Billiges Theater

23. April 2019
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„Obwohl Blankenfelde-Mahlow seine Baumschutzsatzung quasi überflüssig gemacht hat, soll der grüne Charakter der Gemeinde erhalten bleiben,“ heißt es in einem MAZ-Beitrag vom 10.04.2019. Schön, und wo ist das Problem?
Das „Problem“ besteht darin, dass „die Entscheidung der Gemeindevertretung, die Baumschutzsatzung in Blankenfelde-Mahlow zu ändern, für Diskussionen in der Bevölkerung sorgt.“ Geht es etwas konkreter? Natürlich: „Die Entscheidung der Gemeindevertretung führte zu Diskussionen bei „einigen Facebook-Nutzern“.
Noch konkreter? Leider nicht, oder doch? Der einzige Facebook-Nutzer, den die MAZ in diesem Zusammenhang namentlich zitiert, heißt Gerd Kalinka, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Kalinka bewirbt sich, wie es der Zufall will, um den Bürgermeister-Posten, wie auch Andreas Buch(CDU-Fraktionsvorsitzender).
Andreas Buch wiederum sieht sich, nun laut MAZ, innerhalb der Bevölkerung, pardon – in der Diskussion „einiger Facebook-Nutzer“,  mit dem Vorwurf konfrontiert, „bei der Abstimmung einen Interessenkonflikt verborgen zu haben“. Als Inhaber einer Garten-Landschaftsbau-Firma würde er von der neuen Baumschutzsatzung profitieren.
Abgesehen von der Frage, ob das Nonsens ist oder nicht – oder, warum dieser Vorwurf nicht in der besagten Sitzung diskutiert wurde – nutzte Grünen-Fraktionsvorsitzender Kalinka die, sich „zufällig“ ergebene Gelegenheit, um der MAZ „auf Nachfrage“ zu erklären:

  • „Grüne Gemeinde, das sind wir alle. Aber man muss auch selber seinen    A n t e i l    dazu beitragen.“

Das Wort zum Sonntag von Demokratie-Pastor Kalinka? Wie war das noch mal mit der Rolle der Grünen im Zusammenhang mit der BER-Standort-Entscheidung Schönefeld? Welchen    A n t e i l   haben eigentlich  Kalinka und seine Partei daran, dass unsere grüne Gemeinde direkt in der BER-Einflugschneise liegt? Dass die Einwohner von Blankenfelde-Mahlow zu den am schwersten Betroffenen zählen? Dass sie in Sachen Schallschutz seit Jahren verarscht und für dumm verkauft werden? Richtig, einen entscheidenden Anteil:

  • „Und eins muss man zum Flughafen sagen: Die Grünen wollten den Flughafen in Schönefeld schon immer. Ein zentraler Flughafen ist genau das Richtige.“
    (Ramona Popp Interview am 22.02.2013 im Salon Maritim)

Stimmt, krankmachender Fluglärm über einem dichtbesiedelten Gebiet, das ist genau das Richtige für Blankenfelde-Mahlow. Aber bitte, wo ist das Problem? Können die Bürger zum Ausgleich nicht einfach mehr Bäume pflanzen?

  • „Vielleicht können wir auch eine finanzielle Förderung in der Gemeinde einführen, damit wieder mehr Bäume gepflanzt werden. Mit positiver Werbung für einen naturnahen Garten lasse sich auch viel erreichen,“

so Kalinka in besagtem MAZ-Beitrag. Richtig, positive Werbung für einen naturnahen Garten in der Einflugschneise – das ist es! „Vielleicht„, um an Kalinka´s „grüne“ Gedanken anzuknüpfen, „… können wir auch eine finanzielle Förderung“ für eine Klimahülle über jedem Wohnhaus mit „naturnahen Garten in der Gemeinde einführen“. Nichts ist unmöglich mit den Baier´s und Kalinka´s in Blankenfelde-Mahlow!
Zu fragen ist auch nach dem Sinn seines Hinweises: „… damit wieder mehr Bäume gepflanzt werden?“ Ist es belegbar, dass im Moment zu wenig Bäume gepflanzt werden? Wie einfältig wären die Einwohner von Blankenfelde-Mahlow doch in Sachen Gartengestaltung ohne „grünen“ Populismus. So man sich denn die Definition zu eigen macht, dass eine Aussagen dann populistisch ist, wenn sie für sich eine Wahrheit beansprucht, die sich aus einem diffusen Etwas herleitet, das weder wissenschaftlich überprüfbar ist, noch bewiesen werden kann.
Unabhängig davon, klaerwerk-Leser wissen, die Bewerbung um den Bürgermeister-Posten mag ihm zur eigenen „Trauma-Bewältigung“ dienen. Für einen ehrlichen, unbelasteten  Neuanfang der Gemeinde steht die Rathaus-Altlast Kalinka hingegen nicht.

  • Der Baum als Wertsteigerung – Die richtige Pflege zahlt sich gleich mehrfach aus“
    aus „Das Grundstück“, Journal des VDGN 04.2019
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