BER: Das Desaster wird fortgesetzt

15. März 2017
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Das BER -Desaster wird unbestreitbar fortgesetzt. Machbare Lösungen sind nicht in Sicht. Zwischenzeitlich mehren sich die Stimmen, die zum Ausdruck bringen: Der BER wird nie in Betrieb gehen, und wenn doch, dann als Katastrophe. Das Terminal, auch mit weiter betriebenem SXF, und die Zufahrten A113/100 und B96 lassen selbst für ein Aufkommen von lediglich 20 Mio. Passagieren nur einen unterirdischen Abfertigungsstandard zu. Was bleibt, kann nur eine Übergangslösung sein bis zur Neuplanung und Bau eines neuen Großflughafens, z. B. in Sperenberg. Es geht darum, den gordischen Knoten der Standortfehlplanung und des funktionsuntüchtigen BER politisch zu „durchschlagen“. Einzig das Land Brandenburg hält „das Heft des Handelns“ in seiner Hand.
Neue Aktion (NA)  begründet und zeigt nachfolgend auf, was Brandenburg tun muss, um dem Berliner Luftverkehrsmarkt eine Zukunft zu eröffnen.


 

Brandenburg hat den BER eingebrockt und verbockt –
Jetzt soll das Land Flagge zeigen, mit Alternative zum BER

Vorschlag der Neuen Aktion (NA) für eine Brandenburger Erklärung zum  Ausstieg aus BER-Projekt:

Brandenburg ist nicht mehr bereit, Steuergelder in das BER-Fass ohne Boden zu werfen. Anerkannt gibt es die Notwenigkeit zum Bau eines Zukunftsflughafen am raumverträglichen Standort für die Hauptstadt Berlin, für die Region und für Deutschland. Darum ist Brandenburg auch bereit,  offen zu sein für Beteiligungen Berlins oder des Bundes zur Berücksichtigung von Anforderungen für den Großflughafen. Mögliche kommende Forderungen nach Schadensersatz für den Ausstieg aus dem BER-Projekt werden vorbeugend zurückgewiesen. Brandenburg hat für das BER Chaos genug gezahlt und ständig steigende Kreditanforderungen mit Bürgschaften bedient.

Unabhängig davon, ob und wie der BER in Betrieb geht, ist der BER für eine Entwicklung des Berliner Flugmarktes nicht zukunftsfähig. Ein BER als Regionalflughafen entspricht nicht den Ansprüchen und dem Image der Bundeshauptstadt. Um dieses Dilemma einer Zukunft zuzuführen, will Brandenburg einen Großflughafen am Standort „Sperenberg“ mit einer Ausbaufähigkeit von bis zu 150 Mio. Passagiere/Jahr.

Betriebswirtschaftlich wird der BER ein Fass ohne Boden, dass alleine wegen der Bedienung von Krediten (z. Zt. 5 Milliarden) eine Zumutung für Generationen von Steuerzahlern ist. Wegen der Betroffenheit durch Fluglärm und Absturzrisiken, der Zerstörung wertvoller Erholungs- und Wohngebiete, auch in Brandenburg, ist der Standort Schönefeld unverantwortlich. Darum steigt Brandenburg aus dem gescheiterten BER–Projekt aus.

Bis zur Inbetriebnahme des Großflughafens „Sperenberg“ bedarf es einer Übergangslösung, um den Flugbetrieb für Berlin und die Region für die nächsten 10 Jahre abzusichern. Der Weiterbetrieb von Tegel (TXL) ist darum unabdingbar. Tegel  bedient eine Passagierkapazität von über 20 Mio./Jahr. Schönefeld (SXF) kann weitere 10 Mio. Passagiere abfertigen. Unabhängig davon bietet Brandenburg den Standort „Neuhardenberg“ (ehemaliger Regierungsflughafen der DDR und nach der Wiedervereinigung Shuttleflughafen Berlin – Bonn) zur Nutzung für Billigflieger an, um weitere Kapazitäten zu ermöglichen. Diese drei Standorte können ertüchtigt Kapazitäten  bis zu 40 Mio. Passagiere/Jahr sicherstellen. Diese Möglichkeiten sind unabhängig davon, ob es gelingt zum St. Nimmerleinstag den BER doch noch in Betrieb zu nehmen. Es geht um Kapazitäten für die Übergangszeit bis zur Inbetriebnahme des Großflughafen „Sperenberg“.

Weil alle Ressourcen für einen ebenfalls unabdingbaren Großflughafenneubau in Brandenburg konzentriert sind und Brandenburg Flächen und alle Rechte zum Bau eines Großflughafens autonom hat, bedarf es keiner Abstimmungsprozesse mit Berlin oder dem Bund.  

Brandenburg lädt ein und fordert potentielle Investoren auf, sich vertrauensvoll zu melden. Bedingung wäre, dass die Investoren ein Konzept vorlegen, das die Nachnutzung des unvollendeten BER beinhaltet.

 

Gründe im Einzelnen

Seit Jahren werden zum BER Desaster immer wieder illusorische Inbetriebnahme-Termine verkündet Nach sechs geplatzten Terminankündigen jetzt  die nächste Inbetriebnahmeverschiebung auf den St. Nimmerleinstag (der siebte genannte Termin Sommer 2018 ist schon so gut wie kassiert). Zu jeder Terminverschiebung wurden als Bauernopfer Schuldige gesucht und mit zehn Rauswürfen von verantwortlichen Managern diese als solche gebrandmarkt. Diese verwerfliche, hilflose Praxis ist das Spiel “Schwarzer Peter“ und der Methode „Sündenbock“ als Vertuschung der Wahrheit. Die Wahrheit ist die ursächliche Fehlentscheidung, den BER in Schönefeld zu bauen, die versagenden Manager sind lediglich Folgeerscheinungen.  Mit Tabuisierung der Ursache wollen sich die entscheidenden Versager aus dem Politsumpf Berlin und Brandenburg, die wahrhaft Schuldigen, mit ihren Fehlentscheidungen und ihren sachlichen und politischen Unfähigkeiten unsichtbar machen. Der mitverantwortliche Mitgesellschafter, das Land Brandenburg, lässt sich seit Beginn des Desasters1996 von den Gesellschaftern Bund und Berlin für eine  BER-Politik in Mithaftung nehmen und zum Opfer eines BER–Chaos machen, obwohl Brandenburg bis 1996 massiv gegen den Standort „Schönefeld“ zu Felde gezogen war. Dann kam der Umfaller, personifiziert durch den ehemaligen Ministerpräsidenten Stolpe (SPD). So geriet Brandenburg in den Club der Täter in einer Horrorgeschichte, über die heute „die ganze Welt“ lacht, die „Spaßmacher“ in allen Medienkanälen Stoff haben und die Medienvertreter die Zeilen ihrer Blätter mit immer neuen Erkenntnissen füllen können, die Wochen oder Monate später als Lügen und Lesertäuschung identifiziert werden.


Die wahre Geschichte – die Ursache zum BER Chaos.

Nach dem Zusammenbruch der DDR, um 1990, begannen Diskussionen, Planungen und Entscheidungen zur Zukunft des Berliner Luftverkehrsmarktes. Erinnern muss man an das Standortsuchverfahren mit 96 potentiellen Flughafenstandorten, alle in Brandenburg, (1990/2) für den allseits gewollten Großflughafen für Berlin als Zukunftssicherung für eine Entwicklung, die nach 2020 mit einer Passagierkapazität von über 50 Mio./Jahr prognostiziert wurde. Zu den vorhandenen Kapazitäten gehörten die Berliner Flughäfen Tegel (TXL) und Tempelhof (THF). Tegel traute man einen Ausbau auf max. 15 Mio. Passagiere/Jahr und Tempelhof bis zu max. 5 Mio. zu. In Brandenburg stand der DDR Flughafen Schönefeld (SXF) mit einer beflogenen Kapazität von etwas über 1 Mio. und einer  gewünschten Ausbaukapazität auf 5 Mio. Einsichtig und richtig: Diese Kapazitäten, diese Standorte, hatten keine Zukunft. Ihre innerstädtische Lage, SXF zwischen Siedlungsbändern, ließen jede Ausbaumöglichkeit begrenzen, da die Folgen für die betroffenen Anwohner unmenschlich wären.  Zukunftsstandorte für einen ausbaufähigen und raumverträglichen Großflughafenstandort lagen nur im Land Brandenburg. Neben dem noch betriebenen Regierungsflughafen Neuhardenberg wurde als Ergebnis einer Standortsuche in einem aufwendigen Raumordnungsverfahren (ROV 1994), nach Reihenfolge ihrer Machbarkeit für einen bis zu über 100 Mio./Jahr Passagiere die Standorte Sperenberg (ehemaliger Militärgroßflughafen der UdSSR) und Jüterbog/Ost festgeschrieben. Auf Betreiben Berlins sollte/wurde der Brandenburger Flughafen „Schönfeld“ für die Abfassung eine Raumordnungsverfahrens (ROV) als Sonderfall eingestuft. Der Sonderfall „Schönefeld“ war der erste erfolgreiche Versuch, die Standortrechte Brandenburgs in Berliner Interessen einzuverleiben. Denn, Sperenberg wie Jüterbog wurden in Berlin als Standorte in der Brandenburger „Pampas“ betitelt.


Start ins BER Chaos

Im Frühjahr 1996 kam es zum Konsensbeschluss, beteiligt Bund (Verkehrsminister Wissmann), Berlin (Regierender Bürgermeister Diepgen) und Brandenburg (Ministerpräsident Stolpe) mit der verheerenden Entscheidung, den Großflughafen für Berlin und die Region als „Single Airport“ auf den Flächen des Schönefelder Flughafens (SXF) und angrenzenden Flächen zu bauen. Damit wurde der im Raumordnungsverfahren, bei Experten und bei der Lufthansa wegen Ausbaubegrenzung, Unmenschlichkeit der Lärmfolgen, durchgefallene Standort Schönefeld zum neuen Großflughafen für Berlin und die Region gegen alle Widerstände und gegen alle Vernunft durchgesetzt.  Gleichzeitig verpflichtete sich Brandenburg, bestehende Flughäfen/Verkehrslandeplätze als mögliche Wettbewerbsstandorte zum Standort Schönefeld aufzugeben. Es war der damalige Ministerpräsident , Stolpe (SPD), und die Abgeordneten im Landtag von Brandenburg, der zur diebischen Freude Berlins und des Bundes, einen Umfaller in der Standortfrage hinlegte, mit dem alle vorhanden Möglichkeiten einer kommenden Entwicklung des Luftverkehrs kastriert wurden. Es kam (Juni 1996) zur Unterschrift und parlamentarischen Zustimmung der „Brandenburger Politiker“ zum Standort Schönefeld. Stolpe hausierte als Begründung mit der Behauptung, er sei bei dieser Standortfestlegung von Wissmann und Diepgen überstimmt worden. Im Übrigen könne man die Kosten (angeblich 600 Mio. DM) für eine Verkehrsanbindung nach Sperenberg nicht aufbringen. Darum habe er dem von ihm öffentlich als unmenschlich charakterisierten Standort Schönefeld, dem Standort, der im ROV und bei Experten durchgefallen war, seine Zustimmung gegeben.


Brandenburgs Sturz in den BER-Abgrund

An dieser Stelle sollen keine Einzelheiten erwähnt werden mit welchem politischen Machtgehabe und welcher Brutalität sich Brandenburg zu Diensten des Bundes und Berlins gegen die eigenen Bürger durchgesetzt hat und noch durchsetzt. Alle Warnungen (siehe Brief an den brandenburgischen Verkehrsminister Meyer von 2003), ausgehend vom Anhörungsverfahren (2001/2) wurden in Brandenburg negiert. Die Standortfehlentscheidung war ein Kniefall der SPD-Landesregierung und der Abgeordneten von SPD, CDU, Linken und Grünen im Landtag. Sie haben dem Land Milliarden für die Interessen Berlins entzogen, eine prosperierende Region  im Berliner Speckgürtel zum Fluglärmdeponie gemacht und sich am BER Chaos auch noch mit dämlicher Propaganda berauscht. Man wolle an 40 000 (2001 träumte man noch von 70.000!) neuen Arbeitsplätzen und den Folgeinvestitionen beteiligt sein. Die politischen Versager müssen heute, nachdem das BER Desaster nicht mehr in Frage steht, gefragt werden, wie Brandenburg heute dastehen würde, wenn, wie im ROV empfohlen, ein privat gebauter und privat betriebener (die Angebote lagen seit 1992 vor) Großflughafen seit Jahren in Sperenberg in Betrieb wäre. Die Milliarden Subventionen (Stand 2016: 5 Mrd.) und die in den nächsten 20 Jahren zu zahlenden Subventionen für Schuldenfinanzierung und Ausbau eines unwirtschaftlichen BER stünden bei Realisierung der geplanten Privatfinanzierung und Privatbetrieb Gewinne gegenüber, die die Investoren für den Betrieb teilweise als Steuern abführen würden. Dieser mögliche „Leuchtturm Großflughafen Sperenberg“ hätte dann auch die denkbar qualifiziertesten Arbeitsplätze geschaffen und Brandenburg weltweit zum Investitionsstandort der Zukunft profiliert. Für die Standortfehlentscheidung, den damit verbundenen Flughafenbau und
–betrieb durch die öffentliche Hand (weil kein privater Investor das voraussehbare Risiko eines Flughafens am ungeeigneten Standort tragen wollte), muss Brandenburg über mindestens 20 Jahre jährlich bis zu 200 Mio. € in das BER-Fass ohne Boden schütten. Diese „Berlin- Subvention“, kaschiert als 37% Beitrag aus Gesellschafteranteil, ist dramatisch. Das Geld wird dem Bau und Erhalt von  Schulen und Kitas, dem erstklassigen Ausbau der Infrastruktur, dem Wohnungsbau und der Entwicklung der ärmsten südlichen und nördlichen Landkreise und einer Weiterentwicklung des „südlichen Speckgürtels ohne Flugbetrieb“ entzogen?


Zukunftsperspektiven Berlin geopfert

Brandenburg hat seine Perspektive aufgegeben, weil die politischen Versager in Dummheit treu vor Berlin und Bund den Mitläufer gespielt hat. So ist Brandenburg im Sumpf der Lachnummer BER gelandet: mitgefangen – mitgehangen! Für die Verantwortlichen an der Spitze der SPD, die sich als Brandenburg-Partei versteht und propagiert, wäre die Befreiung aus dem BER Sumpf dringend geboten. Voraussetzung dafür wäre, SPD und die politischen Hofschranzen in CDU, Linke und Grüne hätten die berühmten „Eier in der Hose“.

Noch glauben in Brandenburg SPD, CDU, Linke und Grüne in ihrer grenzenlosen Naivität und Treue zu Berliner Genossen, sie müssten bis zum bitteren BER Ende dabei bleiben. Die CDU macht jede BER-Pirouette von SPD und Linken mit. Sie hängt am Haken der Hoffnung, sie bekäme bald ersehnte Posten in einer Rot/Schwarzen Koalition, wenn sie der SPD nur zu Diensten ist. Sie hält am BER fest mit politischer Speichelleckerei und  Verbreitung des Schwachsinns, dass der BER im Betrieb ein  wirtschaftlicher Erfolg werden würde. Dabei können sich alle BER Protagonisten auf die einzige Oppositionspartei im Landtag, die AfD, auch noch verlassen. Anstelle von Opposition gegen den  politischen Sprengstoff BER, tummelt sich die AfD im rechten Gebräu aus Nationaltümelei und Flüchtlingsfeindlichkeit. In Sachen BER dagegen agiert sie mit Wattebäuschchen, die niemand ernsthaft zur Kenntnis nimmt.


Brandenburg: Augen zu vor der Alternative möglicher politischer Eigenständigkeit

Wer in der Brandenburger Landesregierung, in den Brandenburger Parteien SPD, CDU, Grüne und Linke weiter gebetsmühlenhaft verkündet: Es gibt zur Inbetriebnahme BER keine Alternative, wir haben nur ein Ziel: Der BER muss jetzt, nach allen Wirrungen, demonstrierter Unfähigkeit, Fehlinvestitionen in Milliardenhöhe, schnell in Betrieb gehen, der demonstriert  weiter Ahnungslosigkeit zu den Problemen, die ungelöst einen Inbetriebnahmetermin auf den St. Nimmerleinstag verschieben und in deren Folge weiter Milliarden zum Fenster rausgeschmissen werden. Die Illusion von einer schnellen Inbetriebnahme ist nur die Fortsetzung des politischen Masochismus zu Diensten von Berlin.

In Berlin knallen derweil die Sektkorken, knallen, weil mit dem alterseitlen Flughafen-Staatssekretär Bretschneider (SPD) ein Brandenburger Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft (FBB), und damit oberster Verantwortlicher für das Desaster-Projekt BER wird. So ist es Berlin mit dem Rückzug des RGB Müller (SPD) gelungen, Brandenburg in die Schusslinie für weiter kommende BER Turbulenzen zu stellen.


Zur Alternative bekennen

Niemand könnte widersprechen, wenn MP Woidke erklärt:

Brandenburg hat den Glauben an den 2000 geplanten Bau eines „modernen Großflughafens BER“ in Schönefeld verloren. Die „Kathedrale des 21. Jahrhunderts“ ist nach über 15 Jahren ein Ruin ohne erhoffte Zukunft, die an der Wiege des Projekts herbeigebetet wurde. Wir haben bisher mitgemacht und erleben müssen, dass der immer noch unvollendete BER auch nach einer möglichen Inbetriebnahme ein Torso bleiben wird, der, weil zu klein, zu teuer, mit finanziellen Risiken im Betrieb behaftet, den Brandenburger Bürgern über Generationen Milliarden kosten würde und deshalb nicht mehr  zugemutet werden kann. Wir sehen heute, dass es für zukünftige Generationen einen Großflughafen geben muss, den zu bauen in Sperenberg wir bis 1996 favorisiert hatten. Wir haben uns darum entschieden, zu den Wurzeln zurück und Sperenberg als Standort für einen Großflughafen der Zukunft, einen „Zentralflughafen für Deutschland“ (siehe NNK), Investoren anzubieten, die bereit sind, an diesem Standort mit privater Investition und privater Betreibung, ohne Steuergelder aus dem Brandenburger Haushalt, unverzüglich diesen Flughafen zu bauen. Dafür wird Brandenburg alle Voraussetzungen schaffen.

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8 Responses to BER: Das Desaster wird fortgesetzt

  1. Lärmbetroffener
    16. März 2017 at 12:08

    Wenn bloß mal ein Politiker im Landtag den Arsch in der Hose haben würde, genau dies auszusprechen

  2. Niels
    17. März 2017 at 08:06

    Ich fuerchte ja, wenn die AfD im Landtag sich deutlich gegen den Standort positionieren wuerde, wuerde das die anderen Parteien noch viel mehr darin bestaerken. Denn wenn die „boesen“ dagegen sind, muss es ja gut sein.
    Dass es auch Gruene und FDP nicht hinbekommen, hier Vernunft zu zeigen, ist zu bedauern. So bleibt halt nur BVB/FW, denen dafuer staendig neue Formalien zwischen die Beine geworfen werden.

  3. Anne
    17. März 2017 at 19:31

    Heute in den Nachrichten : „Ich bleibe bei 2018. Ich kenne da draußen jede Schraube“, sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU) am Freitag vor Beginn einer Aufsichtsratssitzung in Berlin-Tegel.Ein Gutachten hatte zuvor Zweifel an einem Start des drittgrößten deutschen Flughafens 2018 geweckt. Technikchef Jörg Marks sagte: Das ist eine schwierige Frage, aber ich bin immer Optimist.“( Quelle:https://www.tag24.de/nachrichten/wird-der-ber-doch-schon-2018-eroeffnet-228590) … Die werden den BER ganz sicher – auch als Flickschusterei- nächstes Jahr an den Start gehen lassen.Von wegen es müssen erst a-l-l-e Mängel beseitigt sein ,da lässt sich doch sicher noch so einiges “unter den Tisch “ kehren . ;-/

    • Andrea Hollstein
      18. März 2017 at 16:03

      Vor der nächsten Landtagswahl 2019 wird der BER nicht eröffnen. Da bin ich mir sehr sicher, denn SPD und LINKE dürften wohl kaum wiedergewählt werden, wenn der BER vor der Wahl eröffnet würde. Dann wäre nämlich für alle hör- und spürbar, wie uns die Landesregierung für dumm verkauft.

  4. Robert Trebus
    19. März 2017 at 10:07

    Umfrage unter Aktivisten
    – Warum geht niemand wegen der BER-Pannen auf die Barrikaden?
    17.03.17 | 18:00 Uhr
    Demos gehören in Berlin zum Stadtbild. Aber regelmäßige große Proteste gegen den BER? Fehlanzeige – die gibt es schlichtweg nicht. Experten sehen dafür unterschiedliche Gründe – zum Beispiel einen ganz praktischen: Der BER ist einfach zu weit weg vom Zentrum.
    Der Flughafen BER ist ein Dauerthema. Die Eröffnung wird immer wieder verschoben, das Bauprojekt wird immer teurer, das Personal wird ausgetauscht, Affären kommen ans Licht – und trotzdem gibt es kaum öffentliche Protestkundgebungen.
    „Ich denke, das hat damit zu tun, dass sich die meisten Menschen die Milliardenbeträge, um die es hier geht, gar nicht mehr vorstellen können“, sagt etwa Alexander Kraus, der Chef des Berliner Bundes der Steuerzahler, im Gespräch mit dem rbb-Inforadio. Ihn hätten durchaus viele Aufrufe erreicht, in Sachen BER aktiv zu werden. „Ich glaube schon, dass das Thema die Leute sehr ärgert.“

    Dafür, dass es wenig öffentlichen Protest gibt, nennt er einen ganz praktischen Grund: „Dass da nicht demonstriert wird, mag daran liegen, dass man da momentan eben nicht so einfach hinkommt. Wenn der BER in der Stadt liegen würde, sähe das vielleicht anders aus.“

    „Der Flughafen ist weit weg“

    Ähnlich argumentiert Matthias Clausen von der Initiative „Kotti & Co“, die gegen steigende Mieten rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg kämpft. „Der Flughafen hat einfach den Vorteil, dass er weit weg ist, in einem Gebiet, in das ich nie komme. Ich bin natürlich, wie jeder andere, noch nie von dort abgeflogen. Niemand hat eine Beziehung dazu“, sagt er. Daher bleibe das Thema BER sehr abstrakt.

    Dabei ließen sich die Ausgaben, die sich dort anhäufen, aus seiner Sicht durchaus konkretisieren – auch mit Blick auf das Thema seiner eigenen Initiative. „Wir haben Modellrechnungen vorgestellt, was es kosten würde, rund um das Kottbusser Tor die Sozialwohnungen zu retten. Wenn der Flughafen vielleicht zwei Monate früher eröffnet würde, wäre die Kohle drin, die man dafür braucht“, sagt er.

    „Wenn man diese zwei Gedanken verbindet, ist es total empörend und wahnsinnig. Aber diese Verbindung wird oft nicht hergestellt.“

    Der amerikanische Historiker Michael S. Cullen. (Quelle: dpa/Settnik)
    Der Publizist und Historiker Michael S. Cullen
    Eine simplere Erklärung für das Ausbleiben des Protests hat der Historiker und Publizist Michael S. Cullen: „Die Berliner sind bequem“, sagt er. Es gehe ihnen sehr gut mit ihren vielen Freiheiten und Freizeitmöglichkeiten. „Warum sollte man sich um etwas kümmern, das noch nicht da ist? Das könnte man tun, wenn das Ding fertig ist.“

    Enrico Schönberg dagegen, der sich beim Bündnis „Stadt von unten“ für eine Stadtentwicklung einsetzt, die Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen zur Gestaltung Berlins teilhaben lässt, weist darauf hin, dass es durchaus Initiativen gebe. Beispielsweise in Sachen Lärmschutz hätte es viele Proteste gegeben. Allerdings hätten die eben nicht mitten in Berlin stattgefunden. „Man schaut sehr auf die Innenstadt und weniger auf den Rand und das Umfeld des Flughafens“, sagt er.

    „Das Thema ist komplex“

    Einen weiteren entscheidender Grund für die wenigen Demos zum BER sehen die befragten Aktivisten in der Komplexität des BER: seinen Strukturen, seinen vielen Gremien und den über Bund und Länder verteilten Zuständigkeiten. „Da den Überblick zu bewahren, wer an welchen Prozessen insgesamt beteiligt ist, ist nicht einfach“, sagt Schönberg.

    „Das heißt, der Protest wird auf einer höheren Ebene auch schwieriger und anspruchsvoller.“ Alexander Kraus vom Bund der Steuerzahler argumentiert ähnlich: „Man sieht ja auch an den Untersuchungsausschüssen, dass das Thema so komplex ist, dass man da kaum jemanden rechtlich verantwortlich machen kann.“

    Der Publizist Michael S. Cullen hat schließlich noch eine ganz andere Vermutung für die Zurückhaltung: „Solange am BER noch gebaut wird, wird Tegel nicht geschlossen.“ Dass es in Berlin künftig nur noch einen Flughafen geben soll, im Gegensatz zu London und New York, halte er für falsch – und viele Berliner sehen das seiner Einschätzung nach genauso. „Wir brauchen mehr Flughäfen, wenn die Stadt größer wird“, argumentiert er. „Warum sollte Berlin nur einen einzigen Flughafen haben, wie eine Kleinstadt? Berlin ist keine Kleinstadt.“

    Aus RBB Inforadio

    • Ferdi Breidbach
      19. März 2017 at 12:37

      Lieber Herr Trebus,
      der RBB Kommentar ist „wohlfeil“. Er verschweigt natürlich die jahrelange Hofberichterstattung des Senders zum BER Chaos. Verschwiegen wurde auch, dass die Bürgerinitiativen in eine Schweigespirale versteckt wurden und vermittelte Informationen von Flughafengesellschaft und „den Woidkes“ unkritisch auch vom RBB verbreitet wurden. Durch immer neue Skandalvorgänge wurde das Publikum verwirrt,die Wahrheit vernebelt und Betroffene kirre gemacht. Da passte es den Skandal – Verantwortlichen in SPD, CDU, Linke und Grüne, dass sich die Bürgerinitiativen selber platt gemacht haben.Auch hier gab es Totalversagen und die Folge von Unglaubwürdigkeit und Resignation. Grund: Mitglieder der Bürgerinitiativen haben „Sprechern“und Vorsitzenden das Feld überlassen an deren Ziele zurecht Zweifel angebracht waren. Nicht vergessen, es ging über Jahre nicht um den Standort sondern um Flugrouten, Lärmschutz oder die Rettung der Nachtruhe. Mit Steuergeldern der Gemeinde, Aktivitäten, unsinnige Veranstaltungen, für die der Hauptverwaltungsbeamten, Baier, die Verantwortung trug wurden Blankenfelder und Mahlower zu Veranstaltungen gekarrt die ausschließlich von der Ursache ihrer Betroffenheit ablenkten. Die Ursache von Nachtflügen,Flugrouten und Fluglärm wurden ausgeblendet weil man in Wahrheit für den BER in Schönefeld war. Unberechtigt ist die Hoffnung nicht, dass es mit dem BER in Schönefeld nichts mehr wird. Das wäre dann Verdienst von politischen Versagern, nicht aber von Bürgerinitiativen die nichts mehr sagen.
      Ferdi Breidbach

  5. Magnus Muschiol
    21. März 2017 at 17:05

    So leid es mir tut, dieses auszusprechen: die Region (zumindest der Brandenburger Teil) bekommt mit BER genau den Flughafen, den sie verdient. Man muss nur einmal die Diskussionen Revue passieren lassen, die es zu diesem Thema in den letzten Jahren in unserem Gemeindekabarett gab.

    Eine interessante Mischung aus CDU, Linken, SPD, Grünen und auch einigen „Freien Bürgern“ verhinderte über Jahre Beschlüsse gegen den BER. Zusätzlich wurden Hunderttausende für fragwürdige Rechtsgutachten und scheinheilige Zivilklagen verbrannt. Wie es anders geht, mussten uns erst die Berliner und Kleinmachnower zeigen. Mit Grossdemos, einem erfolgreichen Volksbegehren und politischem Druck. An der Spitze übrigens ein Mann mit SPD-Parteibuch, Matthias Schubert. Schaue ich mir dagegen die lokalen „Größen“ an, die angeblich für einen „Bürgerfreundlichen Dialog“ zum BER sind, wie Zentgraf-Gerlach, wird mir nur übel.

  6. Gerd-Armin Loh
    10. April 2017 at 17:25

    Ich lese nicht so oft solche von viel Emotion bestimmte Artikel. Aber ich erlaube mir einige Fragen:
    Kennt jemand der Diskutanten das geologische Gutachten zu Sperenberg ?? Sperenberg steht bekanntlich auf Gips.
    Wieviel Wirtschaftskraft geht Berlin verloren, wenn Tegel schließt??
    Hat Berlin ein Interesse an einer zügigen Öffnung des BER ??
    Ist das Wohnumfeld von Tegel nicht vom Fluglärm betroffen und ist trotzdem ein gefragter Wohnstandort ??
    Haben die Grundstückspreise und der Zuzug in das südliche Umland von Berlin etwa nachgegeben??
    Wieviel Bürger sind zum Schallschutz entschädigt worden und haben das Geld für den Schallschutz auch wirklich investiert ??
    Wieviel Flughäfen in Europas Ballungszentren liegen in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten und existiert Frankfurt/ Main nicht schon seit Jahren und wurde erweitert??
    Nein, Ihr selbst ernannten Wissenden, auch Euch ist Objektivität fremd und für Euch demonstrieren ?? Nein Danke

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