Markt der Politik: Tauschbörse

26. September 2018
Von
GLOSSE

Wo gearbeitet wird, da werden Fehler gemacht, mögen diese auch noch so klein sein. Welcher Telekom-Techniker hat nicht schon mal einen Freischaltungstermin verpasst? Welcher Stahlwerker ist noch nie in einen Schmelzofen gefallen?
Welcher Bürgermeister hat noch nie ein Interview gegeben, in welchem er finstere Mächte im Hintergrund bezichtigt, die 12 Mio. €-Rathaus-Pleite nur inszeniert zu haben, um ihm als Hauptverwaltungsbeamten die politische Verantwortung zuschieben zu können? Eben.
Auch Gemeindevertreter können nicht unfehlbar sein. Darum verwundert es, dass sie nicht vollauf zufrieden damit sind, wie der Bürgermeister sich selbst bestraft, indem er die Finger von einer erneuten Bürgermeister-Kandidatur lässt und statt dessen seine längst  überfällige, politische Beförderung zum Mitglied des Landtages in Angriff nimmt. In Angriff nimmt mit freundlicher Unterstützung des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Christoph Schulze, der kürzlich bei der BVB/FEIE Wähler raus geflogen ist und auch als Arzt in Baruth „nicht Fuß fassen“ konnte? „Nicht Fuß fassen“ konnte? Der Dorftratsch rund um Baruth bringt inzwischen ganz andere Redewendungen im Zusammenhang mit dem „Rückzug“ Schulzes aus der Landarztpraxis in Stellung. Doch, was wird nicht alles getratscht auf´m Dorf.
Im Gegenzug, so zwitschern es die Spatzen von den Dächern, will man dem Noch-Landtagsabgeordneten Schulze dafür als Bürgermeister-Kandidat  für Blankenfelde-Mahlow  die geballte Unterstützung Bürgermeister Baiers und der SPD angedeihen lassen.
Nun also, nach dem Abbruch seiner SPD-Karriere, einem Zwischenstopp bei den Grünen und dem ruhmlosen Rausschmiss bei BVB/Freie Wählern – wieder die pragmatische, pardon, die reumütige Hinwendung des C.S. zu den vermeintlichen  SPD-Fleischtöpfen? Um nebenher den Freien Wählern eins überzubraten, für die er bei der letzten Wahl das Direktmandat erzielte?  Eine Bürgermeister-Kandidatur Schulzes in Zossen jedenfalls käme einem politischen Selbstmord gleich – bleibt wohl nur noch Blankenfelde-Mahlow.
Zumal beide, Schulze und Baier, sind flexible, erfahrene Parteien-Hopper. In dem Spiel „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln, …“ macht ihnen keiner so leicht was vor. Was ja nicht heißt, dass man nicht noch viel voneinander lernen könnte, zum Beispiel indem man die Posten tauscht:  aus dem Rathaus in den Landtag und umgekehrt?
Alles andere, als ein solcher Deal, wäre einer SPD, die sich gerade im freien Fall befindet, einem Mann mit den Visionen eines Ortwin Baier (so paranoid sie auch manchmal sein mögen) und einem Christoph Schulze eigentlich auch unwürdig.

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One Response to Markt der Politik: Tauschbörse

  1. Andrea Hollstein
    28. September 2018 at 07:31

    Na das ist ja mal eine Glosse …

    Ich hoffe doch sehr, dass diese Gerüchte nicht stimmen, wenngleich ich sie auch schon in Zossen gehört habe und sie dort nicht als Gerüchte gehandelt werden. Es liest sich alles so stimmig. Wir werden es ja spätestens nach der Kommunalwahl sehen, wer von beiden uns in welchem Wahlkampf auf Großaufstellern entgegen schmunzelt.

    Bis jetzt ist aber noch nichts davon zu merken. Wenn Christoph Schulze bei uns Bürgermeister werden möchte, müsste er allerdings sehr bald mal anfangen, sich für uns zu interessieren, oder?

    Was mich allerdings bei aller Tratscherei sehr verwundert, ist der Umstand, dass ich (auch ein Gerücht?) gehört hatte, dass sich der SPD-Ortsverband auf einen Bürgermeisterkandidaten verständigt hatte, der nicht Christoph Schulze heißt und nicht in Dabendorf, sondern in Mahlow wohnt. Wir dürfen gespannt sein.

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