Über Bürgerwillen hinwegregieren: Ein Verwaltungsleiter und seine Erfüllungsgehilfin

12. Februar 2016
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Zu recht stellt Andreas Müller, Vorsitzender der Bürgerinitiative Rädlerwald, fest: „Eine Bauausschussvorsitzende, die Gemeindevertreterbeschlüsse nicht akzeptiert, ist fehl am Platz.“
Sabine Plettner Mozuch hingegen weist  in der gestrigen Ausgabe der Maz Kritik an ihrer Ausschussführung zurück:

Ein erhellender Satz, der die Realität der Sabine Plettner-Mozuch in ungewollter Offenheit darlegt: Vor der Verwaltung hat man als gewählter Volksvertreter zu kuschen, statt sich mit ihr gegebenenfalls anzulegen oder sie zu kontrollieren. Und wenn die Gemeindevertreter eine Petition betroffener Bürger zum Anlass nehmen, den ursprünglich geplanten Strassenausbau Rädlerwald zu canceln, dann ist für sie der Fall klar: mit mir nicht.
Eine aufschlussreiche „Logik“: Wenn ich die Interessen der Bürger zum Maßstab meines Handelns mache, lasse ich mich  „benutzten, um gegen die Verwaltung zu arbeiten“? Da haben sich bei ihr wohl Zirbeldrüse und Hypophyse miteinander verhakt. Anders kam man doch auf so etwas nicht kommen – als eine, von eben diesen Bürgern gewählte, Volksvertreterin. Es sei denn, man versteht sich statt dessen als abhängige, weisungsgebundene Angestellte der Verwaltung.
„Man kann mir nicht vorwerfen, das ich meine Meinung gesagt habe,“ – das ist wohl war. Im Gegenteil, für diese Meinungsäußerung muss man Sabine Plettner dankbar sein. Denn damit hat sie es – kraft der ihr zur Verfügung stehenden Intelligenz – nicht anderen überlassen, sich zu disqualifizieren für das Amt der Bauausschussvorsitzenden“, sondern dies lieber selbst besorgt.
Verwaltungsleiter Baier braucht genau solche Ausschussvorsitzenden – Menschen, die nach seinem Gestus funktionieren. Wen also wundert es, dass er ihr flugs beispringt: „Ich halte Frau Plettner für eine gute Bauausschussvorsitzende.“
Nachvollziehbar, wenn die Sache nicht einen „kleinen“ Haken hätte. Ortwin Baier hielt auch seinen kriminellen Baudezernenten für einen „guten“ Baudezernenten. Trotzdem haben die Gemeindevertreter entschieden, ihn vom Gehöft zu jagen. Baier ist kein Vorbild, geschweige denn ein Maßstab.
Das Problem seien die Fraktionen, so der Verwaltungsleiter weiter, die mit dem vermeintlichen(!) Willen der Bürger „populistischen Wahlkampf machen.“ Merk-würdig, die neue gewählte Gemeindevertretung hat sich im Mai 2014 konstituiert. Die nächste Wahl ist im Jahre 2019, also in sage und schreibe drei Jahren. „Populistischer Wahlkampf“? Diejenigen Mitglieder der Gemeindevertretung, die nicht bereit sind, über Bürgerwillen hinwegzuregieren, betreiben anno 2016 bereits „Populistischen Wahlkampf“? Womöglich sind das einmal mehr die Wahnvorstellungen eines traumatisierten Rathaus-Versagers? Armer, armer Baier. Das Schlimme daran: mehr ist da wirklich nicht an Argumenten, geschweige denn an Respekt vor den finanziellen Nöten und Sorgen der Bürger.
Obwohl, nicht ganz – nachdem sich Sabine Plettner inzwischen die zweite Strafanzeige vom Vorsitzenden der Bürgerinitiative Rädlerwald eingefangen hat, fordert – pardon, erwartet Baier von den Gemeindevertretern, dass sie zu Lasten der Gemeindekasse Rechtsschutz für seine Erfüllungsgehilfin beschließen. Anständige, kritische Bürger hingegen sind Störenfriede, die sollen die Kosten eines Rechtsstreites mal schön aus der eigenen Tasche bezahlen. Auch daran ist nichts Verwunderliches, denn  klaerwerk-Leser wissen, mit dieser Art Kostenverteilung hat es Baier in vielen Amtsjahren zu einer gewissen Perfektion gebracht.

Was bleibt ist die Frage: Wer ist in Wahrheit das Problem?
Eine Erkenntnis jedenfalls ist alles andere als neu: Bürger, Gemeindevertreter und Verwaltungsleiter sitzen in einem Boot, aber nicht im selben.

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2 Responses to Über Bürgerwillen hinwegregieren: Ein Verwaltungsleiter und seine Erfüllungsgehilfin

  1. chr.schoechert
    12. Februar 2016 at 17:49

    Frei nach Berthold Brecht , das Volk hat sich das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, d ie Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?

  2. wolfgang Bernhardt
    13. Februar 2016 at 18:03

    Oder:
    Wenn ein Versicherungsvertreter Versicherungen verkauft, was verkauft dann ein Volksvertreter ?

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