BER: Synonym für Unfähigkeit, Gewissenlosigkeit, Lügen und Traumtänzerei

27. November 2017
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Wer das aktuelle vorläufige Ergebnis des Versuchs, am falschen Standort einen Hauptstadtflughafen zu bauen, mit wenigen Charakteristika zutreffend analysieren möchte, dem reichen vier Worte: Unfähigkeit, Gewissenlosigkeit, Lügen und Traumtänzerei.

Letzter Höhepunkt sind die Lügengeschichten und Vertuschungsversuche des Flughafengeschäftsführers Lütke Daldrup (SPD) und seines Politrockers Bretschneider (SPD). “Wir werden die Probleme rocken“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Tagesspiegel entlarvt beide mit seiner Veröffentlichung vom 23.11.2017. Als Laien für die Aufgabe würden sie in einem geordneten und seriösen Unternehmen von ihren Aufgaben umgehend entbunden. Ihre letzte Großtat war die vorsätzliche Irreführung der Abgeordneten im BER Sonderausschuss des Brandenburger Landtags und ein aufgeblasener „Masterplan“, mit dem von den tatsächlichen Problemen an der Ewigkeitsbaustelle BER abgelenkt werden soll.

1. Unfähigkeit

Seit 1996 (Konsensbeschluss zum anerkannt falschen Standort Schönefeld) planen Politiker von SPD, CDU, Linke, Grüne aus Berlin und Brandenburg, unter Beteiligung des Bundes, einen Hauptstadtflughafen zu bauen, der nach ihren Propagandaaussagen eine “Kathedrale des 21. Jahrhunderts“ und in seiner Funktionalität der modernste Flughafen Europas werden sollte. Jetzt geht es nur noch darum, einen Schuldigen zu etablieren für das vorerst auf 2020 verschobene Scheitern. „Neue Aktion“ (NA) hat seit Jahren diese Entwicklung vorhergesagt und entsprechend auf www.ber-na.de kommentiert. Jahrelang wurde in allen Medien die Fehlplanung schön geschrieben und mit immer neuen Geschichten die Hoffnung einer doch bald kommenden Inbetriebnahme genährt. Die Verantwortlichen, von Diepgen (CDU) über Wowereit (SPD) Platzeck (SPD), Müller (SPD) bis zu  Woidke (SPD) übten sich im Ablassen von Parolen, die erkennbar nie etwas mit der Wirklichkeit zu tun hatten. Katastrophal das Totalversagen der parlamentarischen Kontrolle durch Abgeordnete in Berlin und Brandenburg.
Ab Baubeginn 2006 wurde ein einzigartiges Personalkarussell in Gang gesetzt, wegen ausgewiesener Unfähigkeit wurden 4 Geschäftsführer der Flughafengesellschaft (FBB) abgelöst, ebenso unzählige Bauleitern, überforderte Aufsichtsräte wurden ausgetauscht, Pleitefirmen und korrupte Bauführer wurden gefeuert, und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Sechs mal wurde der Inbetriebnahmetermin seit 2012 ausgesetzt. Nun will der von Flughafenbau unbeleckte, seit einem Jahr neue Geschäftsführer Lütke Daldrup (SPD) im Dezember 2017 wieder einen neuen Termin zur Inbetriebnahme nennen. Seit Wochen vertuscht er die Wahrheit. Er kannte genau die Tendenz der Funktionsprüfungen des TÜV Rheinland und seit dem ersten Novembertag auch das schriftliche k.o. Wann, so darf nun weiter gerätselt werden, 2022 oder am St. Nimmerleinstag, geht der BER in Betrieb? Welche Ausreden wird er einbauen, um die nächste Verschiebung wem in die Schuhe schieben zu können? Was passiert mit dem zwangsläufigen Weiterbetrieb von Tegel (TXL) und den Rechtsfolgen, z. B. dem rechtsverbindlichen Lärmschutz für die Betroffenen? Ist es der Aufsichtsrat, der ihm aktuell die Einstellung eines Immobilienfachmanns, verantwortlich für die Baufertigstellung, mit Titel Geschäftsführer und mit Salär von annähernd 400 000€/Jahr verweigerte? In der Hinterhand für Schuldzuweisungen der Terminverschiebung auf 2022 ff sind dann noch die Weltfirmen Siemens und Bosch, die sich seit Jahren vergeblich abarbeiten an der fehlgeplanten Entrauchungsanlage im Hauptterminal, tausenden Türen, die sich im Brandfall nicht schließen, Sprinkleranlagen, die kein Wasser bekommen. Nach Bretschneider und Lütke Daldrup sind das Kleinigkeiten, die einer baldigen Inbetriebnahme nicht im Wege stünden. Für die Behebung dieser Kleinigkeiten kassiert der Weltkonzern Siemens seit Jahren Honorare, die sich von einst 9 Mio. € auf 90 Mio. € hochgeschaukelt haben. Verantwortlich für diese Siemens-de-luxe–Verträge ist ein gewisser Marks, der vom Aufsichtsrat als Bauleiter zur Beseitigung des Murkses eingesetzt wurde. Mit Marks für Murks wurde so lange gewerkelt, bis auch dumme Geschäftsführer erkannten: Der bringt es nicht, aber er besorgt Nachtragsaufträge für seinen ehemaligen Arbeitgeber, eben Siemens. Vom vorhergehenden, geschassten Geschäftsführer Mühlenfeld, auch einem Flughafen-Laien, in die Wüste gejagt, wurde er von Lütke Daldrup und seinem Aufsichtsrat wieder in Amt und Würden gesetzt, um endlich wegen erwiesener Unfähigkeit kalt gestellt zu werden.
Kasse im Stil von Siemens machen auch die Weltfirma Bosch, T-Systems, Rom und Caverion. Mit „Beschleunigungsprämien“ und „Ergänzungsvereinbarungen“ konnten diese Abzocker hunderte Millionen in ihre Unternehmen transferieren. Tausendsassa Lütke Daldrup hat und findet immer gute Gründe, wo er das nächste Scheitern abladen kann. Sein jüngster Versuch á la „Marks für Murks“ mit einem Münchener Flughafen Immobilienfachmann einen Sündenbock für sein eigenes Scheitern zu installieren, ist nun auch noch fehlgeschlagen. Die Ernennung als Geschäftsführer, Jahresgehalt annähernd 400 000 €, ist am Aufsichtsrat gescheitert. Lütke Daldrup steht mit erwiesener Unfähigkeit als Blender nackt da. Das Fazit aus diesen Fakten zeigt eine beispiellose Demonstration von Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit.

2. Gewissenlosigkeit

Es geht weiter um die Frage: welches Ethos, welches Gewissen, hat alle Verantwortlichen am Pleite-, Pech- und Pannenprojekt getrieben? Sie wussten seit 1996 was sie anrichteten, als sie sich gegen jeden Sachverstand für den „unmenschlichen Standort“ Schönefeld (Stolpe, SPD) entschieden, um dort, und nicht an den geeigneten Standorten Sperenberg oder Jüterbog Ost, einen Großflughafen zu bauen. Ob die angebliche Stadtnähe von Schönefeld der tatsächliche Grund für die Entscheidung der politischen Akteure in Berlin und Brandenburg war, darf bezweifelt werden. Ob diese Standortentscheidung auch mit den direkt nach der Wende 1992 einsetzenden Grundstückkäufen rund um den ehemaligen DDR Flughafen zusammenhing, ist erlaubte Annahme. Denn, mit der Schönefeld Entscheidung (Konsensbeschluss 1996), wurde Spekulation zur Goldgrube für Spekulanten, die bis heute im Verborgenen über sagenhafte Grundstücksgewinne lachen dürfen. Auch diese Spekulanten wussten, dass weltweit kein Großflughafen zwischen dichtbewohnten Siedlungsgebieten gebaut wurde. Spekulanten wussten genau wie die Politiker in SPD, CDU, FDP, Grünen und Linke, dass ein Flughafen in Schönefeld Gesundheit und Lebensqualität von 200 000 Menschen durch Fluglärm vernichten werden wird. Die propagierte Entlastung von Fluglärmbetroffenen des Flughafens Tegel (TXL) ist in Wahrheit nur eine Verschiebung des Fluglärms nach Brandenburg und in den Berliner Osten. Dazu eine Fluglärmbelastung für Erholungs– und Naturschutzregionen, die ehemals schönste Erholungsgebiete in Fluglärmbrachen umfunktioniert. Die Frage, was passiert mit den betroffenen Gemeinden, in denen Menschen die gesundheitsgefährdenden Lärmemissionen über Generationen ertragen sollen, wurde und wird ignoriert.
Kosten für die Standortfehlentscheidung spielen bis heute keine Rolle. Wen wundert es? Wussten doch die verantwortlichen Politiker: Wir haben unbegrenzte Möglichkeiten, jede Kostenentwicklung zu beherrschen, denn der Steuerzahler als Zahlmeister ist unsere Geisel. Die Kaltschnäuzigkeit mit der, ausgehend von Baukosten von 1,85 Mrd. € nun schöngefärbt „erst“ 6,6 Mrd. € in das bodenlose BER-Fass geworfen wurden, ist ein Skandal. Und, 6,6 Mrd. vertuschen die tatsächlichen Kosten von Grundstückskäufen, über Planung und Infrastrukturkosten wie die Verkehrsanbindung zum BER. Die Angaben 6,6 Mrd. betreffen lediglich die Kosten für das fehlgeplante und zu kleine Terminal. Versteckt sind Kosten für Parkhäuser und alle Bürobauten, die von externen Investoren gebaut wurden, für die schon seit Jahren für heiße Luft und Leerstand, und für kommende Jahrzehnte, Leasingkosten gezahlt werden. So wird vor der Öffentlichkeit, den Steuerzahlern vertuscht, dass die bisher angefallenen Gesamtkosten 9 Mrd. € schon längst erreicht haben.
Das Fazit aus diesen Fakten ist eine beispiellose Gewissenlosigkeit.

3. Traumtänzerei

Über Jahre wurden Chaos beim Bau, die Fehlplanung des zu kleinen, in seinen Funktionen unfähigen BER bestritten und vertuscht. Jubelmeldungen und verlogene Propaganda, tonnenweise unters Volk verteilte Broschüren und Zeitungen, sollten ablenken und in die Irre führen. Immer, wenn nicht mehr zu bestreiten war, welches Chaos sechsmalig abgesagte Inbetriebnahmetermine erzeugten, wurde mit neuen Parolen von den Fakten abgelenkt und die Medien benutzt, um über neue Lichtlein am Ende des Tunnels gefällig zu berichten. Höhepunkt dieser inszenierten Volksverdummung ist aktuell ein Masterplan, der eine glänzende BER Zukunft verheißt. Von wegen der BER sei zu klein, von wegen er könne aktuelle und die zukünftige Kapazitätsentwicklung nicht bewältigen. Von wegen, wir bräuchten die Kapazitäten von Tegel (TXL). Mit diesem Masterplan und einem widerrechtlichen Weiterbetrieb von Schönefeld–Alt (SXF) und Ausbau für 45 Mio. € „rocken wir“ nach Bretschneider die Zukunft. Mit dem Masterplan schaffen wir eine Kapazität von 60 Mio. Passagiere/Jahr bis 2040 mit nur zwei Start- und Landebahnen. Es wird dazu eine Airport–City gebaut, die praktisch ein neues Stadtviertel wird. Für diese Masterplanung, seine Umsetzung brauchen wir nur 2,3 Mrd. €. Wer das Geld beschafft und bezahlt, bleibt unausgesprochen, ist aber sonnenklar: der Steuerzahler.
Dieser Masterplan, der BER Ausbau auf eine Kapazität von 60 Mio. Passagieren, ist wieder nur Ablenkung vom Chaos, eine Verzweiflungstat, die Träume erwecken soll – Opium fürs Volk.
Wie dieser Plan bei Vollbetrieb des BER bautechnisch umgesetzt werden soll, ob seine Funktionen überhaupt eine geregelte Abfertigung von Passagieren ermöglichen, wie und wo 60 000 Parkplätze angedockt werden, ist Geheimsache. Wie, auf welchen Wegen, 60 Mio. Passagiere zum und vom BER kommen sollen, ist eine Frage, die Lütke Daldrup mit einem Modalsplit von 70% Leistung des Schienenverkehrs und 30% Individualanreise mit PKW beantwortet. Dieser Modalsplit ist erstens eine Weltneuheit, denn es gibt keinen Großflughafen in der Welt, an dem auch nur 40% der Passagier per Schiene an– bzw. abreisen. Im konkreten Fall will Lütke Daldrup der Öffentlichkeit weismachen, dass die Schiene, konkret die erst 2026 ertüchtigte „Dresdener Bahn“, den unterirdischen Flughafenbahnhof mit 1000 Zügen/Tag bedient um ca. 140 000 Passagiere in die Terminals zu transportieren. Hätte er bei der Bahn nachgefragt, hätte er erfahren, dass die Dresdener Bahn schon durch Zugverkehr, der nicht zum BER geht, zu über 60% ausgelastet ist. Also, 70% An- und Abfahrt per Schiene sind Lütke Daldrups Hirngespinst.
Immerhin, bisher bestritten und vertuscht, dämmert es dem Tausendsassa, dass die Straßenanbindung, B113 und 96a, zu Spitzenzeiten schon heute ein Stau–Problem hat. Was sein Hirn noch nicht erreicht hat, ist die Tatsache, dass der BER nicht mehr über Straße erreicht oder verlassen werden kann, wenn eine Vervierfachung – oder in Spitzenzeiten Versechsfachung – auf diesen Zufahrtsstraßen und deren Anbindungen Stillstand, die Totalverstopfung, produziert. Und wie die Autos auf einer Zufahrt zu den Terminals kommen sollen, die gleichzeitig von den Baufahrzeugen seiner Masterplan Bauten genutzt werden muss, verrät der Planer nicht. Immerhin hat er für diese Traumtänzerei schon ein „Go“ seines Aufsichtsrats und den Beifall von einfältigen Abgeordneten, zumindest in Brandenburg.
Fazit: der Masterplan ist Traumtänzerei ohne Substanz.

4. Lügen

Wie immer, wenn es um rücksichtslose Durchsetzung von Fehlplanung geht, werden neue Arbeitsplätze propagiert. 65 000 zusätzliche Arbeitsplätze sollen, so seine Behauptung, die Umsetzung des Masterplans bringen. Wie immer, behauptet die Flugbetriebswirtschaft pro eine Mio. Passagiere gäbe es 1000 Arbeitsplätze. Natürlich eine Zahl, die durch Erfahrung längst widerlegt ist. Moderne Flughäfen generieren ca. 700 Arbeitsplätze pro 1000 Passagiere, davon über 50% Niedriglöhner. Nach Aussagen der FBB, für die Lütke Daldrup die Verantwortung trägt, sollen aktuell 21 000 Arbeitsplätze den Berliner Flughäfen zugeordnet werden. Die aktuelle Passagierzahl beträgt ca. 32 Mio. Passagiere. Selbst bei Verdoppelung auf 60 Mio. wird das Arbeitsplatzpotential weniger als 45.000 betragen.
Weil Lütke Daldrup weiß, dass er seine Arbeitsplatzspinnereien als Waffe für Kleingläubige einsetzt, lügt er. Diese weitere Lüge kommt in einen Sack voll Lügen, der das BER Chaos seit Anbeginn begleitet und der Sack wächst und wächst. Niemand kann nachvollziehen, mit wie viel Lügen und Lügengeschichten Öffentlichkeit und Medien seit 1996 traktiert wurden.
Fazit: Die Lüge ist immanenter Bestandteil des BER Chaos.

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