Neues Rathaus nicht in altem Baufenster: Zu „Neuer Standort fürs Rathaus im Gespräch“ (MAZ v. 16. Juni 2018)

26. Juni 2018
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Ein guter Gedanke, über den die MAZ kürzlich aus der Sitzung des Auschusses „B21 Zentrumsplanung“ berichtet hat:  Das Baufenster für das ursprünglich in Blankenfelde geplante Rathaus zu verschieben in Richtung Brandenburger Platz/Grüne Passage – zur Grünfläche hin vor dem Verwaltungsgebäude.

„Wir sollten jemand mit der Frage beauftragen, was mit der Fläche möglich ist.“(Roland Scharp/Linke)… Auch Gerrit Schrader (BVBB-WG) bezeichnete die Idee als ´hochinteressant´.“ 

Neu ist diese Idee allerdings nicht, diesen klugen Gedanken hatte vor acht Jahren schon einmal jemand. klaerwerk hat dazu ausführlich berichtet.
Denn, es gibt ja nicht nur unter Bürgermeistern und Baudezernenten solche und solche, sondern auch unter Architekten. Die einen halten sich bei Ihren Entwurfsplanungen an das vorgeschriebene Baufenster, denn sie wollen einen Rathaus-Wettbewerb gewinnen. Auch wenn sie dessen Vorgabe im Stillen selbst für „nicht ganz so glücklich“ halten, um es behutsam zu formulieren.
Doch es kann auch schon mal ein Architekten-Büro unter den Wettbewerbsteilnehmern sein, welches das vorgegebenen Baufenster bewusst in Richtung Brandenburger Platz verschiebt, weil es eine andere Vorgehensweise mit seinem städteplanerischen Anspruch nicht vereinbaren kann. Selbst auf die Gefahr hin, dass es sich damit selbst aus dem Wettbewerb katapultiert. Wie damals geschehen im Rathaus-Wettbewerb der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow.

Beim BER besteht inzwischen breiter gesellschaftlicher Konsens hinsichtlich der falschen Standort-Wahl, abgesehen von den politische Verantwortlichen und Mitverantwortlichen. Niemand, der ernst genommen werden will, würde auf den Gedanken kommen – jemand eine politisch rückwärts gewandte Betrachtungsweise zu unterstellen, wenn er diesen Fakt anspricht, eine Fehleranalyse empfiehlt und vorschlägt umzusteuern. Da wird im höchstens noch argumentiert:  Ja – die Standort-Wahl war ein Fehler, aber zum Umsteuern ist es leider zu spät.
Dieses „Begründung“ greift in Blankenfelde nicht. Hier bestehen gute Chancen, eventuelle Fehler sachlich anzuschauen und sich in der Gemeindevertretung darüber klar zu werden, will man das neue Rathaus in dem alten Baufenster oder nicht.

Dazu könnte man zwar zunächst denjenigen Planer anhören, der sich schon vor acht Jahren ernsthaft Gedanken dazu gemacht „was mit der Fläche möglich ist“. Andererseits dürfte es in dieser Gemeinde niemanden mehr verwundern, wenn Verwaltungsleiter Baier erneut vorschnell Steuergeld für die Beauftragung eines Gutachtens ausgibt – um sicher zu stellen, dass darin auch das zu lesen steht, was er sich – heute, wie damals – schon immer gewünscht hat.

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One Response to Neues Rathaus nicht in altem Baufenster: Zu „Neuer Standort fürs Rathaus im Gespräch“ (MAZ v. 16. Juni 2018)

  1. Andrea Hollstein
    26. Juni 2018 at 12:59

    Wirklich interessante Darstellung. Danke an Kläwerk.

    Ich bin immer dafür, nicht allzu lange in Vergangenem zu schwelgen, sondern den Blick nach vor zu richten. Allerdings ist es natürlich schon bemerkenswert, dass heute, viele Jahre später, ein Blick auf das Projekt geworfen wird, den es schon einmal gab und der, aus mir persönlich nicht nachvollziehbaren Gründen, nicht auch damals schon in Betracht gezogen wurde.

    Insofern wäre es doch nur sinnvoll, die Planer, die damals schon ein anderes Baufeld vor Augen hatten, einzuladen und ihre Ideen noch einmal vorstellen zu lassen. Die Vorzeichen bzw. das enge Baukorsett haben sich ja geändert und man muss nicht alles doppelt und dreifach erfinden … Hier kann man sich sicher einen Haufen Geld sparen, denn es gibt ja schon Experten, die sich mit diesem Thema auseinander gesetzt haben.

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