Wann stürzt das Kartenhaus BER in sich zusammen?

4. Juli 2019
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Die aktuellen Täuschungen zu

  • Inbetriebnahmeterminen,
  • Baustand T1 und T2,
  • Kapazitätsengpässen Tegel (TXL),
  • Schönefeld–Alt (SXF),
  • Schließung TXL,
  • Verkehrsinfrastruktur oder
  • Masterplan Umsetzung

sind nur die Fortsetzung jahrelanger Praxis. Im Kommentar der Neuen Aktion (NA) lesen Sie  hier die nackte Wahrheit:


BER wie gehabt – Chaos, Lügen und Unfähigkeiten

Alle aktuellen Schwurbeleien und Täuschungen zu Inbetriebnahmeterminen, Baustand T1 und T2, Kapazitätsengpässen Tegel (TXL), Schönefeld–Alt (SXF), Schließung TXL, Verkehrsinfrastruktur oder Masterplan sind nur die Fortsetzung jahrelanger Praxis. Nur, immer wurden die Protagonisten, „Flughafenchef“ Lütke Daldrup (SPD; ELD), seine zahlreichen Vorgänger, und die politisch aktuell Verantwortlichen, der Regierende Bürgermeister Müller (SPD), Ministerpräsident Woidke (SPD) und der ewige Lautsprecher, jetzt Vorsitzender des Aufsichtsrates Bretschneider (SPD) von Wahrheiten eingeholt, die sie nie als solche zugeben wollten. Höhepunkt dieses Negierens von Wahrheit ist ihre konstante Weigerung zuzugeben, dass ihre schönen Pläne, den BER zum Großflughafen zu entwickeln, zum grandiosen Scheitern verurteilt sind, wenn sie nicht unverzüglich mit den Planungen einer 3. Start– und Landebahn beginnen, ohne die sie schon nach 2025 den Flugbetrieb, sein Wachstum, beschränken müssen. Hartnäckig und mit dem Ziel der Verdummung des Publikums verweigern sie die Wahrheit. Aber sie ist unentrinnbar, weil ein BER in Betrieb, mit seinen Ausbauplänen für 60 Mio. Passagiere (Paxe), mit 2 Pisten, einem Flugzeugmix ohne wesentliche Anteile an Großraumflugzeugen (über 250 Paxe Sitzplatzfaktor) unmöglich ist. Geschwiegen und gelogen wird hier, um die Folgen einer 3. Piste nicht öffentlich zu machen, um dann irgendwann, in den nächsten 5 Jahren für eine dann erhoffte, rechtlich durchgefochtene Kapazität für 60. Mio Paxe die Zwangsläufigkeit der 3. Piste der bis dahin verdummten Öffentlichkeit anzukündigen. Wenn es den Protagonisten endlich mal um Wahrheit ginge, die Berichterstattung zur Wahrheit verpflichtet würde, dann muss diese heute und nicht nach politischer Opportunität, nach Wahlen, ans Licht.

Die 3. Piste und Weiterbetrieb von TXL werden zum Canossa

Zur Wahrheit einer zwangsläufig zu bauenden 3. Piste gehört auch der auf lange Zeit unausweichliche Weiterbetrieb von TXL. Es kann nämlich nur als Lüge bezeichnet werden, dass mit planrechtlich geforderter Schließung von SXF (2025) und einer Inbetriebnahme des im Rohbau befindlichen Terminal 2 (angeblich 2020), das kommende Passagierwachstum auf 40 Mio. schon in 2020, in Folgejahren auf 40 – 60 Mio., durch die BER Fehlplanung bewältigt werden kann.
SXF muss wegen des planfestgestellten Regierungsflughafens geschlossen werden (s. Planfeststellungsbeschluss vom 13.8.2004). Bisher sind alle Versuche von ELD, Müller und Woidke gescheitert, den Bund auf ewige Zeiten auf das Provisorium zu pressen. Konsequenz: so oder so fällt die SXF-Kapazität von über 10 Mio. Paxe ab 2025 für den BER weg.

Hiob am Terminal T2

Um den Baufortschritt am Terminal 2 und den geplanten, für 2020 propagierten Inbetriebnahme-Termin, ist nun der Streit entfacht. Mit ominöser Begründung macht sich der bisher für den Ausbau des Flughafens verantwortliche Projektleiter vom Acker.  Die Frage ist zwangsläufig: Hat dieser Experte keine Chance mehr gesehen, den T2 bis 2020 in Betrieb zu bekommen?
Nachdem nun auch „Fachleute aus Frankfurt“ aus Besichtigungen des T2-Bau die Erkenntnis gewonnen haben: Mit Inbetriebnahme das T2 in 2020 wird es nichts, Oktober 2022 wäre möglich, dürfte klar sein, 2020 wird wirklich nichts mehr. Dreist und von Wahrheiten unbeleckt bestehen ELD und seine Lautsprecher trotzdem auf ihren Inbetriebnahme-Termin 2020. Zu dieser Hartnäckigkeit muss man sagen: “Oh Herr, sie können nicht anders“, weil sie sofort zugeben müssten, TXL muss zumindest bis zur Inbetriebnahme T2, 2022, auch in Betrieb bleiben. Denn, nur mit TXL in Betrieb sind die Kapazitätsprobleme am BER bei seiner Inbetriebnahme zu lösen. Die Folgen aus dieser Wahrheit, rechtlich, politisch und für Betroffene sollen (noch) im Dunklen bleiben. Man darf gespannt sein mit welchen Dreistigkeiten dann die Rechtspositionen auf Lärmschutz für die TXL-Betroffenen ausgehebelt werden.

T2 löst kein BER Zukunftsproblem

Die  umfassende Wahrheit orientiert sich an Kapazitätszahlen, die von  ELD  und den politisch Verantwortlichen für jeweils eine Jahreskapazität propagiert werden. Der BER (T1) geplant für 17 Mio. Paxe, soll als Wunderwerk eine Kapazität von 26 Mio. haben. Dem fertigen T2 werden 6 Mio. zugerechnet. SXF soll 10 Mio. packen. Theoretisch 42 Mio. die bis maximal 2022 reichen. Was aber danach kommt, wenn das Wachstum der Paxe in wenigen Folgejahren (2025ff) auf 50 Mio. anwächst, bleibt bewusst im Dunklen. Denn, der Masterplan mit Ausbau auf 60 Mio., ohne 3. Piste, nach 2030, löst die Kapazitätsprobleme nicht. So wird die 3. Piste zur Messlatte für Wahrheit und die Gesamtplanung. Für diese Zukunftsentwicklung, ohne den Bau einer 3. Piste, und ihre Probleme zur Umsetzung des Masterplans werden Antworten verweigert.
Ganz schlimm ist die Vertuschungspraxis auch für die zu klein geplante Verkehrsinfrastruktur rund um den BER. Auch hier keine Antworten auf ein kommendes Chaos das schon aktuell seine Vorboten hat. Die täglichen Staumeldungen zu verstopften Zufahrten zum TXL und SXF lassen für einen BER in Betrieb nur noch Böses ahnen. Seine Zufahrten auf B110/113, 96 A lassen, wie planerisch vorgesehen, nur eine normale Zufahrt für 17 – 20 Mio. Paxe zu den Terminals BER und SXF zu. Verdummend propagieren ELD und Protagonisten nun die Erhöhung des Modalsplits von geplanten 60% auf 70% mit An– Abfahrten mit öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV, Schiene, Bus) als Lösung vor. D. h., bei 40 Mio. Paxe sollen 28 Mio., bei 60 Mio. Paxe 42 Mio. in dieses ÖPNV – System gepresst werden. Die Vorstellung, wie dies z. B.  ohne Shuttle vom Hauptbahnhof oder, wie geplant nach 2025 mit Shuttle, geschehen soll, weckt Alpträume. Mit Koffer, „Kind und Kegel“ irgendwie zu Bahnhöfen, Bushaltestellen, auch morgens um 2:00 Uhr, um 2 Stunden vor Abflug im Terminal zu sein, ist eine Zumutung über die die Fehlplaner des Standorts die Schweigespirale verhängen. Auch müssen sie den Frühschicht–Mitarbeitern noch erklären, wie und wann sie bei in der Nacht ausgedünnten Fahrplänen zum Arbeitsplatz BER/SXF kommen. Absehbar, Paxe aus dem Berliner Norden oder Nord–Osten benötigen Anreise–Wartezeitzeiten zu den Terminals von 4 Stunden, um in der Regel in Flugzeiten zwischen 1,5 und 3 Stunden, ihr Ziel zu erreichen. Mit dieser Aussicht ist der Begründungsschwindel für den stadtnahen BER endgültig enttarnt.

Ankunft: Fortsetzung des Elends

Was die Paxe dann erwartet, wenn sie im unterirdischen Flughafenbahnhof ankommen, ist die Fortsetzung des Elends ihrer bisherigen Anreise. Dies gilt zumindest für die Paxe, die zum T2 oder SXF, auch als Umsteiger, müssen. Je nach Ankunft, im vorderen oder hinteren Teil von Zug oder Shuttle, müssen sie, wieder mit Koffer, Kind und Kegel, über komplizierte Zuwege ca. 500m zum T2 marschieren. Sollten sie aber für SXF gebucht haben oder zum SXF anreisen, dann haben sie eine „Arschkarte“ gezogen, weil sie dann über ein noch nicht geplantes „Bussing“, um das gesamte BER Gelände, die Zufahrt und Abfahrt  113A und 96A fahren müssen, um das Terminal SXF zu erreichen. Es ist geboten, auch diese Wahrheit endlich auszusprechen.

Zum guten Schluss

Je nach Wachstum sollen 30% von 40 – 60 Mio. Paxe den BER individual, mit eigenem PKW erreichen. Die An– und Abfahrten werden im Stauchaos, zumindest in Stoßzeiten, ersticken. Die Zufahrt vom Autobahnzubringer zum T1 muss auch noch die Kapazitäten für den T2 sichern. Denn, für den T2 gibt es nach bisheriger Planung keine Individualzufahrt zum Terminal. Unabhängig auch vom hier zu erwartenden Chaos, dass sich in den Terminals wegen unzureichender Zahl von Sicherheitskontrollen und Gepäckbändern fortsetzt, müssen die T2 Paxe mit Fußmarsch, rauf und runter, ins Terminal. Von Service und Kundenfreundlichkeit keine Spur, weil alles falsch geplant ist.

Fazit

Falls der BER irgendwann in Betrieb gehen sollte, ist die Fortsetzung der Chaos-Planung der Chaos-Betrieb. Der einst als modernster  Flughafen Europas propagierte, gebaut als Kathedrale des 21. Jahrhunderts, bleibt eine Lachnummer die das Image Berlins und „Deutscher Ingenieurskunst“ den Garaus macht. Die Wahrheit: Totalversagen der verantwortlichen Politiker in Berlin, Brandenburg und Bund. Dieses Versagen wurde und wird begleitet von einer Medienberichterstattung, die lange genug die Wahrheit nicht in die Feder bekam. Die Opfer vom Fluglärm, von 400 000 bis 500 000 Flugbewegungen/Jahr, minütlich am Tag, von der Zerstörung ihrer Lebensqualität, von dem Schaden für die Entwicklung der Kinder, alles über Generationen, die Zerstörung ihrer Erholungsgebiete und den gesundheitlichen Folgen aus 18 Stunden Fluglärm am Tag, spielen für die Parteien SPD, Linke, CDU, FDP, Grüne und selbst AFD keine Rolle. Höhepunkt des Zynismus ist dann die Propaganda von Lärmschutzmaßnahmen, die eher Lärmschutzbetrug sind.

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