Im November 2011 wurde die Genehmigung zum Bau des Rathauses erteilt. Nach der Bauordnung hat sie eine Gültigkeit von sechs Jahren. Wurde mit dem Bau innerhalb der Frist begonnen, so muss er spätestens sieben Jahre nach Erteilung der Genehmigung fertiggestellt worden sein.Für das Rathaus bedeutet das, dass spätestens in einem Jahr mit seinem Bau begonnen und es in drei Jahren fertiggestellt worden sein muss. Anderenfalls verfällt die Genehmigung unwiderruflich, deren zugrunde liegende Planung zwei Millionen Euro kostete (hier).

Die Zeit drängt

Ausweislich der Information aus der Verwaltung beträgt die „reine Bauzeit ca. 2 Jahre“ (hier). Dabei bedeutet das Wörtchen „ca.“ im Zusammenhang mit Bauvorhaben dieser Größenordnung wohl eher „mind.„. Geht man also von der nicht unwahrscheinlichen Überschreitung der geplanten Bauzeit aus, so wäre unverzüglich mit den Vorbereitungen für den Bau zu beginnen. Stattdessen aber beschloss die Gemeindevertretung auf Drängen der Verwaltung noch im September die Errichtung von „provisorischen“ (!) Bus-Stellplätzen für 50.000 Euro, obwohl die Fläche für das Rathaus benötigt wird.

Bürgermeister Baier hält unbeirrt an seinem großspurigen Versprechen fest, der Rathausneubau bleibe vorrangiges Ziel. Zumindest auf meinen Vorschlag hin auf der gestrigen Sitzung der Gemeindevertretung die Gelder für das Rathaus aus dem Haushaltsentwurf zu streichen, ließ er sich zu dem vorlauten Zwischenruf hinreißen, er hätte eine Planung und könne sofort mit dem Bau beginnen. Warum tut er es dann nicht?

Doch wohl nur deshalb, weil er den Mund zu voll genommen hat. Zumindest im Bauausschuss hieß es zum Rathaus nämlich noch vor drei Wochen (hier):

… derzeit ist es unmöglich einen verbindlichen Zeitplan aufzustellen, da zu viele unvorhersehbare Faktoren und Sachverhalte Berücksichtigung finden müssten …

Auf der Sitzung der Gemeindevertretung konnte Baier dann auch nichts Neues verkünden, was auf einen baldigen Baubeginn schließen ließe. Somit bleibt es wohl bei der bereits seit vier Jahren andauernden Untätigkeit des Oberhaupts.