Wie weiter mit der städtebaulichen Entwicklung des Blankenfelder Zentrums? Und: Megasuper! Sozialdemokrat Ortwin Baier holt Champions League nach Blankenfelde-Mahlow

9. Januar 2019
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SPD hakt städtebauliche Entwicklung des Blankenfelder Zentrums ab 
Bürgermeister Baier (SPD) will es noch mal wissen. Nein, nicht in Sachen Zentrumsgestaltung Blankenfelde. Merk-würdig, für dieses Thema fehlt der Verwaltungsleiter inzwischen irgendwie der Ansporn und der Drang zur medienwirksamen Profilierung.  Na wenn das so ist, dann hat Gemeinde es gefälligst auch zu den Akten zu legen, oder?
Für ihn jedenfalls ist dieses Thema aus den bekannten Gründen inzwischen „vermintes Gelände“, so etwas anzusprechen vermeidet man besser. Oder – Wahlkampf hin, Wahlkampf her – wie die Erbtante schon sagte: „Dieser Bock ist nicht zu melken.“
Wenn interessiert´s, dass die Gemeindevertretung noch im Mai 2017 einmütig beschlossen hat, den Ausschuss „B21 Zentrum Blankenfelde“ zu gründen. Und zwar auf Initiative von SPD und Grünen und Linken.
Denn – Originalton D. Biesterfeld(SPD): „Es interessiert die Bürger einen Scheißdreck, was vor Jahren gemauschelt wurde. Die Bürger wollen eine vernünftige Entwicklung des Blankenfelder Zentrums.“ 
„Eine vernünftige Entwicklung des Blankenfelder Zentrums“? Schnee von gestern! Zwar hat Genossin Biesterfeld noch im Juli 2017 in einem großen MAZ-Interview emphatisch verkündete „Ich will raus aus dem verminten Gelände!“ Doch dann hat die frisch gebackene Ausschussvorsitzende „B21 Zentrumsgestaltung Blankenfelde“ plötzlich umdisponiert, sich eben diesen Wunsch gleich im doppelten Sinn erfüllt und ist auf einen Beigeordneten-Posten in die Luckenwalder Kreisverwaltung entfleucht. Nach allem, was aus Richtung Bürgermeister und SPD derzeit zu hören oder nicht zu hören ist, werden die von Genossin Biesterfeld seinerzeit beschworenen Bürger nun nicht mehr benötigt und dürfen den Einsatz der SPD für die städtebauliche Entwicklung des Blankenfelder Zentrums getrost abhaken.

Die neuen politischen Themen
Auch wenn der Rathaus-Bruchpilot unter den Flop-Ten der Bürgermeister des Landkreises inzwischen eine uneinholbare Spitzenposition einnehmen dürfte, für seine Bewerbung um ein SPD-Landtagsmandat ist er trotz eines 2-Mio. €-Lochs in der Gemeindekasse bereit zu kämpfen. Seine Erfahrung aus einer erfolgreichen kommunalpolitischen Arbeit vor Ort , heißt es aus Parteikreisen, sind für die SPD auch auf Landtagsebene unverzichtbar.
Bis dahin wirbt er für ein „Leuchtturmprojekt“ namens „Klimahülle -Kita Tabaluga“(zu Top 8 _Praesentation Klimahuelle_TU Berlin in der Gemeindevertretersitzung Nov. 12018).
Ob es sich dabei auch um einen der vielen Baier-Stürme im Wasserglas handelt bzw. um ein Vorhaben, das sich in erster Linie der Finanzierung akademische Forschungen auf Gemeindekosten verschrieben hat, bleibt abzuwarten.

Prof. Augustin hat dazu bereits im Zusammenhang mit Baiers Schnapsidee „FairLeben“ aufschlussreiche Gedanken zusammengetragen.
MAZ 17.11.2012 FairLeben
MAZ 19.12.2012 –
Mogelpackung FairLeben

Ein Projekt auf jeden Fall, welches zunächst die Kinder in den Einrichtungen von Blankenfelde-Mahlow in solche erster und zweiter Klasse selektieren würde.
Aber, so Baiers „Argumentation“ in der MAZ vom 1./2.12.2018, wir tragen schließlich „als Gemeinde Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder“. Welche Werte er aus Parteiräson nur heuchlerisch vor sich her trägt oder wirklich verinnerlicht hat, wird hingegen eher an einem anderen Beispiel deutlich. Vor Jahren ließ Baier gar die bisher durchgeführten Schallschutz-Maßnahmen an der Ingeborg-Feustel- und der Astrid-Lindgren-Schule zur geheimen, nichtöffentlichen Angelegenheit erklären. Er verweigerte BBB-TV seinerzeit nicht nur ein Interview sondern auch eine Drehgenehmigung. Der Einbau von Billig-Lüftern an öffentlichen Gebäuden im stillen Einvernehmen mit der Flughafengesellschaft zum Schaden der Kinder und Lehrer gehören schließlich nicht an die Öffentlichkeit. „Verantwortung für unsere Kinder“? Fehlanzeige!
Auch, dass Baier oder die SPD sich für WLAN-freie Schulen in der Gemeinde einsetzen, hat bislang noch niemand vernommen. Abgesehen davon, dass die soziale und demokratische Partei des Genossen Baier in Sachen BER-Standort nicht nur die Gesundheit unserer Kinder, sondern die aller  Bürger der Gemeinde verraten hat.  Da ist auch sein Traum vom weltweit ersten Kindergarten unter einer Klimahülle nur ein Fingerzeig auf die Absurdität des Aberglaubens, man können die Folgen der falschen Standortwahl für   a l l e   schwerst Betroffenen der Gemeinde Menschen-gemäß kompensieren. Noch dazu, wenn die dritte Start- und Landebahn kommt.
Der Bau dieses „Leuchtturmprojektes“ übrigens, könnte nach dem Willen Baiers schon in 2019 beginnen (MAZ 01./02.12.2018), doch es spricht einiges dafür, wenn das Kommunalparlament dem Anspruch des Bürgermeisters, hier erneut federführend aufzutreten, mit großer Vorsicht begegnet.
Außerdem erklärte der Verwaltungsleiter der MAZ, dass er sich „in seinem letzten Jahr als Bürgermeister dem Bau von seniorengerechten Wohnungen widmen will.“ – statt weiter an der städtebaulichen Gestaltung des Zentrums von Blankenfelde dran zu bleiben. So findet er am Ende von zwei Amtsperioden von jeweils 8 Jahre doch noch   s e i n   Thema – mit oder ohne Baudezernent. Und so haben wir wohl alle – Wahlkampf hin, Wahlkampf her – noch „wundervolle“ Monate vor uns.

„Aufstieg in die Champions League“ / MAZ vom 21.12.2018
… hieß der große Aufmacher in der Printausgabe der MAZ vom 21.12.2018. Denn im neuen Landesentwicklungsplan wird Blankenfelde-Mahlow Hauptstadtregion (LEP-HR) in diesem Jahr vom Land der Status Mittelzentrum verliehen. Wann genau sich die Gemeinde

„mit dem neuen Titel schmücken darf, ist nicht ganz klar. Baier vermutet., dass der LEP-HR zum 1. Juni 2019 in Kraft tritt. Auf jeden Fall noch vor der Landtagswahl, ist er sicher.“   

Dass in eine globalisierten Welt inzwischen auch die Kommunen in Konkurrenz und Wettbewerb um die besten Entwicklungschancen stehen und die Verlierer nun mal das Pech haben, nicht auf eine exponierte Lage bzw. Infrastrukur verweisen zu können, kann man gut oder schlecht finden.  Baier hat in diesem Zusammenhang das getan, wofür er als Bürgermeister bezahlt wird, sich dafür einzusetzen, dass die Gemeinde Mittelzentrum wird. Und wenn das schon niemand auf der Welt angemessen zu würden weiß, dann muss der Geplagte eben per MAZ persönlich aktiv werden, um sich, pardon – um die Gemeinde „zu schmücken“.
Wer aber im Zusammenhang mit der Verleihung des Status „Mittelzentrum“ das Bild von deren Aufstieg in die Champinons League strapaziert, sagt damit nur in aller Öffentlichkeit, dass er schon wieder falsch abgebogen ist.
Auf der einen Seite „… korrupte Spitzenfunktionäre und Unsummen, welche junge Menschen in einem überhitzten Zirkus verdienen plus die Gier, mit der den Fans die Euros aus der Tasche gezogen werden. All das kann man nur noch abstoßend finden.“ („Von Greifswald bis Nottinham“/ND v. 31.12.2018).  Und auf der anderen Seite ein interkommunaler Verbund, der auf Finanzausgleich beruht? Was hat das System Champions League mit diesem eben diesem solidarischen Verbund zu tun? Richtig, Fußball findet nun mal in einer Welt statt, die ähnlich pervertiert ist, wie dieser selbst. Da ist die Champions League „nur“ ein Excess von vielen. Doch selbst die, die den Fussball lieben und jedes Wochenende ins Stadion ziehen sagen schon lange: Die Schere zwischen den großen, reichen und den kleinen Klubs geht immer weiter auseinander.
Es ist dumm und peinlich, wie der soziale Demokrat Baier anläßlich der Einstufung von Blankenfelde-Mahlow zum Mittelzentrum den pervertierten, elitären Geist der Champions League bemüht, statt sich wo immer möglich, gegen einen solchen zu wenden. Sollte man von einer kommunalen Spitzenkraft erwarten können, dass sie nachdenkt, bevor sie gedankenlose Vergleiche zieht? Oder liegt womöglich ein tieferer Sinn darin, wenn Baier von seinen Mitarbeitern im aktuellen Haushaltsentwurf wie folgt dargestellt wird:Kann es sein, dass sie ihren Chef für eine Null halten? Dass er  in besagtem MAZ-Beitrag vergessen hat zu erwähnen, wie er damals im Zuge seines „Kampfes ums Mittelzentrum“ erneut ins Visier der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption geraten ist und nach einigem Gezerre schließlich die Kurve  gekriegt hat, um per gerichtlichem Vergleich ein Urteil wegen Bestechung abzuwenden – Schwamm drüber.
Das Scheitern des größten Investitionsvorhabens in der Geschichte der Gemeinde unter Federführung von Ortwin Baier, die Porta-Spendenaffäre und sein  medienwirksames Champions-League-Gedöns: alles ist mit allem verbunden.

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