Es gibt sie noch, die besonderen Momente in der Gemeindevertretung und ihren Gremien. So kürzlich geschehen auf der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Flughafen und Energie (UFE)1 am 06.10.2015.

Verwaltung zieht mit

Unter dem Punkt Diskussion und Empfehlung über den Bürgerhaushalt 20162 gab es unter anderem den etwas profan daher kommenden Vorschlag zur Reinigung des „Liekes Pfuhl“ in Dahlewitz.

Zu Recht wies die Verwaltung darauf hin, dass sich das Gewässer nicht im Besitz der Gemeinde befinde. Damit schien das Thema auch schon vom Tisch, säßen mit C. Treffkorn und M. Naumann nicht zwei Dahlewitzer im Ausschuss, die sich damit nicht zufrieden geben wollten. Sie hakten nach und da machte es „klick“.

Was wäre denn, wenn die Gemeinde den Pfuhl (norddeutsch für Stillgewässer) und vielleicht auch einen Teil des umliegenden Geländes erwerben würde? Was alles ließe sich damit machen?

Ich zumindest fand das eine „charmante Idee“ und zu meiner Überraschung griff die Stellvertretende Bürgermeisterin Frau Dzikowski das wohlwollend auf. Sie schlug vor, der Ausschuss möge doch einen Auftrag erteilen, damit die Verwaltung in eine Vorprüfung eintreten könne. Der ließ sich dann auch nicht lange bitten und entschied einstimmig. Dazu aus dem Protokoll:

Verwaltung wird damit beauftragt festzustellen, welche Eigentumsverhältnisse bestehen und zu eruieren was erforderlich ist, um das Gewässer ggf. zu erwerben und mittelfristig als Naherholungsgebiet zu erschließen. Das Ergebnis der Prüfung ist dem Ausschuss vorzulegen.

Abstimmungsergebnis: Ja: 6 / Nein: 0 / Enthaltung: 0 -> zugestimmt

14.07.2007 - Panarama von Jan Treffkorn

14.07.2007 – Panarama von Jan Treffkorn

Öffentlicher Schwimm- und Badeteich

Alteingesessene werden den Pfuhl noch als nahes Badegewässer kennen. So kann man es auch auf den Seiten des Vereins Historisches Dorf Dahlewitz lesen und auch, dass diese Zeiten wegen der schlechten Wasserqualität schon lange vorbei sind.

Das aber muss nicht immer so bleiben. Wie wäre es denn mit einem Schwimm- und Badeteich, in dem eine natürliche Filterzone für klares Wasser sorgt? Angesichts der mehr als 140 öffentlichen Natur-Freibäder in Deutschland nicht nur ein Hirngespinst.

Das Gebiet jedenfalls scheint ideal. Frei von Autoverkehr und trotzdem gut zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erreichen.

Und bei geschickter Planung ließe sich vielleicht auch ein Teil der 34 Millionen Euro des BER aus dem Naturschutzfond in die Gemeinde lenken.

Bisher ist das nur eine Idee, die so schnell wieder verschwinden könnte, wie sie gekommen ist, nämlich dann, wenn der Erwerb durch die Gemeinde sich als unmöglich herausstellen sollte.

Sich selbst ein Bild machen

Wer den „Liekes Pfuhl“ noch nicht kennt, weil er erst in den letzten Jahren in die Gemeinde gezogen ist, der kann sich einen ersten Eindruck auf den Seiten des Dahlewitzer Vereins machen. Dort finden sich ein preisgekröntes und stimmungsvolles Panoramabild des Gewässer sowie auch Informationen zur Entstehungsgeschichte, die eng mit dem Bau der nahen Bahnlinie verbunden ist.

Wer dagegen bei seinem nächsten Spaziergang einen Abstecher zu dem etwas abseits gelegenen Gewässer machen will, der kann sich an der Karte orientieren.