„Gundermann“  in der „Alten Aula“

8. April 2019
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In der Reihe „Kino im Kulturverein“ zeigt der Kulturverein Blankenfelde mit „Gundermann“ einen der reichsten, differenziertesten, tollsten Filme über die DDR. Dieser Film erzählt die Geschichte eines Baggerfahrers, der Lieder schreibt, der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Es ist die  authentische Geschichte von Gerhard Gundermann, von „Gundi“. Regisseur Andreas Dresen  hat 2018 diese Geschichte auf die Leinwand gebracht.

Gerhard Gundermann, geboren 1955 in Weimar, lebte seit seinem 11. Lebensjahr in der Lausitz, in Hoyerswerda. In der Schule galt er als Außenseiter, der Selbstbewußtsein und Bestätigung in der Musik fand, der sich nicht verbiegen wollte, der schnell in Konflikte geriet mit Lehrern, später in der Armee und in der Partei. Er lernte in der Braunkohle, wurde Baggerfahrer. Autodidaktisch lernte er Gitarre spielen, gründete Singeclubs und schrieb selbst Texte, inspiriert vom Rhythmus der Schaufeln seines Baggers. Die harte Arbeit im Tagebau prägte seine politische und musikalische Haltung. Er hat sich viele Gedanken gemacht über die Gesellschaft, den Sozialismus, die Welt. Was er von sich gab hatte „Hand und Fuß“. In seinen Liedern sang er von der Schwere und dem Sinn der  Arbeit, von der Gefährdung der Natur, von Gleichgültigkeit und Stillstand. Seine Lieder waren romantisch und rauh zugleich, aufsässig und wachrüttelnd.

In den 1980er -Jahren trat er solistisch auf trotz der Arbeit. Der Tagebau war seine Erdung. Nicht selten hatte er zwischen zwei Schichten irgendwo  einen Auftritt. Seine Lieder waren gefragt, er war gefragt. Und in den 90er-Jahren erreichte er auch das Publikum im Westen Deutschlands, der Baggerfahrer, der sang. Die Bezeichnung „Singender Baggerfahrer“  mochte er gar nicht.

Viel zu früh starb er  1998 im Alter von 43 Jahren. Seine Lieder aber sind bleibend. Nun auch der Film. Die Dreharbeiten zu diesem Film fanden unter anderem im Lausitzer Tagebau, in Leipzig und Bad Muskau statt. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, der durch Filme wie „Sonnenallee“ und „Der junge Karl Marx“ bekannt wurde.

Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur Andreas Dresen.  Er hat seine Teilnahme zugesagt. deshalb beginnen wir 19.00 Uhr. Frühes Kommen lohnt sich – vorher gibt es Livemusik – Lieder von Gundi.

Termin:   12.04.2019      „Alte Aula“, Zossener Damm 02 in Blankenfelde
Beginn:   19.00 Uhr
Einlass:   18.30 Uhr      (Achtung: veränderte Anfangszeit)
Eintritt:     8,00  €

Ab 18 Uhr können das Museum Blankenfelde und die gegenwärtige Ausstellung „Kritische Plakate zum BER“ von Klaus Lubina besucht werden. Hobby-Künstler können ihre Arbeiten für die kommende Hobby-Kunstausstellung abgeben.

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