BER: 2016 wird ein „Weiter so“ und nicht ein „Genug ist genug“

15. Januar 2016
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Irreführung über BER-Status ist Produkt von Verzweiflung – es stellen sich zwingende Fragen
Wer Erklärungen, Propagandaaussagen und Jubelmeldungen von BER „Flughafenchef“ Mühlenfeld, oder aus der Kunkelschen/Abbou- Propagandaabteilung nachvollziehen will, der blickt in einen Abgrund von Hilflosigkeit, Ungereimtheiten und offenen Problemen, auf die es keine Antworten gibt. Weiterhin ist erstaunlich, dass verantwortliche Abgeordnete in den Länderparlamenten Berlin/Brandenburg, aber
auch Medienvertreter, selbst zu offensichtlicher Irreführung keine Fragen stellen. Wie in der Vergangenheit des BER – Fluchhafendesasters werden Probleme, Fehlplanungen, Baupfusch, Kostenentwicklungen nur zugegeben, wenn sie nicht mehr zu vertuschen oder zu verschweigen sind. Richtige, sich aufzwingende Fragen zur „Spitze des Eisbergs“, die das gesamte „unter Wasser schwimmende Volumen“
aufklären würden, werden mehr, oder weniger als Zufall gestellt. Hier versagen nicht nur Medien, sondern auch Bürgerinitiativen denen alle kritischen Geister und deren Fachkompetenz abhanden gekommen sind.

Der Passagierrekord als Jubelmeldung zur Volksver…..e
Wie gehabt wird wieder die Steigerung des Passagierwachstums in 2015, für die Berliner Flughäfen Tegel (TXL) und Schönefeld (TXL), als Jubelstück propagiert. Wiederum, wie in den letzen 13 Jahren, 5% Steigerung mit Aussicht auf die nächsten 5%, dann über 30 Mio./Jahr in 2016. Die Ziele sind „übererfüllt“ schwadroniert Mühlenfeld. Er will durch Ablenkung in die Irre führen. Darum tut er mit dieser
Schwadronierei kund: Seht her, es ist auch unsere Leistung, wenn immer mehr Passagiere hier landen.
Fakt ist: Die Flughafengesellschaft (FBB), Mühlenfeld und die Politik in Berlin und Brandenburg haben Null Anteil an diesen Steigerungsraten. Sie fallen vom Himmel, kommen vom Markt und sind windfall profits aus der Anziehungskraft Berlins als preisgünstige Partycity. Immer wird so getan als habe man diese überraschende, seit 13 Jahren anhaltende Wachstumsentwicklung nicht vorhergesehen und darum den zu kleinen BER gebaut. Irgendwann nach 2010 haben die Fehlplaner gemerkt, dass nur ein Ausbau irgendwie den BER Neubau mit notwendigen Kapazitäten noch begründen kann.
Dieser Ausbau, die Einleitung des Desasters, musste erfolgen bevor der Fluchhafen in Betrieb geht, um dann 30 oder mehr Millionen Passagiere am neuen BER abfertigen zu können. Es sei erinnert, bei Grundsteinlegung 2006 betrug die geplante Jahreskapazität 17 Mio. Passagiere. Der BER sollte, so die Propaganda, der modernste Fluchhafen Europas werden. Toller noch, in der „Kathedrale des 21. Jahrhunderts“ die nun, so die neueste Behauptung, auf eine Kapazität von 22 Mio. Passagiere/Jahr ausgebaut werden soll, wird das
Kapazitätsproblem nicht gelöst.
Jetzt stellt sich zwingend die Frage: War es Leseschwäche, Dummheit oder Missachtung von Fakten, die zwangsläufig am Ende einen Fluchhafen zur Folge hat, der zu teuer, zu klein und nicht zukunftsfähig ist?

Leseschwäche und Dummheit ist das Ergebnis von „zu klein“
Jeder der wollte und ausreichend Verstand hatte, wusste schon 2004, welche Kapazitäten für einen BER zwingend waren, der laut Propaganda 2011 in Betrieb gehen sollte. Im Planfeststellungsantrag (Bauantrag) hatten Aufsichtsrat und Gesellschafter eine Kapazitätsprognose vorliegen. Aus welchen Gründen auch immer, sie haben ihre eigene Prognose grob missachtet. Nachzulesen
(Planfeststellung/Ordner M1) in der Masterplanprognose des Gutachters INTRAPLAN ist: Prognostiziert für den Fluchhafenbetrieb nach 2020 muss die Kapazität des BER Fluchhafens 38 Mio. Passagiere/Jahr bewältigen.
Im Klartext: Ein BER, der bei Inbetriebnahme, wie für 2017 verkündet, eine Kapazität nach Prognose
für 38 Mio. Passagiere hat, würde erst für nach 2020 ein Ausbaufall. Je nach Flugzielen und der Größe eingesetzter Flugzeuge, würden bis dahin auch 2 Start- und Landebahnen ausreichen um 360 000 Flugbewegungen/Jahr abfertigen zu können.

Die Antwort auf das Kapazitätsdesaster ist Verzweiflung und Irreführung
Mühlenfelds Antwort auf einen BER Fluchhafen in Betrieb, der nach 2017 bei 5% Wachstumssteigerung/Jahr über 31 Mio. Passagiere/Jahr bewältigen muss, aber eine Kapazität von 22 Mio. Passagiere/Jahr haben soll lautet:…“ Wir erweitern die Kapazität von Schönefeld (TXL) von etwa 9,5 Mio. auf ca. 11 Mio. Passagiere jährlich“… Einfache Rechnung: 22 plus 9,5 ist 31,5. D.h., schon bei Inbetriebnahme
ist die Kapazität erschöpft. Schlimmer noch, mit Baubeginn des Regierungsflughafens muss diese Kapazität wieder um 2 – 3 Mio. Passagiere/Jahr eingeschmolzen werden.
Darum, so wird weiter schwadroniert, soll ein zusätzliches Terminal angebaut werden, das für die Abfertigung von 8 Mio. Billigfliegern neue Kapazität schafft. Diese Aussage ist vor dem Hintergrund der Probleme, bei behaupteter Inbetriebnahme 2017, reine Verzweiflung und Dummheit aus Unkenntnis, die sich bei Mühlenfeld offenbart.
Einmal wird dieses neue Terminal, auf einer Ebene, eine Planungs- und Bauzeit von sicher 4 – 5 Jahren haben. Vorrausgesetzt dieses Terminal kann ohne Planergänzungsantrag (mit einfachem Bauantrag) gebaut werden. Ob dieses Terminal „mir nichts-dir nichts“ ohne Planergänzungsantrag gebaut werden kann, wäre zu beweisen. Mit Planergänzung werden dann sicher bis zur Genehmigung 5 Jahre bis Baubeginn ein zu kalkulieren sein. Dazu bekommt dieses Billigfliegerterminal eine Anbindung der Straßenzufahrt und an den
Fluchhafenbahnhof, die unterirdisch sein wird. Sicher ist, dass ein Kapazitätsausbau auch durch ein weiteres Terminal, den Verkehrsinfarkt, ausgehend von 113/100 und 96A zum Verkehrszusammenbruch, auch vor den Terminals, führt. Mühlenfeld muss
darum unverzüglich die Frage beantworten, wie er mit dieser Anbindung, auch vor den beiden Terminals, den Autoverkehr fließen lassen will, der in täglichen Spitzenstunden bis zu 15 000 PKW die Anbindung belastet.

Was soll EBITA?
Um die Jahresanfangspropanda, besser eine Irreführung, rund zu machen, äußert sich Mühlenfeld noch zur betriebswirtschaftlichen Situation der FBB. An das dumme Publikum gewandt heißt es bei Mühlenfeld: Die Fluchhafengesellschaft konnte ihren Umsatz und ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) 2015 weiter steigern. Wir haben unsere Ziele sogar weit übererfüllt. Allein schon dadurch, dass in der ursprünglichen Planung Ryanair mit seinen vielen neuen Fliegern ab Oktober nicht berücksichtigt war. 2014 hätte der Umsatz bei rund 289 Millionen Euro gelegen, das EBITA bei knapp 113 Millionen Euro.
Unterm Strich stand jedoch, vor allem durch die Probleme mit dem Bau des neuen Flughafens, ein Minus von 592 Millionen Euro. Klar, irgendwie musste über das Minus, sprich die Verluste, in Höhe von 592 Mio. Euro weg getäuscht werden. Vor dem Hintergrund dieser Verluste, die praktisch doppelt so hoch sind wie der Umsatz der FBB von ca. 289 Mio. Euro, sollte die EBITA – Kennziffer als „Erfolgserlebnis“ ins Feld geführt werden. Dabei spekulierte Mühlenfeld auf betriebswirtschaftliche Unkenntnis. Die EBITA Kennziffer
ist für die Potenz der FBB völlig unbedeutend. Sie ignoriert die zu zahlenden Zinsen für die Milliardenkredite, alle Finanzierungsaufwendungen, die zu zahlenden Steuern, die erfolgten Abschreibungen und ermöglicht dazu keine Aussage zum Wert der FBB. Also wieder Irreführung und Täuschung zur Vertuschung. Von EBITA hat der Steuerzahler, der die Pleite der FBB finanzieren muss gar nichts. Was soll der Steuerzahler mit Angaben anfangen, die außerordentliche Kosten und Aufwendungen der FBB (z.B. Bau BER), die unglaublichen Zinslasten für Milliardenkredite, alle sonstigen Finanzierungsaufwendungen, Steuerzahlungen, Abschreibungen und
Unternehmenswerte, ignorieren.

Der Steuerzahler soll nicht erfahren was ihn der BER kostet
Natürlich darf der Steuerzahler die Wahrheit über seinen persönlichen Beitrag zur Finanzierung politischer Unfähigkeit nicht erfahren. Ja, es wird danach auch nicht gefragt. Selbst die Tatsache, dass die Brandenburger – Steuerzahler, bezogen auf die Einwohnerzahl, sicher die doppelte Steuerlast für den BER aufbringen müssen wie die Berliner. Die Brandenburger Politiker sind eben weiter dumm. Sie sorgen
dafür, das auch in 2016, ihre Bürger die Hauptlast des Fluchhafens zu tragen haben.
Falls dieser Fluchhafen in Betrieb geht, dann gehen nicht nur Geld, sondern auch Gesundheit und Lebensqualität. Fakt: Eine FBB die betriebswirtschaftlich nur überlebt, weil die Steuerzahler Jahr für Jahr mit Hunderten Millionen Euro diese Gesellschaft finanziert, muss weg. Die Finanzierung ist aber der Preis für Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit von Vorständen, Gesellschaftervertretern
aus Bund, Berlin (von SPD, CDU. Linke, Grüne) und Brandenburg sowie Aufsichtsräten, die unfähig sind.
Es wäre unredlich an dieser Stelle zu verschweigen, dass es auch Schuld der Steuerzahler, der Bürgerinitiativen ist, dass sie auch diesen
materiellen Preis zahlen. Darum ist dieser Preis auch ein Preis für Desinteresse an der eigenen Zukunft, Schlafmützigkeit, politischer Anhänglichkeit an die Versagerparteien. So wird es weiter gehen, weil es keine Hoffnung gibt, dass die richtigen Fragen gestellt werden, um dann die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. 2016 wird darum ein „Weiter so“ und nicht ein “Genug ist genug“!

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