Sanktionen, die auf Vermutungen aufbauen? Ein Akt der Zwangssolidarisierung in Zeiten abnehmender Vernunft

27. März 2018
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Unter dem „Betreff: Russenpeitsche“ schrieb Hans-Jürgen Jakobs heute im Handelsblatt MORNING BRIEFING:

„Ohne Beweise kommt ein Rechtsstaat so wenig aus wie eine Demokratie ohne Transparenz. An beidem fehlt es in der konzertierten Ausweisung von mehr als 100 russischen Diplomaten in über 20 Staaten, unter Orchestrierung durch die USA und Großbritannien und mit Beteiligung von Deutschland. ´Plausibel´reicht nicht. Mal hörten wir, das Nervengift Nowitschok sei der Agententochter Yulia Skripal bei der Ausreise aus Russland ins Gepäck untergejubelt worden, dann wieder soll es in die Ventilation des Autos ihres in England lebenden Vaters Sergej gelangt sein. Bis zur Offenlegung des gesammelten Wissens wirkt das Ganze wie ein Akt der Zwangssolidarisierung in Zeiten abnehmender ökonomischer Vernunft, mit Wladimir Putin als Projektionsfläche des Bösen.“

Unterdessen hat sich von all den vermeintlichen, rechtsstaatlichen Experten für Verschwörungstheorien noch niemand in dieser Sache zu Wort. Die sind offenbar alle auf Tauschstation, fast alle.

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One Response to Sanktionen, die auf Vermutungen aufbauen? Ein Akt der Zwangssolidarisierung in Zeiten abnehmender Vernunft

  1. gerd-Armin Loh
    27. März 2018 at 17:13

    Politik ist ein schmutziges Geschäft, dieser Satz bewahrheitet sich wieder einmal in dieser für die beteiligten Menschen furchtbaren Tragödie. Die Türkei annektiert Afrin in Syrien und keiner ergreift Sanktionen oder weist gar Diplomaten aus. Der Jemen ist Schauplatz eines Stellvertreterkrieges und trotzdem erhält Saudi-Arabien Waffen aus Deutschland. Tausende sterben. Die Türkei wird in den Nordirak einmarschieren, Tote, Verletzte und Vertreibungen werden die Folge sein. Keine Bundesrepublik, keine EU wird sanktionieren.
    Aber es trifft ja nicht unseren Wohlstand und damit ist Gleichgültigkeit vorprogrammiert.

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