Frankreich: AUS für umstrittenes Flughafenprojekt

20. Januar 2018
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Auch die an der französischen Regierung beteiligten Grünen lehnten einen großen Flughafen  für den Westen Frankreichs ab. Ihr Umweltminister, Nicolas Hulot, bezeichnete das Projekt als „ruinös  und inhuman“. Der Streit spaltete viele Jahre die Anwohner der Region und führte zu verhärteten Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern des Airports.
Schließlich kündigte Staatschef François Hollande im Februar 2016 eine Volksbefragung an, um einen Ausweg aus dem festgefahrenen Streit zu finden.
Nach dem rechtlich nicht bindenden Ja(55%) der Bürger für den Flughafen-Neubau erklärte der damalige Premierminister Manuel Valls, das Vorhaben solle nun schnell vorangebracht werden. Die Besetzer des größten Protestcamp Frankreichs müßten das Gelände räumen, doch die Flughafengegner kündigten weiteren Widerstand an.
Nun also, im Januar 2018, das AUS, Macrons Regierung stoppt den Bau des umstrittenen Flughafens. Obwohl es bei einer Volksabstimmung einer Mehrheit erhielt, gibt die französische Regierung auf. „Die Bedingungen sind nicht gegeben, um das Projekt friedlich zum Erfolg zu führen“, hieß es seitens des Premierministers Edouard Phillippe nach der Ministerratssitzung vom Mittwoch, auf der die Entscheidung gefallen war (ND 19.01.2018).

Dazu schrieb uns Ferdi Breidbach, „der Widerstand gegen den neuen Flughafen in Schönefeld trug lange Zeit seine Handschrift“, am 18. 01.2018:

„Immer wieder in den letzten 15 Jahren haben Frau Bothe, ich und andere darauf hingewiesen wie  das BER Projekt eingemottet werden kann. Solange die Betroffenen nicht wirklich bereit sind, nicht mit ´Wattebäuschen´ zu protestieren und ihren Hintern auf die Straße zu setzen, wird die Politik obsiegen. Auch in Deutschland gibt es Beispiele, z. B. ´Schneller Brüter´. Wie man die Politik zwingen kann, einen Großflughafen verhindert, haben die französischen Betroffenen nun bewiesen.

PNN, 18.01.2018 / BER-Chef warnt vor Bauruine

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