Merkel hat bei SPD durchregiert

25. Januar 2017
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Du schließt dich ein aufm Klo und....liest Westzeitungen

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Irgendwie muss sie sich das bei ihrem Freund Erdogan abgeschaut haben. Der hatte schon immer ein Talent, seine Leute an der richtigen Stelle zu placieren.

Als erstes hat sie – demokratisch wie immer – entschieden, dass Steinmeier die Zeit bis zu seiner Rente im Schloss Bellevue verbringen darf. Damit hatte sie schon einmal jemanden aus dem Weg geräumt, dem bei der Bundestagswahl 22 statt 20% zuzutrauen war. Ausserdem hatte der gute Mann den Fehler gemacht, dass er mit vorsichtigen Worten die Kriegstreiberpolitik Merkels kritisierte.

Nun hat sie ihren Hiwi aus Brüssel zurückgeholt. Martin Schulz wurde dort nicht mehr benötigt, er hätte bei der Wahl des EU-Parlamentspräsidenten keine Chance gehabt.
Sigi Pop wurde mit dem Aussenministerium belohnt, schließlich hätte ihm bei Abgabe des SPD-Vorsitzes der Hungertod gedroht. Innerparteiliche Demokratie ist bei der SPD seit langem sowieso ein Fremdwort, so brauchte es nur eine Absprache in kleinem Kreis, um Schulz als Kai aus der Kiste zu präsentieren. Der Plan ist so clever ausgedacht, dass mit Hinblick auf die Bundestagswahl dem SPD-Fußvolk keine andere Wahl bleibt, als dieses Manöver gut zu heißen.

Hier hat Merkel endlich mal wieder ihre Fähigkeit bekräftigt, heute das Gegenteil von dem zu machen, was ihr gestern noch richtig erschien. Normalerweise werden abgewrackte Bundespolitiker an die EU abgeschoben (Siehe Bangemann, McAllister). Schulz geht jetzt den umgekehrten Weg. Er ist beim Wahlvolk auch unbekannt genug, um endlich das Projekt 18 bei der SPD zu verwirklichen. Der Mann kann aber durchaus Prioritäten setzen. Er hat im letzten Jahr an ganzen zwei Sitzungen des EU-Parlaments teilgenommen. Bei einer hat er für die Zustimmung für TTIP geworben, bei der anderen hat er Vertreter einer demokratisch gewählten Partei verunglimpft und ihnen das Rederecht verweigert. Zusammen mit seinem Engagement für das NATO, Verzeihung, EU-Embargo gegen Russland und eine europäische Kriegstruppe läßt dass hoffen. Vermutlich wird er nach den Wahlen das Wahrheitsministerium übernehmen.

Wieder hat Merkel durchregiert. Die SPD bleibt ihr als kleiner, pflegeleichter Koalitionspartner erhalten. Statt ihrem treuen Siegfried verliert Schulz die Bundestagswahl. Mit Zypries bekommt sie eine Wirtschaftsministerin, die nichts von der Materie versteht. Natürlich wäre die Gleichschaltung der Parteien als Kanzlerwahlverein der einfachere Weg, aber da ein Putschversuch wie in der Türkei nicht in Aussicht ist, muss sie sich mit der gegenwärtigen Lösung zufriedengeben.

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5 Responses to Merkel hat bei SPD durchregiert

  1. Niels
    27. Januar 2017 at 10:28

    Nur ein Hinweis: Schulz hat schon an mehr Sitzungen teilgenommen, aber als Präsident des Parlaments hat er sich, wie es wohl üblich ist, nicht an den Abstimmungen beteiligt.

    • Magnus Muschiol
      17. Februar 2017 at 13:19

      Die Teilnahme von Schulz an den Sitzungen sah im Allgemeinen so aus: Er betrat das Parlamentsgebäude, trug sich in die Sitzungsliste ein – und ging wieder. Zach zack, Kohle im Sack. Das können Sie übrigens im aktuellen „Focus“ nachlesen. Der Mann war Bürgermeister in dem NRW-Kaff Würselen. Mit seiner Raffgier würde er auch gut in die Brandenburger SPD-Landschaft passen. Leider sind die Ministerien hierzulande ja mit Versagern aus NRW durchseucht.

      • Andrea Hollstein
        19. Februar 2017 at 10:54

        Sehr richtig. Schulz hat die Selbstbedienungsemtalität des EU-Parlamentes richtig gefördert und selbst genutzt. Er hat mehr Geld „verdient“, als die Bundeskanzlerin. Lt. Recherche einiger Journalisten konnte er ein Millionenvermögen anhäufen – aus Steuerzahlergeldern. So sieht der „kleine Mann des Volkes“ der SPD tatsächlich aus.

        • Magnus Muschiol
          19. Februar 2017 at 18:35

          Hier noch eine Ergänzung zur Selbstbedienungsmentalität:

          Der Wahlkampfmanager von Martin Schulz, Markus Engels, soll nach Informationen des „Spiegel“ als Presseattaché für das EU-Parlament in Berlin fragwürdige Gehaltszuschläge und Reisekostenerstattungen in fünfstelliger Höhe erhalten haben.
          Engels, der mit Dienstort Brüssel angestellt war, habe für Schulz von 2012 an überwiegend im Berliner Informationsbüro gearbeitet. Da sein vertraglicher Dienstort jedoch Brüssel war, habe Engels einen steuerfreien Auslandszuschlag geltend machen können. Das bedeute ein Plus von monatlich 840 Euro auf sein Grundgehalt in Höhe von 5200 Euro. Wegen des Dienstortes Brüssel habe Engels seine Anwesenheit in Berlin zudem als Dienstreise abrechnen können. Laut internen Unterlagen sei Engels allein 2012 ganze 273 Tage dort auf Dienstreise gewesen, was ihm zusätzlich 16.621,47 Euro einbrachte. Also SPD-Filz, wie wir ihn alle kennen.
          Erschreckend, wie kritiklos viele Wähler den von den GEZ-Medien hochgejubelten Quoten von Schulz folgen.

  2. Anne
    17. Februar 2017 at 14:18

    Angeblich würden ( laut Umfrageergebnis von heute ) 48 % der Gefragten Schulz und somit die SPD wählen. Unfassbar wie (schnell) die Masse sich von einem vermeintlich sympatischen Gesicht blenden und leiten lässt !!! Es gehört doch wohl ein bisschen mehr dazu als Sympathie,zumal niemand genaues weis über diesen Mann ,der sich erstmal behaupten müsste und zeigen was in ihm steckt …

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