BER: Linker Pharisäer

3. Juni 2017
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Lesen Sie hier bitte einen Kommentar der Neuen Aktion (NA) zum Gastbeitrag des Berliner Mitglieds des Bundestages, Stefan Liebich (Linke), „Der Flughafen Tegel ist eine Zeitbombe“ in der Berliner Zeitung vom 30. Mai 2017:


Ein „Gastbeitrag“ in der Berliner Zeitung entlarvt:
Der Linke Liebich, MdB, ist ein Pharisäer der Sonderklasse. Politiker, denen pharisäerhaftes Verhalten vorgehalten werden kann, gelten als „Speichellecker“, „Betrüger“, „Heuchler“, „selbstgerecht“, „Menschen mit Doppelmoral“ oder „falsche Hunde“!

Der Berliner Bundestagsabgeordnete der Linken, Liebich, hat mit seinem Gastbeitrag einen Text in klassischer Pharisäer–Manier abgeliefert. Gleich, ob in betrügerischer Absicht, als Heuchler oder Doppelmoralist, der Inhalt seiner Auslassungen zum Flugbetrieb von Tegel, der Notwendigkeit der Betriebsaufgabe, passt immer zur Pharisäer-Klassifizierung. Dabei besteht kein Zweifel über die Gefahren dieses Standortes und mögliche Folgen eines Flugzeugabsturzes. Nur, diese Gefahren gelten in seinem Beitrag, benannt mit 300 000, nur bestimmten Berlinern, u.a. seiner Wählerklientel in seinem Wahlkreis Pankow. Menschen, auch Berliner und Brandenburger, angeblich nur 150 000, die von Flugzeugabstürzen in Schönefeld betroffen wären, existieren für den „Linke“Menschenfreund nicht. Ohne Skrupel unterschlägt er, dass für die Einflugschneise des von ihm gewünschten BER und dem Weiterbetrieb des DDR–Nachlasses „Schönefeld – Alt“ (SXF), exakt zutrifft, was er für seine Klientel als unzumutbar herbeischwätzt. Schlimmer noch, bar jeder Kenntnisse der möglichen Absturz-Regionen, verschweigt er, dass 90% aller bisher bekannten Flugzeugabstürze weltweit im Radius von ca. 20 km um Flughafenstandorte stattfanden. Liebich jammert über 185 000 Flugbewegungen vom TXL, die angeblich 300 000 Berliner zu Fluglärm Betroffenen machen. Was Betroffene nach Inbetriebnahme BER aushalten müssen, Fluglärm und Absturzgefahren, Nachtflug vom SXF, 400 000 Flugbewegungen/Jahr bei Planung auf 50 Mio. Passagiere/Jahr mit 500 000 Flugbewegungen/Jahr im Minutentakt, verschweigt der Vertreter seiner Wählerklientel. Das nennt man Doppelmoral und Verachtung von Menschen, die Liebich einer zweiten Klasse zuordnet. Er wiegt seine Wählerklientel in Sicherheit vor Abstürzen, weil sie nicht betroffen seien, sobald der Flugbetrieb TXL eingestellt wird. Er macht seiner Klientel vor, Pankow, Berlin Mitte, der Berliner Süden oder Osten würde nicht im kritischen Absturz– und Lärmbereich liegen, wenn nicht von TXL, aber von SXF oder BER geflogen würde. Weil er wissen muss, dass diese Berliner Stadtteile mit allen Risiken ausgehend von SXF und BER genauso betroffen sein können wie von TXL, belügt er seine Wähler mit dem Ziel, von diesen wieder gewählt zu werden. Diese Lüge kann man auch als Speichelleckerei und Wählerverdummung bezeichnen.

Nur noch lächerlich sind seine Hinweise auf mögliche Lärmschutzkosten für Betroffene nach Weiterbetrieb von TXL. Ausgerechnet ein Linker in zig Parlaments– und Parteifunktionen, entdeckt nun Lärmschutzkosten. Da bleibt festzuhalten: Er und seine Linke sind mitverantwortlich für ein BER Desaster, das bisher – Ende offen, sicher schon 8 Milliarden, nicht wie die Propaganda behauptet 6,5 Milliarden, gekostet hat. Mögliche Lärmschutzkosten für seine Klientel sind vor diesem Hintergrund „Peanuts“. So etwas nennt man Heuchelei. (Im übrigen liegen die Kosten für die Nachrüstung des Lärmschutzes in Tegel nach Senats-Gutachten bei vergleichsweise geringen 109 Mio. € – denn die Flughafengesellschaft hatte am TXL bis in die 90er Jahre Lärmschutz deutlich über dem Niveau des alten Fluglärmschutzgesetzes gewährt – natürlich auf Steuerzahlerkosten.)

Dann jammert Liebich noch, dass TXL aus „dem letzten Loch“ pfeift. Die Ursache verschweigt er geflissentlich. Tegel und auch SXF mit unterirdischem Service sind das Produkt von Fehlplanungen, BER–Bauskandalen und einer laufenden BER Bauzeit, die heute mit 14 Jahren angekündigt ist. Verantwortlich dafür ist auch die Linke, die sich fleißig daran beteiligte, aus dem BER den modernsten Flughafen Europas, eine „Kathedrale des 21. Jahrhunderts“ zu fabrizieren.

Liebich verschweigt, dass die Linke in Berlin und Brandenburg genau so lange gegen den Großflughafen BER in Schönefeld kämpfte, wie sie nicht mit Regierungsmitgliedern von den „Fleischtöpfen Jerichos“ partizipieren konnten. Mit Eintritt in die Landesregierungen praktizierten sie eine Wendehalspolitik, die an Skrupellosigkeit und Wählerbetrug ihres Gleichen nicht findet. Noch 2001, im Wahlkampf zum Abgeordnetenhaus, nach dem Sturz von Diepgen (CDU), verkündeten die Berliner PDS/ Linken:..“
„Wenn wir stark werden und (mit-) regieren können, dann wird es kein Großflughafen Schönefeld geben. Wir sind die einzige Partei, die die Menschen in Süd-Ost-Berlin beschützt!“

Liebich, Gysi und andere Abgeordnete der PDS/Linke wie Pewestorff oder Frau Matuschek müssen daran erinnert werden, wie sie vom neuen Regierenden, Wowereit (SPD), klassifiziert wurden. Ist es nicht wahr, dass Wowereit PDS/Linke als besonders postengeil und unterwürfig als Koalitionspartner in seine Arme nahm? Stimmt es etwa nicht, dass sie als „Speichellecker“ und Wahlbetrüger für ihre Regierungsbeteiligung nun erklärten: Wir waren schon immer für den Großflughafen BER. Sollten die Betroffenen, auch ihre Wähler, sich nicht mehr an die verlogenen Eiertänze erinnern, die Linke regelmäßig auf Protestveranstaltungen gegen die verfehlte Standortpolitik zum Besten gaben? In heuchlerischer Absicht wollen sie heute vergessen machen, dass man gegen den BER war, um immer dafür zu sein?

Der Beitrag von Liebich ist für seine und die Doppelmoral der „Linke“ beispiellos. Diese sich so darstellenden Menschenfreunde teilen Betroffenheiten und Menschen in zwei Klassen ein. Erstklassig sind potentielle Linke–Wähler, die immer für dumm verkauft werden, wenn es ihrer Machtbeteiligung dienlich ist. Diese Einteilung zur Kategorie „erstklassig“ und „zweitklassig“ begründet Liebich mit seinem verlogenen Schutzgesang auf die Unerträglichkeit möglicher Flugzeugabstürze, ausgehend vom TXL, und der Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm.

Man darf Liebig für seinen Gastbeitrag dankbar sein. Der Inhalt, ungetrübt von Sachkenntnis, dafür aber entlarvend für seine und die Ziele der Linken, ist mehr als lesenswert.

Für Neue Aktion (NA)
Ferdi Breidbach

BZ vom 24. April 2017:
„Senat rechnet vorsorglich mit Tegels Weiterbetrieb“

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8 Responses to BER: Linker Pharisäer

  1. Uli Paul
    4. Juni 2017 at 19:50

    Es ist unerträglich, wie beleidigend hier von unerzogenen Personen über politische Gegner hergezogen wird!

    • redaktion
      6. Juni 2017 at 08:23

      Ihr anonymer Kommentar würde bei jeder Zeitung wie selbstverständlich im Papierkorb landen – „unerträglich“!
      „Unerträglich“ auch: „Die Nachdenkseiten“ erdreisten sich, Stefan Liebich zu kritisieren. Und auch die „Berliner Zeitung“, zum Beispiel.
      Oh ja: „Die Menschen sind gut, aber die Leute sind schlecht.“(Karl Valentin) Unerträglich …

  2. Gast66
    6. Juni 2017 at 11:08

    Frage: Welche der beiden Pisten ist schon wieder um ca. 5 Meter abgesackt, doch nicht etwa die Südpiste?

  3. Anne
    6. Juni 2017 at 14:13

    Gast66, …von mir aus gern die Südbahn denn : Im Zuge der geplanten Bauarbeiten wird es nötig sein, die Start- und Landebahn des Flughafens Schönefeld vorübergehend zu schließen. Ab Mitte Juli 2017 soll der Flugverkehr von Schönefeld deswegen für rund drei Monate über die zukünftige südliche Start- und Landebahn des BER abgewickelt werden. Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH wird dies Anfang Oktober bei der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB) offiziell beantragen. ( Quelle : http://www.berlin-airport.de/de/presse/pressemitteilungen/2016/2016-09-19-ausbau-sxf/index.php )
    So bliebe uns vieleicht einiges an Lärm erspart,es war letztes Jahr schon einige Monate die Hölle …

    • Heike Saase
      6. Juni 2017 at 20:51

      Liebe Anne,

      der Lärm bleibt niemanden erspart. Es sei denn der BER wird niemals eröffnet. Ich wünsche niemandem den Lärm, auch Ihnen nicht. Ich als ständig Lärmbetroffene käme niemals auf die Idee, mir Ruhe und Ihnen dafür Lärm zu wünschen.

  4. G-A, Loh
    6. Juni 2017 at 19:37

    Ich weiß nicht, was die Herren Liebich und Breitenbach veranlasst hat, so weit von der Sache weg und so nahe am Brandkaiser Nero zu argumentieren. Keine Hauptstadt dieser Welt hat einen Single-Airport mit all seinen Gefahren und Unwägbarkeiten, beginnend vom Wetter bis hin zum Versagen von Technik und Mensch. Hasskommentare des Herrn Breidbach ändern das nicht, die Einseitigkeit des Herrn Liebich auch nicht. Aber beiden Personen ist eines gemeinsam, sie sind in der Entscheidungsfindung und Problembearbeitung des BER völlig unbedeutend.

    • 10. Juni 2017 at 09:42

      Herr Loh, wer Fakten nicht bewertet, stürzt sich in Falschinterpretationen und Behauptungen, die mit dem Inhalt, auch meines Berichtes, nichts zu tun haben. Sie hätten und haben die Gelegenheit, zum Bericht MdB Liebich und meiner Erwiderung beweisen zu können, was an beiden Berichten wahr oder unwahr, sachlich falsch oder richtig ist. Darauf haben Sie verzichtet und die billige Keule benutzt: Wenn ich sachlich keine Antwort habe, polemisiere ich den Stil. Das ist billig und lenkt von der Unfähigkeit ab, nichts, gar nichst, zum Inhalt sagen zu können.
      Ferdi Breidbach

  5. Anne
    6. Juni 2017 at 21:52

    @Heike Saase,da haben Sie Recht und ich wollte auch nicht so verstanden werden das ich mir/uns Ruhe ,aber anderen den Fluglärm wünsche! Direkt betroffen sind wir seit ewigen Zeiten und nach drei Umzügen innerhalb des Ortes immer wieder: entweder spielte sich der Flugverkehr neben,oder direkt über unseren Köpfen ab- dennoch konnte man damit leben.Geht aber der neue BER an den Start ist Schluss mit Lustig ,eine “Kostprobe“ was einen dann erwartet,“durften“ wir halt letztes Jahr über Monate und direkt über uns ertragen – und dieses Jahr ab Mitte Juli wieder.Wenn man davon ausgeht das nach Eröffnung des BER Start und Landungen im Minutentakt passieren werden,dann packt einen heute schon die Angst weil das nicht auszuhalten sein wird! Der versprochene Lärmschutz hinkt in unverhältnismässigem Schneckentempo hinterher – alles ein einziges Fiasko …

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