Zum Katzenjammer der Berliner Politik und Wirtschaft über das Ausbleiben von Langstreckenverkehr an den Berliner Flughäfen:

Den Jammerern ins Gebetbuch
Jeder, der noch bei Trost ist, kann über das Versagen der Flughafengesellschaft (FBB) und des verantwortlichen Aufsichtsrats, über die Kontrollverweigerung der Gesellschafter und die ausbleibende parlamentarische Kontrolle des BER Chaos nur noch lachen. Das Jammern, die  wenig schamhaften Forderungen an die Fluggesellschaften, namentlich Lufthansa (LH), doch unverzüglich Berlin mit mehr Langstreckenfügen zu bedenken, muss er als Irreführung und Heuchelei einordnen.
Berufene und Unberufene leugnen weiterhin die Ursachen für Chaos und Versagen und verschleiern mit ihren Forderungen die Wirkungen aus der Standort-Fehlentscheidung, den BER in Schönefeld zu bauen. Von Anfang an und aktuell ein Projekt, das in Chaos und Finanzierungsschwierigkeiten versinkt, ein Flughafen der nicht fertig wird!
Was bilden sich die Jammerer aus Politik und „Berliner Wirtschaft“, an der Spitze ausgerechnet Kieker, Chef von „visitBerlin“ ein, wenn sie sich über Fluggesellschaften her machen, die aus wirtschaftlichen Gründen von Berlin aus keine Langstreckenflüge organisieren, weil diese sich nicht rechnen? War es nicht ausgerechnet Kieker, der als vormaliger Herold der Flughafengesellschaft (FBB) auf Teufel komm raus Billigflieger (LCC) angeworben hat und damit wesentlichen Anteil daran hatte, dass die Flughäfen Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF) heute mit einem LCC–Anteil von 60% Kapazitätssteigerungen herauf beschworen haben, die das Berliner Flughafen-System verstopfen und den Ewigkeitsbau BER als Fehlplanung bestätigen. Zugleich wird der Berliner Flughafenverkehr sich nie wirtschaftlich tragen, sondern dem Steuerzahler immer auf der Tasche liegen.
Mit dieser Fehlplanung und dem Bau am falschen Standort gibt es keine Zukunft für Wachstumsentwicklung, insbesondere für das Segment Langstreckenflüge am Berliner Luftverkehrsmarkt.

Fakten
Aktuell ist die Zahl der Interkontinental-Verbindungen in den vergangenen zwanzig Jahren um 76 Prozent gesunken. 1998 gab es in Schönefeld und Tegel zusammen noch 25 Langstreckenflüge. Mit nur noch sieben Verbindungen habe es bereits 2004 einen ähnlichen Tiefpunkt gegeben wie jetzt. So berichtet das Fachmagzin „Airliners“. Zitat: „Airliners“ führt den Rückgang vor allem auf das Marktende erst von LTU, das von Air Berlin geschluckt worden war, und dann auf das Aus von Air Berlin selbst zurück. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup (ELD) will, wie berichtet, gegensteuern und Gesellschaften nach Berlin locken, die Langstreckenflüge anbieten“.
Es klingt wie Hohn, dass ELD Gesellschaften nach Berlin „locken“ will, die Langstreckenflüge anbieten. Die Jammerer, an der Spitze ELD, verschleiern, dass Fluggesellschaften die Langstreckenflüge betreiben, dies nur an Flughäfen tun, die in dreifacher Hinsicht Perspektiven für Langstreckenflüge bieten.

  • Es geht um Passagiere, die Langstrecken nutzen und Potenz bieten, die Erste und die Businessklasse nutzen.
  • Zum Zweiten müssen die Flughäfen Servicestandards bieten, die die Abfertigung auch von Großraumflugzeugen sichern.
  • Hinzu kommt zum Dritten, dass die Langstreckenflüge ihre Funktion nur dann effektiv sichern können, wenn sie An– und Abflüge von Drehkreuzen (HUBs) tätigen. Berlin erfüllt mit oder ohne BER keine dieser Bedingungen.

Gesundbeter und Fakten-Leugner
„Flughafenchef“ Engelbert Lütke Daldrup (ELD, SPD), der Aufsichtsrat und die Gesellschaftervertreter der Regierende Bürgermeister Müller (SPD) und Ministerpräsident Woidke (SPD) wollen sich und der Öffentlichkeit weißmachen, dass mit dem Kapazitätsausbau nach Masterplan des noch nicht in Betrieb befindlichen BER die Bedingungen auch für Langstreckenflüge erfüllt würden. 58 Mio. Passagiere/Jahr sollen dann ab 2030 vom „Single Airport BER“ mit zwei Start– und Landebahnen, bei 18 Stundenbetrieb (eingeschränkter Nachtflug) Fluggesellschaften „verführen“, Langstreckenflüge und Drehkreuzfunktion in Berlin zu praktizieren. Da stellt sich die Frage, für wie dumm halten diese Flughafenlaien die Fluggesellschaften und das Publikum. Der Masterplan ist Hirngespinst und keine Garantie für zahlungskräftige Langstreckenflieger, die es in Berlin nicht ausreichend gibt. Und mit zwei Start- und Landebahnen soll die Kapazitätsbewältigung gesichert werden. Vor den kommenden Landtagswahlen soll verschleiert werden, dass zwei Start- und Landebahnen für den Masterplan Ausbau ein Witz sind, der erst nach den Wahlen aufgrund dann „angeblich neuer Erkenntnisse“ durch Planung und Bau einer dritten Start– und Landebahn ad absurdum geführt werden wird.

Zur Erinnerung

  • Man muss die Jammerer daran erinnern, dass sie es sind, die das Fehlplanungschaos und Kosten in Milliardenhöhe für den Steuerzahler verursacht haben. Sie gehören an den Pranger gestellt, bevor sie irrationale Forderungen an andere, konkret an Fluggesellschaften, stellen.
  • Man muss die Jammerer daran erinnern, dass sie mit ihrem Konzept Billigflieger nach Berlin für den BER eine Flughafenstruktur geschaffen haben, die die klassischen Prämienflüge verdrängt und Berlin/BER zu einem Dorfflughafen degradiert haben.
  • Man muss die Jammerer daran erinnern, dass heute in Sperenberg, seit wenigstens 10 Jahren, ein privatfinanzierter Großflughafen mit bis zu sechs Start– und Landebahnen als Drehkreuz mit Langstreckenflügen in Betrieb wäre, wenn nicht die Posemuckelentscheidung Standort „Schönefeld“ von politischen Dummköpfen getroffen worden wäre.
  • Man muss die Jammerer daran erinnern, dass Lufthansa Anfang der 90er bereit war, sein zweites Drehkreuz an einem Großflughafen „Sperenberg“ aufzubauen, davon sofort Abstand nahm, als sich die Politiker in Brandenburg und Berlin für einen Neubau in Schönefeld entschieden.
  • Man muss die Jammerer daran erinnern, dass Lufthansa nach Aussagen und Forderungen ihres damaligen Vorsitzenden, Heinz Ruhnau, einen BER in Sperenberg zum zweiten Drehkreuz für Lufthansa aufbauen wollte und wegen der Standortfehlentscheidung dieses Drehkreuz dann in München angesiedelt hat.
  • Man muss die Jammerer darin erinnern, dass sie mit der in Pleite gegangen „Air Berlin“ im Anflug von „Großkotz“ der Lufthansa zeigen wollten, was eine Harke ist. Wir brauchen Lufthansa nicht für die Langstrecke, denn Air Berlin wird am BER mit einem Drehkreuz Berlin mit der weiten Welt verbinden, so die Propaganda.
  • Man muss die Jammerer daran erinnern, dass der BER durch Masterplan–Spinnerei eine ewige Baustelle bleibt und über seine Zufahrten (Schiene, Straße) ein Verkehrschaos auslöst, das Passagiere und Regierungsmitglieder am zunächst provisorischen Regierungsflughafen zu Stauopfern machen wird, die ihre Flüge nicht pünktlich erreichen oder Stunden benötigen, um ihre Ziele in Berlin und Brandenburg erreichen.

Schämen und staunen
Berliner, Brandenburger und die Jammerer dürfen staunend nach China, in die Türkei, in die arabischen Staaten blicken, in denen Flughäfen in vier bis sechs Jahren gebaut werden. Flughäfen die Kapazitäten von 100 bis 150 Millionen auf bis zu sechs Start- und Landebahnen bedienen – die gleiche Größenordnung, die in Sperenberg weitsichtig geplant war. Festzuhalten noch: Die Planung für Sperenberg ist nicht am Widerstand von Bürgerinitiativen oder dem deutschen Planungsrecht gescheitert. Gescheitert ist der Nichtbau „Sperenberg“, das Chaos BER ausschließlich an der politischen Unfähigkeit von Diepgen (CDU), Stolpe (SPD), Wowereit (SPD), Platzeck (SPD), Woidke (SPD), Müller (SPD) und an dem Totalausfall der parlamentarischen Kontrolle in Berlin und Brandenburg. Faktenignoranz, Posemuckeldenken, Publikumstäuscherei und Lügen bestimmen die Politik zum BER. Das sind die Ursachen für die Standortfehlentscheidung, die unglaublichen Kostensteigerungen (von 2 auf momentan 7 Mrd.) und für die Jammerei über den selbstverschuldeten Berliner Flugverkehrsmarkt, der ohne Zukunft ein Dorfflughafen bleiben wird, besser, ein Flughafensystem mit drei Flughäfen: TXL, SXF und BER, falls dieser überhaupt in Betrieb geht, woran alle Zweifel berechtigt sind. Erkauft wird diese trübe Zukunftsaussicht  mit der Gesundheit von Generationen von Berlinern und Brandenburgern, die unter dem gesundheitsgefährdenden Fluglärm leiden werden, für den sie auch noch Steuern zahlen müssen, weil dieses System nie wirtschaftlich wird.

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