Es ist heraus: Der BER wird ein Flughafen mit Obergrenze

10. Oktober 2017
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Seit „Flughafenchef“ Lütke Daldrup („LD“, Volksmund Lütke Bautrupp) seinen Masterplan zum Ausbau des unvollendeten BER in die Öffentlichkeit posaunte, ist entschieden, dieser Masterplan legt für den Traum der BER–Vollendung eine Obergrenze fest.
Obergrenzen Diktat: nach 2040 Stopp des möglichen Wachstums und Abschied von der Entwicklung des Flugverkehrs. Ganz im Sinne der Versager, ihrer Fehlplanungen, ist der Masterplan die politische Waffe zur Begründung der Schließung von Tegel (TXL) und der Verhinderung des Baus einer dritten Start– und Landebahn. An der Wiege dieses Obergrenzen-BER stand die falsche Standortentscheidung. Sie positioniert den Flughafen in dichte Besiedelung, zwischen 2 Siedlungsbändern mit 100 000 Einwohnern, und erzeugt so das selbstverschuldete Desaster. Mit einer bisherigen Bauzeit (ab 2006) von nun 12 Jahren, sieben Terminen, den „modernsten Flughafen Europas“ (Propagandaaussage) in Betrieb zu nehmen, sind Zweifel angebracht, ob er, Masterplan zur Erweiterung hin oder her, überhaupt jemals in Betrieb geht. Der BER als „Kathedrale des 21 Jahrhunderts“ (Propagandaaussage) ist eine Schande für das Image der Hauptstadt und aller politisch Verantwortlichen auch in Brandenburg. Die Beschmutzung des Namensgebers „Willy Brandt“, die Kostenspirale von absehbar 10 Mrd. €, nach oben offen, und die Unwirtschaftlichkeit des BER mit Milliardenbelastungen für die Steuerzahler, werden durch den Masterplan nicht abgewendet.

Wie immer, wenn es um Täuschung der Öffentlichkeit geht, ist mit Propaganda und Wohlwollen in unkritischen Medien eine Begleitmusik fällig, deren mangelnde Recherchequalität oft in unkritischer Berichterstattung endet. Seit Jahren wird die jeweils aktuelle Berichterstattung immer wieder von Fakten eingeholt. Auf den Boden von Realitäten gelandet wird dann, durch Treiben „einer neuen Sau durchs Dorf“ vergessen gemacht, was an wohlwollender Berichterstattung auf Zuschauer, Hörer und Leser abgelassen wurde. Wie gehabt dann auch die Wiedergabe der Propagandaaussagen des LD zu seinen Zukunftsplänen zu einem BER als Großflughafen für 50 Mio. Passagiere. Fakt ist, bei nur geringstem Rechercheaufwand kommt heraus: Die Chancen, den BER in Betrieb zu nehmen, ihn für 50 Mio. Passagiere/Jahr auszubauen, gehen gegen Null. Was von Lütke Daldrup, unter Beifall des RBM Müller (SPD), seinen Schleppenträgern, Ministerpräsident Woidke (SPD), den SPD Abgeordneten, den Linken und Grünen in Berlin und CDU in Brandenburg, mit dem Masterplan vorgelegt wurde, ist, selbst wenn theoretisch die Umsetzbarkeit vorausgesetzt würde, eine Bankrotterklärung, die ihren Gipfel in der Obergrenze ihrer Kapazität hat.

Diese Bankrotterklärung stützt LD auf Kapazitäts- und Passagierprognosen, die nur ein Ziel verfolgen: Der gemalte Masterplan, die Terminalkapazitäten ohne Funktionsnachweis und der Flugbetrieb sollen sicherstellen, dass der BER ausreichend Kapazitäten bis 2040 hat. Danach ist mit der Obergrenze ein schwarzes Loch Konzept des LD. Und Tegel (TXL) kann geschlossen werden und irgendwann kann auch der widerrechtliche Betrieb von „Schönefeld Alt“ (SXF) eingestellt werden. Da der Weiterbetrieb von SXF nach BER-Eröffnung rechtswidrig ist (siehe Planfeststellungsbeschluss „Verfügender Teil A“), und er nach BER Inbetriebnahme „platt“ gemacht werden muss, ist nur Fortsetzung von Rechtsbrüchen, die immer angesagt sind, wenn es passt. Mit Problemlösung, die schon bei der völlig unterdimensionierten Verkehrsanbindung mit Stau-Chaos ( A100/113, B96a) beginnt, sich in der ebenfalls unterdimensionierten Schienenanbindung fortsetzt, hat die Traumnummer LD-Masterplan, nichts zu tun.

Um das Gelingen der Täuschung, den Nachweis für eine mögliche Betriebsaufgabe von TXL und eine Lösung des BER Kapazitätswachstums propagieren zu können, hat LD sich billige Tricks einfallen lassen. Zunächst musste er mit einer neuen Prognose aufwarten, die die Masterplan – Terminalkapazität und die notwendigen Flugbewegungen zur Abfertigung und An– Abflug auf zwei Start– und Landebahnen (Pisten) beweisen soll. Im Sinne diese Ziels galt es, einen Prognosegutachter und ein Architekturbüro zu finden, die bereit waren auftragsgemäß so zu basteln, wie es LD und die politisch Verantwortlichen brauchten, um die „Vera…e“ der Öffentlichkeit wie gehabt sicher zu stellen.

Erste Maßnahme, ein neuer Prognosegutachter musste her, weil LD nicht erwarten konnte, dass der bisherige, seit Planfeststellung und Bundesverwaltungsgerichtsklage für die Flughafengesellschaft und die Planfeststellungsbehörde tätige Gutachter ARC (Airport Research Centers) wegen vermuteter Seriosität die vorgegebenen Ziele nicht bestätigen würde. Die nun von „AMD Sigma Airport Managemant+Devolpment GmbH“ vorgelegte Prognose belegt holperig das Ziel: BER Obergrenze 50 Mio. Passagiere/Jahr mit 400 000 Flugbewegungen/Jahr ohne 3. Piste. Dieser BER Prognose Newcomer soll den Zuschlag zur Prognose auch bekommen haben, weil seine Kernmannschaft das „Geschäft“ bei Interflug gelernt hat und bisher mit Prognosen national und international keinen prominenten Namen erworben hat.

Zweite Maßnahme, der Architekt des verkorksten BER Hauptterminals „GerkanMangPartner“ (GMP) fand für die Erweiterungspläne von LD, den Masterplan, keine Gnade mehr. Ein dem Hauptterminal angepasster Architekturstil (Kathedrale des 21. Jahrhunderts), mit einem Ausbauvolumen, das die Kapazitätsgrößenordnung dieses Terminals übertrifft, war ebenfalls nicht mehr gefragt. Jetzt geht es nur noch um billig, um Kontrast, um Erweiterungsbauten im Stil von Industriebauten. An Stelle der „Stararchitekten“ GMP nun sicher die Erkenntnis, weil die versagt haben, muss Neues her. Neues, aber kein Architekturbüro mit auch nur geringster Erfahrung im Flughafenbau, sondern Architekten, deren Referenz als „Häuslebauer“ ausgewiesen ist. Sie sollen Terminals und Erweiterungsbauten verantworten die mit Kosten von vorgegeben 2,3 Mrd. € ebenfalls die Obergrenze von über 50 Mio. Passagieren bis 2040 bestimmt.

Fazit
LD Masterplan und die Kapazitätsprognose sind aus Verzweiflung geborene Ergebnisse. Es geht nicht mehr um zukunftsorientierte Problemlösungen aus Fehlplanung, zu aus dem Ruder gelaufenen Kosten (1,85 Mrd. Planung – Realität heute fast 7 Mrd. €) und Baupfusch. Es geht nur noch darum, dass ein Flughafenchef LD, ebenfalls unbeleckt von Flughafenbau und Planung, im Konzert mit einem Prognose-Gutachter und einem Architekturbüro der Öffentlichkeit, den Medien und unbeleckten Politikern, etwas vormachen kann. Ohne eigene Expertise, Arm in Arm mit Partnern, die ebenfalls ohne Expertise im Flughafenbau sind, eine Obergrenze zu basteln. Diese „Truppe“ soll für eine Flughafenbaustelle tätig werden, die während des BER Betriebs in 10 Jahren seine Kapazität verdoppeln soll. Das ist die Fortsetzung von Unfähigkeit, Pleiten, Pech und Pannen, die mit Zukunft und Problemlösung nichts zu tun hat. Über dieser Planung schwebt dann das Damoklesschwert, ob der BER je eine Betriebsgenehmigung bekommt, sein Brandschutz und seine Funktionsplanung einen sicheren Betrieb erlauben. Da darf darum auch gemutmaßt werden: Masterplan und Kapazitätsprognosen sind „eine neue Sau“, mit der von Verzweiflung und Versagen nur abgelenkt werden und Zeitgewinn erkauft werden soll, bis sich die Versager endgültig strecken müssen.

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