Der BER wird zur Ruine – die Stunde der Wahrheit schlägt 2019

Neue Aktion (NA) kommentiert nachfolgend die Erkenntnisse der Sitzung des Sonderausschusses BER des Brandenburger Landtags vom 7. Mai 2018. Auf dieser Sitzung präsentierte FBB-Geschäftsführer Lütke Daldrup ein erneutes Update seines Masterplans BER. Wer dieses Update zu Ende denkt, kommt nicht mehr an der Prognose vorbei, dass der BER am Ende ist.


Trotz schamloser Verleugnung von Fakten und verzweifelter Vertuschung des drohenden Endes durch immer neue BER–Ausbaupläne (z. B. Masterplan) und Zubauten bleibt festzustellen:
Der BER und sein Masterplan bleiben Papier. Die Pläne sind nicht umsetzbar und lösen die Probleme des Desasters nicht. Zudem gilt, ohne neues Planfeststellungsverfahren gibt es für die Umsetzung der Pläne kein Baurecht. Die Behauptung, nach der ein einfaches Planergänzungsverfahren ausreichen würde, um die planfestgestellte Kapazität durch Zubauten und einer zwangsläufig notwendigen 3. Start – und Landebahn (Piste) zu erweitern, sind juristische Träumereien.

Ausbau ohne neues Planfeststellungsverfahren rechtswidrig
Die Verantwortlichen in Politik und FBB Aufsichtsrat, der Vorsitzende der FBB-Geschäftsführung Lütke Daldrup (ELP) negieren, dass (so Flughafenexperte Dipl.-Ing. Faulenbach da Costa)

„eine unmittelbar nach eingereichter Planergänzung angestrengte Klage gegen die Planergänzung mit Forderung nach einem Planfeststellungsverfahren verhindert, dass weder LuBB noch die Baubehörde des LK Dahme Spreewald die Planergänzung genehmigen. Vor diesem Hintergrund, selbst bei Weiterbetrieb TXL und SXF (Terminal 5 neu), sind die Kapazitäten von geforderten 40 Mio./Jahr Illusion…  Die FBB macht währenddessen die alten Fehler weiter. Man baut luftseitige Flächen für Passagiere, obwohl schon mehr als genug vorhanden sind. Plant aber keine adäquaten landseitigen Einrichtungen. Ganz zu schweigen zum Vorfeldbedarf, da schweigt der Masterplan umfassend. Wenn da keine Vorsorge getroffen wird – TXL offen halten oder den Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) fit machen für ein Flughafensystem – wird es 2020 zur finalen Katastrophe kommen, wenn denn 2020 die Inbetriebnahme stattfinden sollte. Die Berichte der FBB im Sonderausschuss BER (7.5.2018) sprechen eher gegen eine Inbetriebnahme in 2020.“

Die Lage
Der planfestgestellte BER, mit einem Midfield Terminal („One-Roof-Konzept“) bei Schließung von Tegel (TXL) und Schönefeld–Alt (SXF) ist zu einem Terminal-„Salat“ mit 5 Terminals („Seven-Roof-Konzept“) um geplant. Immer noch wird behauptet, TXL könnte geschlossen werden und eine 3. Piste zur Abfertigung von 450 000 bis über 500 000 Flugbewegungen/Jahr sei nicht erforderlich. Alle Masterplan- und alle Zubauten seien bei laufendem Betrieb des Terminal 1 und mit den vorhandenen Zufahrten möglich (siehe Anlage Plan).
Kaum noch nachvollziehbar sind die permanenten Ergänzungen der Planung, die nach der propagierten Schließung von TXL die für den BER erforderlichen Kapazitäten von zunächst 40Mio./Jahr bis zu 60 Mio. nach 2030 sicherstellen sollen. Höhepunkt der Erweiterungen ist ein Masterplan, der nun auch wieder „aufgenordet“ wird und letztlich den Beweis führen soll, dass TXL mit Inbetriebnahme von BER geschlossen werden kann, weil die BER Kapazitäten ausreichend seien.

Das ELD-Chaos ist Verzweiflung und Täuschung
Erkennbar will „Flughafenchef“ Lütke Daldrup (ELD) mit Neubezeichnungen/-nummerierungen der Terminals nach Masterplan Logik ein Konzept belegen. Neben dem T 3 (altes T 2) soll nun ein T 4 gebaut werden. Dabei lässt die Planung nicht erkennen, wie T 3 und T 4 erschlossen werden sollen. Es geht weiter: westlich von T 1 sollen noch zwei Satelliten (ohne Nummer – „Unnamed Roofs“) angebaut werden. Wie diese Satelliten bedient werden können, mit welchen Bauzufahrten, ist nicht ersichtlich (siehe Plan Anlage). Fakt bleibt, das T 1 wird nicht erweitert. Es bleibt bei der Unterdimensionierung mit 116 Abfertigungscountern und 8 Gepäckbändern. Mit den Zubauten sollen dann 26 Mio. Passagiere abgefertigt werden, wobei nicht nachgewiesen ist, wie die Passagiere den Weg zu den Satelliten bzw. den Gepäckbändern im T 1 finden sollen.
Welche Wege mit welchen Laufzeiten Passagiere vom Flughafenbahnhof (T 1) zu den neugeplanten T 2 bis 5 zurücklegen müssen, oder wie Vor– und Abfahrten zu den Terminals sicher gestellt werden sollen, ist Geheimnis. Sicher ist wohl nur, dass eventuelle Umsteiger zu und von T 5 nach T 1 „Weltreisen“ vor sich haben.

Der laufende Baubetrieb – Risiko und Stau-Katastrophe
Unbeantwortet bleibt auch die Frage, wie bei laufendem Betrieb von T 1, neben den Sicherheitsproblemen für die jahrelangen (10 Jahre) Baumaßnahmen, die erheblichen Kapazitätsprobleme auf den Vorfeldern für Flugzeug–Parking und -Bewegung sichergestellt werden. Eine Erweiterung der planfestgestellten Flächen ist offensichtlich nicht geplant.
Entgegen der Planfeststellung sind die Altanlagen (SXF) im Endausbauszenario des Masterplans als T 5 weiter in Betrieb, obwohl dieser Weiterbetrieb durch Planergänzung bis 2023 begrenzt ist. Die in der Planergänzung auf Antrag mögliche Verlängerung des Weiterbetriebs dieses T 5 ist ein Weiterbtrieb, der den temporären Charakter der Genehmigung aushebelt. Selbst wenn, wie gegenwärtig propagiert, T 5 2025 geschlossen würde, fehlen Aussagen, wie die dort vorhandenen Kapazitäten verlagert werden können.

Was wird aus dem planfestgestellten Regierungsflughafen?
Im Masterplan ganz verschwiegen ist der Standort des Regierungsflughafens. Bekannt ist, dieser soll zunächst als Provisorium westlich von T 5 gebaut werden. Verschwiegen wird, dass die notwendigen Vorfelder für das Regierungsprovisorium praktisch eine Vorfeldbegrenzung für T 5 bedeuten, die dessen Kapazität von ca. 12. Mio Passagiere auf 6 Mio. reduzieren.
Wann der Neubau des Regierungsflughafens (!) auf der planfestgestellten Position, dem Standort des T 5, erfolgt und damit das Provisorium beendet wird, steckt ebenfalls in der „Schweigespirale“.

Fazit:
Der BER und seine aktuelle Ausbauplanung ist der verzweifelte Versuch, Zeit zu gewinnen, bis das Ende nicht mehr verschwiegen werden kann.

Anlage: Plan

 

 

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