BER: Tegel bleibt offen. Nicht das Ergebnis des Volkentscheides (24. 09.17), sondern was faktisch geschieht, erzwingt den Weiterbetrieb

4. August 2017
Von

Flughafenpolitik der Berliner SPD, von Grünen und Linken vor dem Gau – ein Ausweis moralischer und politischer Verkommenheit
Die Auseinandersetzung um den Weiterbetrieb von Tegel (TXL), mit dem kommenden Höhepunkt der Volksabstimmung am 24 Sept. 2017, offenbart den ganzen Unsinn der BER Standortentscheidung „Schönefeld“ von 1996. Die für den Unsinn Verantwortlichen in SPD, Linke und Grüne, ihr Vorarbeiter der Regierende Müller (SPD), stehen vor dem Gau ihrer Flughafenpolitik.
Verzweifelt versuchen sie, mit Unwahrheiten über die Lärmbelastung Betroffener in der TXL Region, mit Phantasiesummen über Folgekosten eines TXL Weiterbetriebs, mit Rechtsbegründungen, ihre in Stein gemeißelte Ohnmacht zur Rechtssetzung darstellen, Medien zu instrumentalisieren und die Öffentlichkeit zu täuschen. 150 000 durch Fluglärm Betroffene in der kommenden BER Einflugschneise finden keinerlei Erwähnung. Sie sollen aber dem dreifachen Lärm ausgesetzt werden, denn sie werden von allen Flugbewegungen betroffen sein, wenn am BER 40 Mio., nach 2025 50 Mio. Passagiere am zu kleinen BER abgefertigt werden müssen.
Die „Zuwendung“ von SPD, Linken und Grünen gilt nur den Tegel–Betroffenen. Diese könnten aber durch Flugbeschränkungen in Zeit und Zahl massiv entlastet werden, weil nach Inbetriebnahme des BER nicht mehr 22 Mio. Passagiere den TXL nutzen werden.
Vor diesem Hintergrund erinnert Neue Aktion (NA) die SPD an ihr Konzept zum Bau eines Großflughafens in Sperenberg, das sie 1995, mit ihrer Spitzenkandidatin, Ingrid Stahmer, als Wahlschlager hunderttausendfach an die Berliner verteilt hat.

Die SPD muss an Ihre Vergangenheit erinnert werden
Wer die Historie der Berliner SPD Flughafenpolitik heute in Erinnerung ruft, der kommt zwangsläufig zur Wertung: Diese Partei hat innerhalb kürzester Zeit ihre programmatischen Ziele und sich selbst verraten! Damit hat sie jegliche Perspektive zur Zukunft des Berliner Luftverkehrsmarktes durch Selbstbetrug zerstört und die Öffentlichkeit und die eigenen Wähler als dummes Wahlstimm–Vieh missachtet.
Ihr sachlich unangreifbares Konzept (siehe unten), mit großem Aufwand und gegen Widerstände der CDU 1995 verkündet, hat sie zu Gunsten des heute von ihr zu verantwortenden BER Desasters in den politischen Abfall geworfen.

Wowereit (SPD) steht für den Verrat an seiner SPD
Seit der Regierungsübernahme 2001 hatte diese Partei, der neue Regierende Wowereit, zig Möglichkeiten, aus den CDU Vorgaben, der katastrophalen Standortentscheidung, in Schönefeld erneut einen innerstädtischen Flughafen zu bauen, auszugsteigen. Die trächtigste dieser Möglichkeiten war das Scheitern des Versuchs, den BBI/BER Bau (2003) durch Privatinvestoren bauen und betreiben zu lassen. Großkotzig kam die Erklärung: wir können es selbst und billiger. Warum die SPD diese Erkenntnis nicht schon 1996, bei ihrer Zustimmung zum sogenannten Konsensbeschluss hatte, ist Betriebsgeheimnis der SPD.
Mit Aufkündigung des Konsensbeschlusses, der durch die heutige Entwicklung ohnehin bedeutungslos ist, hätte Wowereit sofort nach seinem Amtsantritt nicht nur die Fachwelt auf seiner Seite gehabt. Es hätte einen Flughafenneubau, ohne Kapazitätsbegrenzung, mit 24 Stunden-Flugbetrieb gegeben, der für Jahrzehnte eine Zukunft als internationales Drehkreuz gehabt hätte.
Die ganze Auseinandersetzung über die Folgen des BER in Schönefeld, unzureichenden Schallschutz, Weiterbetrieb von Tegel (TXL), den rechtswidrigen Weiterbetrieb von Schönefeld (SXF), wären nicht eingetreten. Die moralische Verkommenheit, mit Schließung von TXL Menschen vom Fluglärm zu befreien, diesen Fluglärm aber mit doppelter, ja dreifacher Wucht den Menschen überzuhelfen, die in der Einflugschneise SXF leben, wäre nicht entstanden. Stattdessen wäre, im ursprünglichen Sinn der SPD, ein Flughafen mit Zukunft für mindestens 100 Jahre auf den Weg gebracht worden.
Er hätte die Priorität von Menschenwürde und den Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Anwohner als Verfassungsgrundsatz gesichert. Damit wäre eine Stadtentwicklung mit Zukunftsperspektiven, bestehender und neuer Wohnraum ohne Fluglärmbelastung und die Bewahrung wertvoller Erholungsgebiete als Ruhezonen positiv eingeleitet worden.

Bis heute fehlt jede Erklärung zu Gründen des Verrats
Warum der von Wowereit geführte Senat, unterstützt von der Brandenburger SPD unter Stolpe (SPD), sich und ihr Flughafenzukunftskonzept am Standort Sperenberg verraten haben, wurde von diesen Verrätern bis heute nicht begründet. Fakt ist, sie haben mit einer Rücksichtslosigkeit, die ihresgleichen sucht, Berlin und Brandenburg national und international lächerlich gemacht und Berlin jede Chance genommen, an einer Flughafenpolitik teil zu haben, die einer Hauptstadt würdig und für die Entwicklung einer wirtschaftlichen Zukunft Voraussetzung wäre.

NA kennt die Antwort auf den Verrat
Warum will Neue Aktion (NA) an den Verrat erinnern? Das wäre, so behaupten Einfältige und Täuscher, Vergangenheit und dadurch die Entwicklung und die Milliarden, die fehlinvestiert wurden, nicht mehr rückhohlbar. Diese Schutzbehauptung ist der nächste Verrat. Es ist unwiderlegbar, dass der BER, mit oder ohne TXL und SXF, selbst mit einer dritten Piste in Schönefeld, in seiner Entwicklung spätestens 2040 am Ende ist. Beim Berlin Brandenburger Planungstempo muss unverzüglich eine Neuplanung für einen Großflughafen eingeleitet werden, der wettbewerbs– und zukunftsfähig und dazu auch raumverträglich ist. Vor dem Hintergrund erwiesener Berliner und Brandenburger Unfähigkeit kommt für Planung, Bau und besser auch für den Betrieb nur eine private Investorengruppe in Frage. Nur sie kann sicherstellen, dass die bisherige BER Investition nachgenutzt wird.
(Siehe auch „Zentralflughafen für Deutschland- eine Alternative zu BBI/BER) Wer behauptet, der Standort Sperenberg ist ausgeschlossen, der ist aufgefordert, mit einem neuen Standortsuch- und Raumordnungsverfahren eine bessere Standortlösung zu finden.

Was ist die Zukunftslösung
Wertvollste Hinweise für einen Zukunftslösung findet man auch im Konzept der SPD aus 1995 (siehe unten).
Dieses Konzept ist heute herausragende Grundlage für einen Neuanfang. Es sichert die dann stillgelegten Flughäfen TXL und SXF für Investitionen in Städte– und Wohnungsbau sowie Gewerbeansiedlung an hervorragenden Standorten. Es vermeidet für die Zukunft Verkehrschaos und Fluglärm in den Siedlungsgebieten Berlins und seines Umlands und erhält alle Erholungsgebiete in und um Berlin. NA will mit der Veröffentlichung des folgenden Aufrufs der Berliner SPD aus dem Wahlkampf 1995 den Verrat belegen und die Folgen dokumentieren.

_____________________________________________________________


_________________________________________________________________

____________________________________________________________

____________________________________________________________

_____________________________________________________________

Tags: , , , , , , , ,

15 Responses to BER: Tegel bleibt offen. Nicht das Ergebnis des Volkentscheides (24. 09.17), sondern was faktisch geschieht, erzwingt den Weiterbetrieb

  1. Gast61
    6. August 2017 at 00:06

    Nun erfuhr ich heute Samstag-Nachmittag, daß Lauben und Wohnhäuser in Glasow am Kienitzberg langfristig geräumt werden müssen, weil der Flughafen dort noch eine Landebahn bauen will. Wie soll diese aussehen? Wissen die betroffenen Bürger mehr darüber und können sich mal hier im Forum äußern?
    Schönes Wochewnende

  2. Anne
    6. August 2017 at 00:47

    @Gast61,die dritte Bahn ist schon lange in Planung und nun finden (fanden?) auch erste Feldvermessungen statt. http://www.pnn.de/mediathek/684667/1/
    Ich selbst habe den Eindruck das viele Bürger das zwar auch wissen,sich aber über die Tragweite einer dritten Bahn genauso wenig im Klaren sind,wie über die Tatsache der Belastungen durch den BER generell !Da wird sich das Problem schön geredet:Der Flughafen war schon immer da und wem das nicht passt,der kann ja wegziehen. WAS mit Eröffnung des BER und dann ( geplant ab 2020/21) auch mit einer dritten Start/Landebahn auf uns alle zukommt,das schieben viele einfach weg – bis es dann zu spät ist.Diese typisch deutsche Mentalität still zu halten und abzuwarten,wird vielen dann bitter aufstossen,aber dann sind alle Messen gesungen … Was die Leute in Glasow betrifft : es wurde schon vor Jahren von einer Räumung am Kienitzberg gemunkelt.Habe dort eine ehemalige Arbeitskollegin wohnen ,da war es auch immer wieder mal (aber noch kein konkretes ) Thema…

    • Gast61
      6. August 2017 at 11:01

      @ Anne,Vielen Dank für den Link im PNN, ich kannte ihn nicht. Vielleicht erfahre ich heute/morgen noch von einem bekannten, ob die ursprünglich vorgesehenen Flugrouten der Südpiste von den heutigen abweichen oder nicht. jetzt soll ein Terminal schon wieder unter Wasser stehen..

      • Heike Saase
        6. August 2017 at 14:14

        Gestern Abend soll das THW am A10 Center kräftig Wasser gepumpt haben. Ich höre auch von immer mehr Leuten, das Wasser aus dem Boden in die Kellerwände zieht und der Grundwasserspiegel augenscheinlich sehr hoch ist. Da es seit einiger Zeit trocken ist, können ergiebige Regengüsse dafür wohl nicht verantwortlich sein. Ich behaupte mal einfach, das das mit dem BER zu tun hat. So viel Wasser das da abgepumpt wird, muss ja irgendwo hin. Und Wasser sucht sich bekanntlich immer seinen Weg. Schon bei der Anhörung haben Experten vor dem Wasser gewarnt.
        Sollte der BER das Umland nun auch noch in ein Sumpfgebiet verwandeln…. man glaubt ja immer im Zusammenhang mit dem BER kann es nicht schlimmer werden….Da möchte ich mich jetzt schon mal bei meinem “ guten Nachbarn “ bedanken.

        • Gast87
          7. August 2017 at 11:06

          Stimmt! Es hat diesen Sommer ja wirklich kaum geregnet.
          Echt abenteuerlich, wofür der Flughafen alles verantwortlich gemacht wird.

  3. Anne
    9. August 2017 at 01:32

    @Gast87,nicht der Flughafen wird verantwortlich gemacht,sondern Politiker und Planer die den BER auf Deibel komm‘ raus und auf Kosten der Steuerzahler dort bauen wollen,wo es nachweislich und schon seit Jahren immer wieder ( neben allen anderen bis jetzt nicht gelösten Mängeln) auch Grundwasserprobleme gibt die in schöner Regelmässigkeit so einiges dort absaufen lassen ! Aber was soll’s – es kann ja nicht sein,was nicht sein darf und sich eingestehen das der BER an diesem Ort total fehlgeplant ist ,auf keinen Fall werden diese Herrschaften das zugeben !!! Wenn es nicht so traurig wäre,dann könnte man über diese Posse nur lachen.Das ist einem aber schon lange vergangen …

  4. Gast61
    9. August 2017 at 12:04

    Der Tunnel,indem regelmäßig Fahrten zwecks Vermeidung von Schimmelbildung gemacht werden,steht nach Angaben von Bekannten teilweise unter Wasser. Fragt man sich,ob da noch gefahrlos weiterhin diese Fahrten gemacht werden und wie hoch da drinnen das Wasser steht.

  5. Anne
    9. August 2017 at 13:14

    @Gast61,hier mal ein Beitrag aus 2012 :http://www.aero.de/news-16380/BER-koennte-auch-Probleme-mit-dem-Untergrund-haben.html .Das Problem dürfte immer noch nicht gelöst sein,wird aber beharrlich in der Öffentlichkeit totgeschwiegen.Vor einigen Jahren wurde auch noch im TV darüber berichtet-heute hört ,sieht und liest man nichts mehr davon : warum wohl ? …

  6. Anne
    9. August 2017 at 13:17
    • Gast87
      10. August 2017 at 10:55

      Mein Cousin hat einen Bekannten der einen Freund hat der letztens am BER war. Und der hat erzählt, im BER-Terminal würden heimlich Messen der Pastafaris abgehalten…

      Meine Güte, natürlich ist der BER und vieles was dort abgeht ein Skandal.

      Man muss aber auch nicht jeden Quatsch glauben, der erzählt wird. 2012 wurde von Rissen im Terminal berichtet, es steht aber immer noch. 2012 wurde berichtet, die Südbahn wäre von Wasser unterspült, die Südbahn war aber 2015 für ein halbes Jahr problemlos in Betrieb und ist es im Moment wieder. 2012 wurde berichtet, der BER-Tower sei schief, von dort wird aber seit März 2012 der Flugbetrieb des Flughafens Schönefeld gesteuert. Viele Gerüchte sind doch einfach nur völliger Quatsch!

  7. Anne
    10. August 2017 at 12:50

    @Gast87, da ich wirklich nicht alles glaube was man mir vorsetzt,überspringe ich mal einige Passagen Ihres Kommentares.Was aber das angeht:“… 2012 wurde von Rissen im Terminal berichtet, es steht aber immer noch. “ ,da kann ich nur antworten – ja, steht noch ,weil ständig daran herum gepfuscht wird ! Sie können den BER verteidigen wie Sie wollen,aber Fakt ist das dieser schon vor Jahren eröffnet werden sollte,Fakt ist das er Unsummen an Mehrkosten verschlingt, Fakt ist das dort noch gar nichts klappt und Fakt ist auch und immer noch ,das sein Standort falsch gewählt ist.

    • Gast87
      11. August 2017 at 10:34

      @Anne: Wie Sie meinem letzten Kommentar sicherlich entnommen haben, habe ich die Vorgänge am BER selbst als Skandal bezeichnet. Insofern verstehe ich nicht, wieso Sie behaupten ich würde den BER verteidigen.

      Trotzdem habe ich mir erlaubt darauf hinzuweisen, dass es rund um den BER eine Menge Gerüchte und Behauptungen gibt, für die es oftmals seit Jahren keinerlei Belege (z.B. Fotos oder Videos) gibt. Und dazu gehören eben Risse im Terminal, Wasser im Bahntunnel, der schiefe Tower und die unterspülte Landebahn.

  8. Anne
    11. August 2017 at 20:09

    @Gast87, “ … Und dazu gehören eben Risse im Terminal, Wasser im Bahntunnel, der schiefe Tower und die unterspülte Landebahn…“ Ja eben, glauben Sie denn im Ernst das man UNS DAS zeigen wird ???

    • Gast87
      11. August 2017 at 22:24

      @Anne: Mit Sicherheit. Von der BER-Baustelle sind in den vergangenen Jahren hunderte interne Dokumente an die Presse gelangt. Viele Journalisten haben damit ne Menge Berichte schreiben können. Und wenn sich vertrauliche Dokumente weitergeben lassen, dann sind Fotos ja wohl kein Problem.

  9. Heike Saase
    12. August 2017 at 12:09

    Besonders perfide und verachtenswert finde ich die Haltung von unserem Landesvater Herr Woidke und unseren Volksvertretern im Brandenburgischen Landtag zur Schließung Tegels. Haben die nicht alle einen Eid geschworen , alle Gefahren um Leib und Leben von uns abzuwenden? Oder habe ich da was missverstanden?
    Wie kann es sein, dass sie wollen, das wir Brandenburger den dreifachen Lärm der Tegeler hinnehmen sollen? Wo bleibt da unser Schutz? Wer schützt uns?
    Das ist schon ein Paradoxon. Die Brandenburger Politiker tun so, als seien sie Berliner.
    Nach wie vor steht die BER Bauruine alleine auf Brandenburger Boden und eben nicht auf Berliner oder Bundes Boden. Es wäre ein leichtes für unsere Brandenburger Volksvertreter, uns von diesem Übel zu erlösen. Wie kann sich unsere Landesregierung von anderen vorschreiben lassen, was auf unserem Grund und Boden gebaut wird?
    Diese ganze Vorstellung, die unsere Politiker im Landtag, mit Ausnahme BVB/ Frei Wähler , da abliefern ist nur noch verachtenswert. Was wollen sie damit bezwecken, das hunderttausende Brandenburger krank gemacht werden sollen? Ob dieser Haltung bin ich so langsam verzweifelt.
    Bin da jetzt gespannt, was das Umdenken einiger Lokalpolitiker in Sachen TXL Offenhaltung , bewirken kann.
    Und bitte, es möge mir niemand mit dem „weltbesten Schallschutz“ kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.