Zwischen Amtseid und SPD-Filz

27. März 2019
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Der BlickPunkt-Beitrag „Champions League gesichert“ vom 23. März wurde mit „Interview“ überschrieben(Print-Ausgabe) und nicht etwa mit „Journalistische Rektal-Visite“. Doch des Eindrucks, dass sich Bürgermeister Baier(SPD) nicht nur die Antworten, sondern auch die Fragen persönlich zurecht gelegt hat, kann sich der unbefangene Leser nur unter großen Schwierigkeiten erwehren. Dass darin eine kritische Nachfrage zur über 10 Jahre geplanten Zentrumsgestaltung(Blankenfelde), zum Scheitern der größten Bauprojektes in der Geschichte der Gemeinde sowie weitere gravierende Tatsachen nicht vorkommen, ist dann schon mehr als folgerichtig – weil unvereinbar mit dem Selbst-Inszenierungsanspruch des gefallsüchtigen Rathaus-Pleitiers.

Wen stört´s, man ist heutzutage eh´ umzingelt von lauter aufgeplusterten Leuten. Wer wird sich von denen schon was sagen lassen. Von all den Egomanen und Autokraten, die wir derzeit überall beobachten können. Am Rande interessant ist vielleicht doch einmal mehr die abstruse Widersprüchlichkeit mit der sich Verwaltungsleiter Baier in der Umsonst-Gazette spreizt.
Hier sieht er sich als „Trainer“ der seine Mannschaft – also die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow – in die Champions League geführt hat. Während er in der MAZ vom 23./24.03.2019 mit „großem Elan“ seiner Rolle als „Vermittler“gerecht werden will. Als „Vermittler“ zwischen den Interessen der Lärm-geplagten Bürger, denen  er auf der einen Seite per Amtseid verpflichtet ist und den wirtschaftlichen Interessen des Lärm-Verursachers, der Flughafengesellschaft? Wie aufschlussreich – der „Trainer der Mannschaft von Blankenfelde-Mahlow“ in Personalunion mit dem „Vermittler“, der einen „gesunden Mittelweg“ zwischen den Interessen beider Mannschaften finden will.

Zwei Interessenlagen, die miteinander kollidieren? Nicht doch – ein geistiger Purzelbaum je nach Bedarf und einen kurzen Draht zur Macht in Potsdam, dann bekommt man das problemlos in den Kopf. Und nicht zuletzt als Belohnung dafür, dass man seinerzeit jeden  ernst zunehmenden Widerstand vor Ort (BVBB) zersetzt und hintertrieben  hat, winkt dann hoffentlich ein SPD-Landtagsmandat.
Ein „Rechtshilfefonds oder Absiedlung“ dagegen waren für Parteisoldat Baier nie ein Thema.  Aber: „Gesundheit“ ist nicht verhandelbar“, so der heuchelnde Sozialdemokrat. Sagt er das als Vermittler zwischen zwei Mannschaften mit gegensätzlichen Interessen oder als Trainer der Mannschaft von Blankenfelde-Mahlow? Selbstverständlich ist Gesundheit für ihn verhandelbar wenn er feststellt, man müsse auch die Wirtschaftlichen Interessen des Flughafenbetreibers berücksichtigen.

Am Beispiel eines Kita-Neubaues – so schwebt es Baier und den Wissenschaftlern der TU Berlin vor – soll das nicht lösbare Problem (falscher, unmenschlicher Standort) per sogenannter Klimahülle gelöst werden. Wie wahr, man ist aufeinander angewiesen. Die Wissenschaftler brauchen Baier, um an Drittmittel für ihre Forschungen zu kommen und der Bürgermeister braucht die Wissenschaftler um sich per Leuchtturm-Projekt als Wohltäter zu präsentieren. Als Wohltäter, der den Menschen aufzeigt, wie sie es schaffen können, sich in ihrem Lärm-Elend wunderbar einzurichten, wenigstens – indem sie ihre Kinder in eine Leuchtturm-Kita geben.
Amtseid hin, SPD-Filz her – alle Seiten kann man halt nicht glücklich machen, so entwickelt sich besagte Klimahüllen-Veranstaltung hoffentlich wenigstens für den Bürgermeister, sein anvisiertes Landtagsmandat und die TU-Wissenschaftler zur klassischen win-win-Situation.

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