nach Sperenberg,
  • welche Zukunft für Sperenberg
  • und welche Nachnutzung für den BER bestehen,

ist im Konzept „Zentralflughafen für Deutschland“ http://www.ber-na.de/Aktuelles/NNK/index.html schon im März 2011 im Detail beschrieben.

Aber wegen der Ignoranz und Beratungsresistenz der Politiker, der Gesellschafter der Flughafen GmbH(FBB), wurde auch aus Hochnäsigkeit gegenüber dem Staatsfeind „Bürger“ dieses Konzept keines Blickes gewürdigt. Mit Lügerei und Vertuscherei ließen sie sich von Pleite zu Pleite weiter als unfehlbar und allwissend feiern.

Die Wende

Jetzt laufen die Ignoranten auf. Als am 08. Juli 2015 der Tagesspiegel der kompetente, hochangesehene Immobilienentwickler Dreyer mit Hinweisen auf die Nutzung des ICC als Terminalbahnhof für einen Neubau eines Flughafens in Sperenberg, via eines BER als Übergang hinwies, für die Schienenanbindung zum BER eine Untertunnelung ab Check In im ICC als Lösung anbot, gab es bis heute kein Echo, weder in Medien noch durch politisch Verantwortliche. Dabei wäre es sicher nicht unmöglich gewesen, über die Andeutungen zur Planung für einen Großflughafen am Standort Sperenberg mehr zu erfahren.

Wer die Details der Planung kennt, erkennt schnell, wie konsequent und fachlich kompetent ein Weg gefunden wurde, mit einem Zukunftsprojekt in nicht viel mehr als 10 Jahren die Fehlplanungen ad absurdum zu führen, die das BER Desaster begründen.
Planerisch wird der Eisenbahnknoten und der BAB–Knoten in Halensee/Messe/ICC/Bahngelände als Ausgangspunkt für die Verkehrsströme beplant, welche für einen Flughafen eine problemlose Bedienung möglich machen. Sperenberg zum neuen Großflughafen (Deutscher Zentralflughafen) zu machen, ist ein moderner Garant für eine problemlose, schnelle Verbindung zum neuen Flughafen.

Natürlich wollen die potentiellen Investoren, die mit Dreyer Immobilienentwicklung im Konsortium sind, eine private Finanzierung und Betreibung des Großflughafens „Sperenberg“. Aus Erfahrung wissen sie, was es bedeutet, wenn die öffentliche Hand sich über eine eigene Finanzierung, an diesem Projekt beteiligen würde.

Warum so – warum Sperenberg

Nicht erst seit dem Raumordnungsverfahren (ROV 1994) sind die Möglichkeiten in Wachstum und Funktion eines Flughafens mit vier oder sechs Pisten (Start– und Landebahnen) und einer Kapazität von bis zu 150 Mio. Passagiere/Jahr bekannt. Bekannt ist auch, dass kein anderer Standort in Deutschland so problemlos Wachstum entwickeln kann, wie dies am Standort Sperenberg durch Lage im Raum und dünnste Besiedlung im Lärmumfeld, möglich ist. Wenn Deutschland am Wachstum des Weltluftverkehrs teilnehmen soll/muss, dann ist das die Chance für das, was an den überlaufenden Airports Frankfurt/Main oder München nicht mehr möglich ist. Die östliche, ausbaufähige Lage „Sperenberg“ ist ein Leckerbissen.
Diese Lage eröffnet die Möglichkeit, die der BER in Schönefeld vom Aufkommen, seiner Aufkommensstruktur, heute schon nicht mehr bieten kann. Es geht für den Flughafen, für Berlin – Brandenburg, für Deutschland, um die Erschließung der Entwicklung des Flugbedarfs aus dem asiatischen Raum (China u. u.). Voraussetzung und Chance dieser Entwicklung ist, den nicht entwicklungsfähigen Regional– und Billigfliegerflughafen BER, mit seiner nicht zukunftsfähigen, weil innerdeutsch überfrachtete, Struktur abzulösen.
Wer glaubt, Angst davor haben zu müssen, dass dieses Konzept eine „Radikaloperation“ des BER Standortes ist, der hat die Nachnutzungsmöglichkeiten und die mögliche Funktion des BER als zukünftiger Verkehrslandeplatz und Check In Terminal für Sperenberg nicht erkannt. Das Konzept „Zentralflughafen für Deutschland“ http://www.ber-na.de/Aktuelles/NNK/index.html zeigt Möglichkeiten auf, die den BER Komplex für jeden Investor interessant machen.

Die Politik wird sich bewegen

Aus Angst vor Gesichtsverlust, aus Angst vor Abstrafung durch den Wähler, wird die Halsstarrigkeit bis zu neuen Beweglichkeit und den kommenden Wahlterminen noch anhalten. Immerhin können sich die maßgeblichen Verantwortlichen für das BER Desaster und der Notwendigkeit, dem Zwang zu einem Neuanfang, schon daran gewöhnen, dass sie auch ihr „Ja“ zu Sperenberg, einer neuen Verkehrsanbindung, einer Umnutzung des BER zum Verkehrslandeplatz, zustimmen müssen.
Sie werden eingeholt durch die Erkenntnisse, die ein BER in Schönefeld in Betrieb sofort freisetzt. Betrieb des BER und seine Anbindung werden ein Chaos auslösen, das der Politik zugeordnet wird. Dann ist zwangsläufig zu erkennen, dass politische Macht da Grenzen hat, wo wirtschaftliche Macht Problemlösungen anbietet, die der Zukunft von Region und Gesellschaft, dem Schutz von
200.000 Menschen vor Fluglärmfolgen dient. Vor dem Hintergrund dieser, durch potente Investoren ausgelösten Entwicklung, sollte die Politik, sollten Bürgerinitiativen, sollten Fluglärmbetroffene dankbar sein für eine Perspektive, die ihnen durch weitsichtige Inverstoren geboten wird.

Brandenburg wird erkennen, wie vorteilhaft „Sperenberg“ für die eigeständige Entwicklung, die Befreiung vom Berliner Flughafendiktat und den überproportionalen Subventionen zum Vorteil Berlins, ist.. Brandenburg wird insbesondere erkennen, welche Bedeutung, welcher Segen für die Landesentwicklung der Leuchtturm „Zentralflughafen für Deutschland“ ist.
Man darf gespannt sein welche Partei als erstes den Mut hat, sich dem Neuanfang einer Flughafenpolitik mit Zukunft zu stellen. Das wäre dann das Ende der „Nationalen Front“, die gerade in der Flughafenpolitik keinen Segen gebracht hat.
Diese Entwicklung hat dann noch den Nebeneffekt, dass sie für die Medien neue „Geschichten“ bringt, die vom Krampf der BER Berichterstattung erlösen.

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2 Responses to Großflughafen Sperenberg kommt – der BER wird sanft entschlafen oder krachend zusammen gefaltet

  1. tut nichts zur Sache
    28. September 2015 at 12:15

    wäre ja irgendwie zu schön um wahr zu sein…

  2. Anne
    28. September 2015 at 15:24

    …nix Sperenberg ! In den Nachrichten war zu lesen ,das der neue Flughafen sogar ausgebaut,also erweitert werden muß und soll. Das jetzt vom Baustop betroffene Gebäude soll wohl abgerissen und nebenan ein neues errichtet werden.Ich frage mich nur wieviel Geld noch in diesen Pleite-Flughafen fliessen soll – und Eröffnung irgendwann in 30 Jahren ??? Aber was rege ich mich noch auf,dann liege ich ‚eh schon lange unter der Erde …

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