BER – Bekenntnisse und Lügengeschichten

24. Februar 2019
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Entgegen aller Propaganda nach welcher der BER 2020 in Betrieb gehen soll, beschreibt Neue Aktion (NA) im folgenden Kommentar die Fakten, die   n a c h  dem Brandenburg-Wahltag (01.09.2019) als Wahrheit ans Licht kommen werden. Diese Fakten haben Ursachen, die klären wo und bei wem die Verantwortung für das Desaster liegt. Unwiderlegbar ist die Standortfehlentscheidung die „Mutter“ aller Folgen.


BER das Ende naht – Bekenntnisse und Lügengeschichten
Die Historie des verpfuschten Flughafens BER ist ein Produkt von Fehlentscheidungen und SPD-Filz, geduldet und toleriert von naiven Abgeordneten und Parteien in Bund, Berlin und Brandenburg. Die Krönung der Fehlentscheidungen ist der politisch durchgesetzte Standort „Schönefeld“ (1996), der ohne jegliche Rücksicht auf die Folgen für 200 000 Menschen festgelegt wurde. Diese sachlich nie vertretbare Entscheidung ist alleinige Ursache, die „Mutter“ aller Folgen eines bis heute unvollendeten BER, der nach über 20 Jahren Planung und Bauzeit seinem unvollendeten Ende entgegen sieht.

Die Wahrheit kommt im Herbst 2019 ans Licht
Nach dem Brandenburg–Wahltag (1.Sept. 2019) soll der Tag der Wahrheit kommen. Dann soll der Eröffnungstermin endgültig verkündet werden, nach 7 vorangegangenen, alle verstrichenen, BER Inbetriebnahmeterminen. Die Verantwortlichen für den Inbetriebnahmetermin, die Genossen „Flughafenchef“  Lütke Daldrup (ELD; SPD) und sein Bauchredner, Aufsichtsrats-Vorsitzender Genosse Bretschneider (SPD), dürfen und wollen vor diesem Tag aus parteipolitischen Gründen mit der Wahrheit nicht heraus. Im Interesse von SPD und Linke und des um sein Amt zitternden Ministerpräsidenten Woidke (SPD), muss der Wähler betrogen, bzw. im Unklaren gelassen werden. Er soll nicht vor der Wahl von der kommenden nächsten Katstrophe, der achten (!) Verschiebung des Inbetriebnahmetermins, erfahren, auch wenn so weitere hunderte Mio. € Steuergelder in das Fass ohne Boden fließen. Wer allerdings die Hiobsbotschaften über 2300 Kabelmängel, als Ergebnis von Verlegungspfusch und Normenverstößen hören darf, dem reicht es. Durch Ignoranz oder Unkenntnis von Normen, die eine sichere und ordnungsgemäße Kabelverlegung zwingend fordern, wird dieser Baupfusch rund. Aussteht auch die Fertigstellungsanzeige durch die Flughafengesellschaft (FBB) für den verpfuschten, zu kleinen und zu teuren Terminalbau als Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung zur Inbetriebnahme. Die zwingend vorher zu leistenden Prüfungen  der Brandschutzanlagen werden bis Sommer 2019 auch nicht abgeschlossen sein. Ein nicht kalkuliertes Risiko ist dann noch das „Absaufen“ von Kabelschächten an der südlichen Start- und Landebahn. Es fehlt nur noch, dass das Grundwasserproblem auch noch den Untergrund am Terminal betrifft. Spätestens seit 2002, durch ein Gutachten von Prof. Hötzl (Karlsruhe) ist bekannt, dass der Standort ein erhebliches Grundwasserproblem hat.  Es kommt aber dicker! Der letztverantwortliche TÜV hat schon unmissverständlich erklärt, dass er „bezweifelt“, dass die Sachverständigenprüfungen für die Stromversorgung und die Brandmeldeanlagen im Sommer 2019 erledigt seien. Dieser Zweifel heißt im Klartext: vergesst 2020!

Ein Zeitpuffer, der in den Sternen steht
Es bleiben nur gut 20 Monate für den propagierten Inbetriebnahmetermin Herbst 2020, in den der Pfusch abgenommen werden kann. Was durch die ebenfalls noch zu leistende  Praxisprüfung durch 10 000 und mehr Komparsen, die Einführung der Beschäftigten in Technik und Funktionsabläufe, den Umzug der Fluggesellschaften von Tegel (TXL) zum BER, noch an Pfusch zu Tage treten wird, steht in den Sternen. Ob und wie die Vermietung des Airportmarketplace in wenigen Monaten gesichert werden kann, ist ein Fragezeichen. Die Fluggesellschaften und IATA müssen im 1. Quartal 2020 über den bindenden Termin der Inbetriebnahme informiert sein. Es fehlt nur noch, dass auch noch die Flugroutenplanung zur Revision ansteht.
Fazit: ELD und sein „immer dabei“ Lautsprecher Bretschneider (SPD), täuschen und lügen weiter, im Interesse ihrer Partei, wenn sie öffentlich immer noch von Zeitpuffern quasseln, die den Inbetriebnahmetermin sichern würden.

Die Ursachen des Chaos
Wer heute, wie ELD, die Ursachen für das Chaos in schwierigen Normen oder strengen Bauvorschriften als Grund für den „Unvollendeten“ beschwört, sucht nur Gründe für das eigene Versagen. Er ignoriert den Sinn und die Notwendigkeit von Normen und Bauregeln für ein Terminal, in dem sich bis zu 20 000 Menschen/Tag aufhalten, die Anspruch auf Sicherheit haben. Planer und Techniker, die nicht mit Normen und Bauvorschriften umgehen können, sind unfähig, überfordert und hätten darum nie in ihren Job gehievt werden dürfen. Hierfür, für die Auswahl von verantwortlichen „Bau–Managern“, ist der Aufsichtsrat verantwortlich. Auch hier hat er versagt.

Antworten zur Schuldfrage am Desaster liefert die Historie
Es lohnt immer wieder ein Blick auf die Geschichte, um die Folgen und die Schuldigen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was diese Versager betreiben und wünschen.

Die „Mutter“ des 20 jährigen Versagens ist die Ignoranz der Handelnden gegenüber allen Experten und der Bürgerinitiative der Betroffenen (Bürgerverein Brandenburg Berlin e.V. –BVBB). Deren Warnungen, den BER nicht in Schönefeld sondern in Sperenberg zu bauen, wurden arrogant missachtet. Per politischem Beschluss (Konsensbeschluss 1996) von Landesregierungen (Berlin und Brandenburg) und der Bundesregierung, gedeckt durch kopfnickende Parlamente, wurde wider besseren Wissens, wider den Erkenntnissen aus dem Standortsuchverfahren (1990) und dem Raumordnungsverfahren (ROV 1994), wurde der ungeeignete Standort Schönefeld festgelegt., Jeglicher Sachverstand wurde in die Tonne geworfen.

Manager. Entlarvend sind Aussagen des einst gefeierten „Technikchefs“ Marks – „für Murks“ vor dem Flughafenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses (17.01.2019). Nach seinem Rausschmiss erklärt Marx, es sei nicht immer nach Genehmigung gebaut worden. Wenn dies so war, dann wurden drei Baugenehmigungen jahrelang (2007; 2009; 2010) missachtet und eben munter schwarz gebaut. Das erklärt auch, dass er da gescheitert ist, wo er vornehmlich als Technikchef gefragt war, bei der Sanierung der Kabeltrassen, für die er verantwortlich war, die aber bis heute nicht abnahmefähig ist. Sein an der Wahrheit orientierte Petitum: „Der BER ist keine Baustelle, bei der es um Fertigstellung geht“. Man darf das Bekenntnis ergänzen. Wer überhaupt hat ein Interesse an einem fertigen BER? Seit nun 15 Jahren wird von allen an der Nichtfertigstellung Geld verdient, Profit gemacht. Diese wunderbare Quelle soll nicht versiegen durch Inbetriebnahme.

C. Mühlenfeld, der als nächster „weißer Ritter“ kam, als politisches Gewächs von Woidke (SPD) und als Nachfolger Mehdorns (SPD), dem Gewächs von Wowereit (SPD), war gewissermaßen ein tragisches Opfer. Er hatte die Unfähigkeit von Marx erkannt, wollte ihn loswerden, hatte aber seine Rechnung ohne einen Aufsichtsrat gemacht, der Marx nicht loswerden wollte. Im Berliner Untersuchungsausschuss rückte jener Mühlenfeld mit Erkenntnissen raus, die ihm in seiner neuen Funktion als Spitzenmanager von RYANAIR, dem irischen Billigflieger, gekommen sein wollen. Als noch Flughafenchef hat er nicht nur die Schließung von Tegel (TXL) mit Inbetriebnahme des BER propagiert, sondern auch noch die BER Kapazitäten mit zwei Start– und Landebahnen für ausreichend zur Kapazitätsbewältigung von über 40 Mio. Passagiere/Jahr erklärt. Jetzt ist dies dummes Gerede von gestern. Denn so sein neues Petitum: TXL muss offen bleiben und Berlin braucht mehr als zwei Start– und Landebahnen nach Inbetriebnahme BER 2020. Ja, für Manager mit Charakterproblemen gilt eben: wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

ELD eine SPD – Frucht
Im Hintergrund auch dieser Affäre intrigierte der Berliner Flughafenkoordinator Lütke Daldrup (ELD; SPD). ELD, vom Regierenden Bürgermeister und gleichzeitig damaligen Aufsichtsrats-Vorsitzendenden Müller (SPD) als Flughafenkoordinator des Landes Berlin eingesetzt und in den Aufsichtsrat berufen, ist der Höhepunkt des SPD Personalfilzes. ELD hat in seiner gesamten wechselhaften Berufslaufbahn als „Job – Hopper“ immer das Lied der SPD und ihrer Wowereits, Tiefensees (SPD BGM Leipzig, Kurzeitverkehrsminister) und Müllers gesungen. Seinem Ehrgeiz wurde von Müller die Krone aufgesetzt. Nicht nur, dass er wie erzählt wird, ein „Obermühlenfeld“ sein sollte/wollte. Gegen alle Regeln, der Pflichten die nur dem Aufsichtsratsvorsitzenden binden, hat ELD den Aufhebungsvertrag zum Rausschmiss von Mühlenfeld mit diesem ausgehandelt, so berichten Medien. Müller habe nur noch unterzeichnen müssen. Dieser Vorgang ist, neben anderen, ein glatter Verstoß gegen alle Regeln (Corporate-Governance-Kodex) einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung. In jedem Unternehmen das sich an Recht und Ordnung hält, bedeutet diese Feststellung/Praxis rechtliche und Haftungsfolgen. Nur, die FBB ist kein normales Unternehmen, sondern ein Produkt von Parteienfilz und unsäglicher Unternehmenskultur.

Der unaufhaltsame Aufstieg des ELD
Danach kam es, wie es kommen musste. ELD wurde mit Segen eines völlig in seinen Aufgaben überforderten Aufsichtsrats zu Mühlenfelds Nachfolger bestellt. Der Bock wurde Gärtner! Seit annähernd zwei Jahren versucht ELD nun der Öffentlichkeit, naiven Parlamentariern, eine BER Zukunftslösung herbei zu quatschen mit immer neuen Plänen (Masterplan, Bau von Terminalgebäuden am BER und TXF, Weiterbetrieb SXF, einer Airport–City u. u.) und dem von ihm festgelegten Inbetriebnahmetermin. Das Gequatsche soll das Bau-Chaos, das ungelöste Kapazitätsproblem, die total überforderte Verkehrsanbindung, die ungelöste Schließung von TXL übertünchen. Zu den tatsächlichen Problemen, die den Inbetriebnahmetermin in Frage stellen, kommt immer die gleiche Laier. Der Zeitpuffer zur Erledigung aller Probleme bis Ende 2019 reicht aus, um 2020 zu retten und TXL zu schließen. Jeder der die wirklichen Probleme kennt, hält ihn darum für einen Täuscher, der parteipolitisch gesteuert, eloquent und kreativ auf Zeitgewinn bis nach der Brandenburg–Wahl auf die Pauke haut.

Letzter Coup des Filzes war dann die Berufung von Bretschneider. Ehemals in seinen Funktionen treuer Genosse, Bauchredner seiner Herren, Min.Dir., Staatsekretär, Flughafenkoordinator und verantwortlich für den Planfeststellungsbeschluss. Seit 2017 ist er in Nachfolge von Müller neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates der FBB. Seine überragende Qualität ist politische Geländegängigkeit, „immer dabei, bei Verantwortung nie da“. Damit hat er alles überlebt was seit 1996 verzapft wurde und auch alle Versager, die aus Ämtern schieden oder geworfen wurden.

Filzergebnis: Totalschaden
Sprichwörtlich die ganze Welt macht sich lustig über den BER. Der Schaden für das Berlin–Brandenburger Image ist ein GAU und Anlass für Spott und Hohn. Mit Genuss und Häme wird kolportiert, dass in weniger als 4 Jahren in Peking, in Istanbul nach weniger als 4 Jahren Bauzeit, Großflughäfen in Betrieb gehen, deren Kapazität bei 150 Mio. – dem vierfachen der BER Kapazität – beginnt. In Moskau wurde bei laufendem Betrieb innerhalb von 2 Jahren ein Terminal in Betrieb genommen, mit zwei unterirdischen Tunneln verbunden. Weltweit, vornehmlich in Asien (China), wurden in der Zeit des BER Baupfusches  ca. 100 Flughäfen neu gebaut, die durchweg die Kapazitäten bewältigen, die den BER ausmachen sollen.

In Berlin und Brandenburg gibt es nur ein „weiter so“! Denn ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich‘s gänzlich  ungeniert.

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