Wohnen und Wurzeln in Blankenfelde-Mahlow

18. Mai 2017
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Eine Weisheit ist: Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel. Eine weitere besagt: Alte Bäume soll man nicht verpflanzen.
Wurzeln – ein wichtiger Bestandteil im Leben eines Menschen. Von der Geburt bis hin zum Tod. Es gibt viele Kinder, die in unserer Gemeinde aufwachsen, hier ihre Wurzeln haben. Und es gibt viele ältere Menschen, die ihr ganzes Leben – oder zumindest einen großen Teil – davon in Blankenfelde-Mahlow verbracht haben.

Irgendwann stehen Jung und Alt dann vor demselben Problem: sie suchen eine bezahlbare Wohnung. Die Jungen, um selbständig zu werden und eine Familie zu gründen, und die Alten, um ihren Lebensabend in Ruhe in der gewohnten Umgebung verbringen zu können, weil sie es beispielsweise nicht mehr schaffen, Haus und Garten zu bewirtschaften.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in unserer Gemeinde ist bekannt. Insbesondere in den Diskussionen zu Standorten für Übergangswohnheime oder gar die Integration und Unterbringung von Asylbewerbern wurde deutlich, dass sich diese aufgrund des nicht vorhandenen Wohnungsbestandes nicht realisieren lässt.

Die Förderung des Wohnungsbaues ist eine gemeindliche Aufgabe, um die sich die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow wieder verstärkter kümmern muss, um vorrangig dafür Sorge zu tragen, dass unsere Bürgerinnen und Bürger nicht wegziehen, sondern bleiben oder gar neue dazu kommen.

Aus diesem Grund hat die Fraktion BB/FDP der Gemeindevertretung einen Antrag eingebracht, über den die Gemeindevertretung am 01.06.2017 abstimmen wird. Es geht hier sozusagen um einen möglichen Startschuss für neue kommunale Wohnungsbauprojekte. Dazu ist es erforderlich, dass durch die Verwaltung ermittelt wird, welche Grundstücke sich in ihrem Eigentum befinden, die sich für Wohnungsbauprojekte – explizit Mehrfamilienhäuser – eignen würden.

Dieser Antrag ist vom 12.05.2016(!). Der Ausschuss S&K hat sich hiermit sehr kontrovers befasst, weil es von einigen Mitgliedern angezweifelt wurde, dass tatsächlich Bedarf besteht. Zudem wurde meiner Fraktion vorgeworfen, hier Stimmung für Wohnungsbau zu machen, auf der anderen Seite aber dem Investorenentwurf für Mahlow-Nord nicht zugestimmt hat. Außerdem herrschte Unverständnis darüber, was die 11 Grundstücke, die für Übergangswohnheime im Gespräch waren, damit zu tun haben.

Lassen Sie mich hierzu Folgendes antworten:
Die Diskussionen im S&K waren nicht mehr zielführend, sondern es wurde eine Entscheidung durch immer weitere Prüfaufträge an die Verwaltung verzögert. Vielleicht hat das eine oder andere Ausschussmitglied gehofft, wir lassen den Antrag irgendwann entnervt fallen.
Eine von Frau Wach aus der Fraktion Die Linke geforderte Zuarbeit von Hausverwaltungen zu Mietanfragen und Auslastung des Wohnungsbestandes hat unseren Antrag bestätigt. Ich gehe davon aus, dass das so nicht geplant war …

Der Antrag führt noch zu keinem Bauprogramm, sondern soll die Möglichkeiten darstellen, ob, wo und wie der kommunale Wohnungsbau in Blankenfelde-Mahlow gefördert werden kann, denn es fehlt an bezahlbarem Wohnraum. Offensichtlich gibt es ja Grundstücke, die groß genug sind, Mehrfamilienhäuser zu errichten – das wurde mit der Grundstücksliste für mögliche Standorte für Übergangswohnheime erkennbar.

Wir sind der Meinung, dass sich die Gemeinde letztlich nicht nur darum kümmern sollte, wie und wo man Asylbewerber unterbringt, sondern auch, wie und wo sie ihren Bürgerinnen und Bürgern bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen kann. Sicher: wir sind eine Gemeinde mit einem hohen Anteil an Einfamilienhäusern/Wohneigentum. Aber es gibt auch genügend Menschen bei uns, die sich das so nicht leisten können, zumal die Preise auch auf dem privaten Wohnungsmarkt in unserer Gemeinde explodieren.

Nicht alle Grundstücke, die möglicherweise für Asylbewerberunterkünfte geeignet gewesen wären, hätten sich auch für den kommunalen Wohnungsbau geeignet, da sie in Fluglärmbeschränkungszonen liegen – wie zum Beispiel der Bahnhofsschlag in Dahlewitz. Es ist uns wichtig heraus zu stellen, welche Grundstücke für Wohnungsbebauung geeignet sind, um dann entscheiden zu können, was für Wohnungsbauprojekte umgesetzt werden könnten. Was wir aber auf keinen Fall wollen, ist, Wohnungsbau in zukünftigen Fluglärmbeschränkungszonen zuzulassen, so wie es in Mahlow Nord geplant ist. Solche Projekte führen alle Schallschutz- und Fluglärmklagen der Gemeinde ad absurdum.

Andrea Hollstein
BB/FDP

12-2016 Antrag Sozialer Wohnungsbau 2 1
Auswertung Wohnraumbedarfsanalyse
Teil 3: WOBAB-Dokumentation

 

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